Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1846-03-12 · Heft 11 (12.3.1846) · p. Seite 77

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 11 (12.3.1846)
Date
1846-03-12
Page
Seite 77 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2360092-2360418-2360430--5350-3532062
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Berichte, Studien und Kritiken Siebenter ‘ Das Abonnement auf ein Jahr ist o - Thlr. Man abonnier bei allen 'löbl. Postamrcrn und -allen solid. Bumhcrnd- .lungen auf ein Jahr. ' für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben / von Dr. Julius Fürst. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an - jedem Dienstag regelmäßig; I 11. Leipzig, den 15. März 184«. ./ Inhalt. Deutschland. Frankfurt a. M. E n t wi ck e l u n g e i n e r jü d isch e n H i e r ar ch i e. Das alte und neue 'Judenthum. Leldensgeschichte. Allianz des Hrn. K — m mit dem. Rabbiner. Wer hat den Religionsunterricht zu überwachen. -Warnung. Breslau. Fasset. Hoffnungen. Versorgung jüdischer Studirender.' Stadtverordnete. Frankelsches Testament. .Berlin. Geschenk an die Genossenschaft. Hamburg. Die russischen Juden. Eine Religionsschule. Berlin. Zweiter Bericht'über j|>ie Thatigkeit der 'Genossenschaft für Reform. ('Forts.)Verse zum Andenken eines jungen Lalmudiften, der Hungers starb. -r -LB. b. Or. . - ' .. - * ■ ' . , . Frankfurt a. M., 26. Febr. (D i e n eu este -Allianz des neuen- Rabbiners.) ,,-Kpmro , «n4; -So paradou es -auch klingen mag , so ist es doch am Ende eine Lu die Migen springende, -.unleugbare Thatsache, daß in unsrer Zeit die gebildete Klasse der westeuropäischen Judenheit -der ihr parallelen in der Christenheit an mtellektuctter Emancipation von den Fessetn einesreligionsmörderischen /Form- und Aberglaubens v o ra n st e ht, so daß die stets -verhöhnte, unterdrückte, von jeder Gelegenheit zu freier ^Geistesthätigkeit ausgeschlossene, ja selbst der Mittel zur -Ausbildung an vielen Orten gewaltsam-beraubte Min- -derzahl nach kaum einigen Jahrzehnten in gar mannigfacher. Gezichung >er Herrschenden, auf ihre Intelligenz .nicht selten allzustolzen Mehrzahl als nachahmungswür- .diges Muster in der Kulturgeschichte der Zeit dasteht, -.das.man zwar nach wie vor über die Achsel anblicken, dessen Verdienste tun. die Zeitbildung man aber weder aus der unparteiischen Geschichte, noch ans dem unüberwindlichen Bewußtsein des eignen Innern ausstreichen -.und' verbannen kann. Fragt man nun aber nach der .Ursache' dieser auf den ersten Anblick .auffälligen Erscheinung, und verwirft, man dabei von vorn herein die lächerlich eitle Anmaßung, welche für das liebe Ich und die lieben Angehörigen ein eignes, besseres Naturell, einen. nationaleigenthümlichen Scharfsinn vindieirt, und darin mit einer gewissen Klasse von Judengegnern zusammcntrifft, welche ebenfalls dem Juden gern als eine anatomisch, physiölvgisch, psychisch und moralisch von, deiu anders eltropäischen Adams- und Teutskindern ganz verschled'enes Geschöpf betrachtet wissen mochten so können solche Ursachen nur einzig und affetu in den, dem Judenthum eigcnthümlichen Kirchen- und Religio n sv e r h ä l t n i ss e n gesucht werden, da die Juden den, sonstigen Einflüssen, wie solche auch Namen haben wögen, mehr oder minder mit andern Klassen.ihrer Landsleute gemeinschaftlich ausgesetzt sind. Schreibt.man die raschen Fortschritte de§ Judentums auf dem Gebiete der religiösen Aufklärung ganz allein und ausschließlich der. Reinheit und philosophischen Haltbarkeit unsres Grunddogma's, der großen Wahrheit von der absoluten Einheit Gottes zu, so übersieht man dabei, daß/wenn auch Israel ohne Zweifel jener erhabenen Lehre seine - historische Erhaltung wie seine bessere Erkenntniß verdankt, doch die dichten Nebel, welche so viele Jahrhunderte hindurch das Licht unsres, reinem Glaubens verdunkelten, eben ^doch an und trotz eben diesem hellen, göttlichen Lichte aufstcigen und sogar lange Zeit, ihre düstern Schatten zwischen unsrer Sonne und unfern Augen erhalten konnten. Eins mber hat das Judenthunr sich erhalten in der langen, finfterit Nacht der Verfolgung und des Aberglaubens, dieses eine köstliche 'Palladium mußte, sobald nur. erst das Licht des Tages aufgegangen war und auch in unsre-unfreundlichen Ghetti 11 '

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.