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Der Orient · 1846-04-02 · 14 (2.4.1846) · p. Spalte 221-222

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Journal
Der Orient
Volume
1846
Issue
14 (2.4.1846)
Date
1846-04-02
Page
Spalte 221-222 (sequence 7)
Language
German
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217 Studien. Dev Grüß dev' Juden. 218 Der Gruß -er Juden. Von. R. Wnn-erbar, Lehrer an der israelitischen Schule zu Riga. Seit Menschengrdenken herrscht bei allen Nationen.und Völkern -die Sitte, sich bei Gelegenheit eines gegenseitigen Zusammentreffens, beim Kommen und Gehen, beim Scheiden und Wiedersehen, einander . theilnehmend durch Ceremonien und Sprache zu begrüßen. Von den Bewohnern der Wüste Arabiens bis zu den vornehmsten Cirkeln'der Pariser Salons wurde und wird diese Sitte, je nach Umstanden, entweder mit mehr oder' weniger Anstand und Etiquette beobachtet. Hier bestand oder besteht die Ceremonie der Begrüßung in einem kräftigen Händedruck, in einer zärtlichen Umarmung^ dort in einem tiefen Bücken, oder auch nur in einer bloßen Verbeugung; hier in einem demüthigen Niederfallen zur Erde und dort in ehrfurchtsvollem Hinknieen. Der Gruß selbst wieder hier in gegenseitiger, schlichter Erkundigung nach dem Wohlsein, und dort in herzlichen Segnungen und Wünschen. So verschiedenartig nun auch diese äußeren Formen der Begrüßung immer an und für sich erscheinen mögen, so haben sie dennoch alle keinen andern Zweck, als: die Geselligkeit, deren Trieb wir schon von der gütigen Vorsehung zu unserm Besten empfangen habep, sittlich zu erhalten und zu fordern. Da übrigens ein aufrichtiger Gruß Lediglich durch momentane Herzensergießung hervorgerufen wird, so kann derselbe auch als ein hoher Grad von Poesie angesehen werden; und da in der Regel die Civilisatron eines Volkes nach Maßgabe der Gediegenheit seiner Poesie beurtheilt wird, so trägt der Gruß auch nicht wenig bei, dasselbe schon gleich auf den ersten Blick genügend' zu charakterisiren. Dem Geschichtsforscher dürfte es diesem zufolge nicht unwillkommen sein, wenn ich einen kleinen Beitrag zur Geschichte des jüdischen Grußes, so wie zur Beleuchtung einiger ihm zu Grunde liegenden Ansichten und Gebräuche hierdurch liefere. —* Was die äußere Ceremonie des Grußes bei den alten Hebräern betrift, so war sie nicht von der der damaligen andern orientalischen Völker verschieden; sie bestand also, je nachdem die zugrüßende Person mehr oder weniger Liebe oder Ehrfurcht einflößte: a) in Umarmen und Küsten (pp^n pM);b) in S3ei,&uigun9 (iTPjp) und c) in Sich-zur-Erdc- Hinwerfen Letzteres war bei ihnen so wie 1) Weber die Bedeutung der Wörter von rVTp und rwnn&WI giebt es verschiedene differirende Meinungen. Nach Jbn Esra soll »Tinnt^n nur eine Verbeugung, n~Pp aber ein mit dem Kopfe zur Erde hinsallen bedeuten, welches aber im Talmud gerade entgegengesetzt erklärt wird (vergleiche nüyn , Ny :n nbr^, Nji fi hdid , n"y ib rurm 3y niynttf , Ny.'nb)s indem es daselbst ausdrücklich heißt, daß rn^p nur eine tiefe Verbeugung, mnwn aber dies überhaupt auch jetzt noch im Orient der Fall der höchste Grad ehrerbietiger Begrüßung, die nur Königen und andern hohen Personen zukam; auch galt dieses bei ihrem Gottesdienste, vorzüglich, als göttliche Anbetung, und finden wir in der Bibel unzählige Belege hierüber.3) — ' In Bezug auf das Wesentliche beim Gruße aber, nämlich die Form des Grußes selbst, so ist dieselbe nicht zu allen Zeiten' bei den Israeliten gleich gewesen. —. In den ersten Zeiten des Iudenchums bis auf die Propheten schien letztere blos auf die Frage nach dem Wohlbefinden des zu Grüßenden, (ahw rtavtaOf4) oder doch höchstens nurauf den Wunsch des Wohlseins (rp-oj, *) — beschränkt gewesen zu 'sein; denn direkte' Anrufung Jehova's um Segen für den zu Grüßenden, wie wir in Israel dieses später eingeführt sin- , den, fand damals noch nicht Statt; indem man sich scheute, den heiligen Namen Jehova zur Begrüßung des ersten besten Begegnenden leichtsinnig zu führen. — So finden wir im ganzen Pentateuch auch micht ein einziges Mal einen Gruß mit dem Namen Jehova's bekräftigt, so wie auch nicht em einziges Mal eine Betheuerung bei Jehova, (stn in), die wir später in den Büchern der Propheten so häufig anrreffen. ein gänzliches sich' zur Erde Hinstrecken bedeute; wie es gleichfalls in ppft 7o erklärt. 2) Die jetzt im Orient gewöhnliche Art der Verbeugungen als Zeichen der Verehrung ist dreifachentweder das vollständige Niederfallen auf den Boden, wie dies die Araberund die Muhammedaner beim Beten thun; oder mit gekreuzten Armen, die rechte Hand auf dem Herzen, als Stellung des Sklaven vordem Herrn: oder die Vocwärtsbeugung des Oberkörpers, die Hände an den Knieen, welches gewöhnlich bei den Persern üblich ist. — Bei mehrmaligen tiefen Verbeugungen geschieht dieses gewöhnlich in Zwischenräumen, und nach Johnson haben die zur Audienz beim Schach von Persien Eintretenden .neun Verbeugungen in sechs Pausen zu machen. 3) Siehe 1 B. Mos. 27, 26; ibid. V. 27; ibid. 29, 11; ibid. V. 13; ibid. 31, 28; ibid. D. 55; ibid. 33, 4; ibid. 45, 15; ibid. 48, 10; 2 B. Mos. 4, 27; ibid. 18,7; 1 B. Sam. 10, 1; ibid. 20, 41; 2 B. Sam. 14, 33; ibid. 19, 40; Richter 19, 20; Ruth 1, 9 und 14; ferner 1 B. Mos. 24, 26; ibid. V. 48; ibid. 43, 28; 2 B. Most 4, 31; ibid. 12, 27; ibid. 34, 8; 4 B. Mos. 22, 31; 1 B. Sam. 24, 8; ibid. 28, 14; 1 B. Kön. 1, 16; ibid. V. 31; 2 B. Kön. 4, 37; Nehem. 8, 6; 1 B. Chr. 29, 30; 2 B. Chr. 20, 18; ibid. 29, 30. — 4) Vergl. 1 B. Most 29, 6; ibid. 43, 23; ibid. V. 27 und 28; 2 B. M. 18, 7. — 5) Weber als Gruß im Gegensätze zu Segen sagt Raschi zu s\Vni)^ 'o, wie folgt: „inrWD , WO nWb Nb# nND wn n*pD^,D’JD nw by rwon 11 hn4 apy> tw d^d n\snb nviöt nana ■ bat , cwbitf .('Nb n"' nobo) nma tin wy iVnwo) njhD .(Ni '2 bwm) imabt uhttfr )b p) , rnrtm jybi nipp fn Dibncf jwb , non-^yrn;,pD tt*bH i-)hw ])’fD w-ia n p|n« (jonj Nf/bm) ■yh&p ."'tan b"Dy (oru

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