Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 11 (12.3.1846)
- Date
- 1846-03-12
- Page
- Seite 84 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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wir bemüht wären, demselben entgegettzukolmnen. Mögen diese, heiligen Festtage zu Tagen wahrhafter Andacht und wahrhafter Erhebüng für unS werden,/ und 'dazu beitragen, uns eben so sehr in der Anhänglichkeit an unsere heilige Religion zu befestigen, als uns zur muthigeu Fortfuhrllng der Aufgabe zu erkräftigen, für die wir uns verbrüdert haben. ' - Program m des G otieödi enstes für das Neujahrsfest. 1. Der Gottesdienst findet statt: 1) am Vorabend des Neujahrsfestes, den 1. Oktober, Abens 6 Uhr. *2) am Morgen des ersten Nettjahrstages früh 9 Uhr. 3) am Morgen des zweiten Neujahrstages früh 9 Uhr. Der Beginn des Gottesdienstes findet pünktlich zur angegebenen Zeit statt, ünd erwarten wir mit Zu-/ per s i eh t von unseren verehrten Genossen und sonstigen Theilnehmern, daß sie die Würde des Gottesdienstes und die Andacht der Versammelten nicht durch späteres 'Erscheinen stören werden. In keinem Falle können sie aber dann noch auf den für sie bestimmten Platz Anspruch machen, sondern wird ihnen in diesem Falle ein Platz am Eingang ängciv lesen, werden. ' 2. Einem Jeden wird bei seinem Eintritt , gegen 'jedesmalige Vorzeigung der Eintrittskarte, von den Thür- ‘ sichern und den verwaltenden Direktoren sein Platz angewiesen, den er sofort einzunehmen und während des 'Gottesdienstes nicht zu verlassen hat. Für Männer und' Frauen sind besondere Eingänge, die vom Thürsteher angezcigt werden. . 3. Die Gemeinde erhebt sich bei dem Gebet: Sch'ma, Kadosch, beim Aus- und Einhebeü der /Tora und beim Seg en. Das' Aufstehen'Einzelner während andrer Gebete ist nicht gestattet. ' 4. Eine besondere Bet-TrachL findet nicht statt; wer bedeckten Hauptes erscheinen will,wirdersucht sich hierzu ein schwarzes Käppchen zu wählen. 5. Kinder ttiitcr 7 Jahren werden nicht zugelassen; von diesem- Alter an aber nur, wenn ihnen ein besonderer Platz neben ihren Angehörigen angewiesen ist. 6. Während der Vorbeter die Gebete vorträgt, folgt die Gemeinde demselben stillschweigend in dem Gebetbnche. Progra mm des Gottesdienstes füü das Versöhnnngfest. 1. Der Gottesdienst beginnt am Vorabend des Versöhnungsfestes pünktlich um 5-^ Uhr, der Morgengottesdlenst um 9 llbr und drr Abendgottesdienst um '"4 Uhr. l .ZV,----'-' 2. Die Zwischenzeit zwischen dem Morgen- -und Äbeudgottesdienst wird durch religiöse Vorträge cmsgesüllt, welche tut Gebetbuch näher, bezeichnet sind ^). 3. .Die Gemeinde erhebt sich bei denselben Gebeten wie am Neujahrsfest und außerdem: ' 1) Alu Vorabend bei 2) Am Morgengottesdienst'beim Schlußgebet. 4. Uebrigens finden die allgemeinen Bestimmungen, die bereits im Programm des Neujahrsestes angegeben -find, auch am Versöhnungsfeste statt.^ (Schlußfolgt.) ■ *) 1.. Der Prophet Jona. 2. Aus dem Jesars. -3. Aus dem Hiob. 4. Aus Bechinat Olam. 5. Aus den Psalmen. Vetefe zmrr ÄndönPerr eines jungen Talmudisten, der Hrmgers starb*). Von ß; b. ch. Einsam, freundtos, zu bescheiden Sitzt der Jüngling trostlos da Niemand stehet seine Leiden, Und er betet „Kriat Schniä“, „Einzig ist der Vater oben, . Israel dein Gott ist er! „Lasset uns den Schöpfer Hben, . „Ihm nur gebet Preiß und Ehr. „Alles, Alles, was ich habe, ' „Dir ja gab' ich's freudig hin; „Klein, ach Vawr, ist die Gabe, „Doch du kennest meinen Sinn. „Dir ich weihe meine Seele,: ' ' „Dir mein oft bewegtes Herz/ „Du verzeihest wenn ich fehle; -„Lindre, lindre meinen Schmerz!". Voll Vertrauen sitzt er nieder, Das Gebet Hirt ihn erfrischt; Nimmt jetzt schnell den Talmud wieder, Wo er Sinn mit Unsinn mischt. Phantasie und weise Lehren . Treiben hier verworren Spiel; Jene Alten zu verehren, Das ist jetzt sein höchstes Ziel. Seine Kammer ist zerfallen, Große Annuth ihn umringt, ‘ Ist verlassen, ach, von Allen; Keiner ihm nun Hilfe bringt.. Allzu schüchtern frei zu sagen, Daß ihn Armuth schrecklich quält, Höret Niemand seine Klagen —- Selbst das Brod ihm endlich fehlt. Lamplein brennt mit falbem Scheine, - Jetzt erlischt es ungenährt; Ach, so starb der Gute, Reine — Hunger hatt' ihn aufgezehrt! / (Belletristische Beil. z. Mannh. Lourn.) *) Proben von einer bald zu erscheinenden Schrift: „die Verhältnisse'der Christen und Juden" betreffend. Verlag von 'C. L. F r i tz s ch e. Druck von I. H. Na gel.