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Der Orient · 1846-04-02 · Heft 14 (2.4.1846) · p. Seite 108

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 14 (2.4.1846)
Date
1846-04-02
Page
Seite 108 (sequence 15)
Language
German
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- 108 Helten in irgend einer Beziehung stehen, in diesem trefflichen Blatte zu. würdigen — - für Einen unserer bedeutendsten u. berühmtesten Landtagö-Abgeordneten in Anspruch nehme. Herr Gabrielvon Klauzal gehört in die erste Reihe der ungarischen Landtags-Redner; sein Wort, seit Jah^ rm gleichsam das Orakel der Ständetafel/' war-immer ' der wärmste -und begeisterte Anwalt für Freiheit und Menschenrecht. Daher^i-chaben /auch .die WraeMn Ungarns in ihm Einen jener wenigen Vorkämpfer und Wertheidiger gefunden, die es nicht scheuen, trotz der gemeinsten und niederträchtig stell Allschnldigungen vost Seiten der Gegner, trotz der gröbsten Verkennung manches Klienten selbst, in ihrem < Eifer für die gute Sache zu verharren. Und eben diese unerschütterliche Beharrlichkeit ist es, die feine Hegncr am meisten ärgert und oft zu den kleinlichsten Repressalien verleitet. So wußte man' unlängst das Gerücht in Umlauf zu bringen, daß die Juden im esongrader Komitate,; von Ktänzal bewogen, die liberale -Partei im Geheimen mit .Geld unterfingen; ein Mährchen, das bei der um st erh asten Geradheitund .Unbestechlichkeit dieses Mannes freilich gar zu lächerlich ^. klingt.. Herr von Klauzal hat allerdings Vertrarltichkeiten mit uns, aber diese sind derart beschaffen, daß ich keinen Augenblick. zögere, sie aller Welt zu verratheu; denn sie bestehen von seiner Seite durchgängigin wohlZemeintetl Vorschlägen und Aufmunterungen, manches durch unsere politische Vernachlässigung hervorgetretene Nebel auszumcrzen, und den Anschttldigungeu unserer Feinde durch.. patriotische Bestrebsamkeit eiügegeilzuarbeiten; keinesfalls aber in jener erbännlichen Komplottmacherei, unter welche der Obskurantismussich so gerne verschanzt. Hier nur noch einen, An größern Kreisen vielleicht noch.nicht bekannt ^gewordenen Zug von Klauzal. . Bei der won ihm soeben ans .Dasein gerufenen ,,Szegcdm-csongräder Sparkasses^ sind aus seine Verwendung Israeliten nicht bloß zu Ausfchußmänttem erwählt, sondern' cß ift exneirt Israeliten' sogar das' wichtige Amt eines ersten Buchhalters anvertraut rvorden! ein Ereigni ß> das. in der österreichischen Monarchie vielleicht einzig dasteht l Ueberhaupt gehört H. v. Kl. zu.denjenigen Edlen, die erhaben über den beschränkten Kreis kleinlicher Selbstsucht für. eine große Idee leben und kämpfen. Darum werde ihm die Verehrung aller Biedergesiunten zu Theil, und möge ihm zunächst Israel ein bleibendes Denkmal in den Blättern seiner Tagesgeschichte setzen. ' Daniel Pillitz, Oberrabbiner. Metrische Uebersetzung der 13 Glaubensartikel von Alexander Elsaßer. - Melod. Nr. 15 des würtb. Gefangb. für 2sr. Y l- Zch glaube fest, es ist mir Pflicht! An Gort den Herrn der Welten, Er sprach: „es sei!" und -heut' noch spricht Er aus den Lichtgezelten. Verlag von E. L. F ri tz sch e. -•^v , r:.:/2. . ’ ■ .' ' ■ ■ Doch Er nur ist's, und keiner mehr .. Ist Ihm je zu vergleichen, Der Menschen Lob, selbst Himmelsheer, "Kann Ihn doch nie erreichen. - . ' : : '; V , Und wer den Herrn in Bildern preist, Der weiß Ihn nicht zu ehren, Er trägt nicht -Form, er ist ein Geiß Und webt in allen Sphären. ■ -- ' 4. Er ist es, den man „ewig^ nennt, - , So weit Geschichten -gehen, Und geht-die Welt auch^einst zu End' Wird Er noch fortbestehen. . - 5. Drum ist bei ihm die Hilf' allein, Auf Ihn Gebeugte schauen, ' Kein Fürst kann unsre Rettung sein, Wenn, wir auf Gott nicht bauen. ' 6. Was Er einst durch Propheten-Mund, Zu'Israel gesprochen-, Es'bleibet stets der -Ulte Bund , Wird n i e von uns gebrochen. - •; . 7. . Der Glauben Mosis bleibet echt, Wer könnte es bestreiten? Und Moses, Gottes bester Knecht, Bis zu dem Schluß der Zeiten. ' : 8. ' Die Lora, Gottes Segenswort, . Durch. Mosen uns. gegeben, Sie blieb in Noch stets unser Hort, ' Verleih't uns heut' noch Leben. ■P~\ ' - ■ P':9. Des Druckes, und der Feinde Tuck' " Könnt-Gottes Wort nicht rauben; Der Spötter kehrt beschämt zurück Und hält* dann fest am Glauben. ■■ 10. - Dem Heuchler schauet Gott ins Herz, . — Nur. Menschen kann er rühren— Vergilt den frommen Erdenschmcrz, Denn Er prüft Herz und Nieren. .Vii.. Er züchtigt Bosheit, reichet Lohn Den Frommen in der Wahrheit, Sie schauen Ihn auf Himmelsthron , : In seiner höchsten Klarheit. - 12. - Er sendet seinen Messias, Die Schwerdter werden Hippen, Verschwinden werden Neid und Haß, Ihn preisen alle Lippen. 13. Und wenn wir auch zu Grabe gehn, So leben unsre Seelen, .. Die Lobten werden auferstehen Und Deinen-Ruhm erzählen. Druck von I. H. Nagel.

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