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Der Orient · 1846-03-05 · Heft 10 (5.3.1846) · p. Seite 69

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 10 (5.3.1846)
Date
1846-03-05
Page
Seite 69 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien u ird Kritiken Siebenter für jüdische Geschichte und Literatur. MrMg. Das Abonnement auf *. ein Jahrist 5 Lhlr. Manabonnirt bei allen Löbl. Poftämurn und allen solid, Buchhandlungen auf' ein Jahr. / Heraüsgegeben Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Meraturblatt nütgerechnet, zwei'Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig., von I)r» Julius- Fürst. JiS IO* Sci(>jtfl, 8en 5. 1848« Inh a l 1. D e ut sch l a n d. P o se n. Militärpflicht der Juden. Stellung der Juden zu den Polen. Die vereitelte Revolution. Breslau. UeLer die Legate Fr ank e l's. Gedanken. München. Petitionen. München. Abgeordnete über die jüdischen Petitionen. Breslau. Frankel's Legate. Leichenbegängnis Westpreußen. Gottesdienst in Stolp. Gememdeleben in M.-F ri e dl and. Schulwesen. Berlin. Zweiter Bericht über die Thatigkeit der Genossenschaft für Reform. (Forts.) — Oesterr eich« Papa. Wie der -Zionswachter'schacht. Ein Kuriosum. Eperies. Adresse an Montefi o.re. Eperies. Humanität eines evang. Predigers. Nachruf. -!— Canon eines modernen Rabbiners. — Personalchronik und Miscellen. Berlin. Ostrowo. Amsterdam. Paris. -- LB. d. Or. Deutschland. Posen, 18. Febr. Endlich sind auch wir aus bcm tiefen Schlummer der Unbehaglichkeit und der Ungewißheit aufgerüttelt worden. Durch zwei mächtige'Erscheinungen sind wir gemahnt worden, daß wir uns nur -dem deutschen Leben, nur Preußen anschließen dürfen, und daß unserepolitische Zukunft, unser Heit, nur von Preußen abhänge. Es gab unter uns wohl .manche Verblendete, namentlich unter der Jugend, die sich von dem schimmernden Leben der Polen , von dem Glanzflitter ihres regsamen Treibens, .zu dem Glauben verleiten 'ließen, daß die Juden.es mit den Nationalpolen halten sollten, und wenn 'diese Verblendung auch noch weiter nicht gediehen war, als daß sie ihre Sprache und Sitten gelernt und ihren Umgang gesucht, so haben doch stets die Bessern, welche aus Erfahrung die polnische Gesinnung gegen die Juden kannten, sich darüber betrübt. Jetzt ist es mit einem Schlage anders geworden. — In de/sür die Juden der Provinz Posen berühmten Verordnung vom 1. Juni 1833, welche bekanntlich das Posenffche Judenwesen organisirte, heißt es unter der Ueberschrist: „Militär-Dienstverpflichtung der Juden" im 14. Paragraphe: „Mit dem Bor.be.halte", die allgemeine Mititär'pslichtigkeit der Posen'- schen Juden in Zukunft eben so, wie in den andern Provinzen der Monarchie a.nznord- . neu/ soll auf die Dauer des durch die 'gegenwärtige Verordnung begründeten provisorischen Zustandes den dazu Moralisch und körper,lich geeigneten Juden goftattet sein, .i nnerh a lb ihr es mil i tärp flichtige u .Alters freiwillig in den Militärdienst zu dreien. Durch den wirklichen Eintritt wird sowohl der Eintretende selbst, als dessen Vater von Erlegung des Nekrutengeldes befreit". Nach diesem .Gesetze würde den Posen'schen Inden der 'Militärdienst nicht eine Pflicht, wie in den übrigen Provinzen, sondern eine bloße Freiheit, die zwar von dem Rekrutengelde frei machte, aber weiter keine politisch-bürgerliche Vortheile gewährte, und es hieße den Juden eine Vaterlandsliebe zumutheu, wie sie sich bei der übrigen Bevölkerung kaum findet. Zwar deutete die . am 14. Jan. 1834 veröffentlichte Instruktion vom damaligen Oberpräfldenten.. der Provinz, Herrn von FLotiwel, im 17. Artikel zu jenem Gesetze darauf hin, daß die Vorsteher der Gemeinden ihre Gememdcglieder vom Rekrutengelde befreien können, wenn sie freiwillig dem Militärdienst sich hing eben, allein es war jene politische Intelligenz nicht zu erwarten, die weniger die Vor- und Nachthcite abwägt und abmißt, zumal nicht einmal eine allgemeine äußere Nothwmdigkeit für dm Militärdienst in der Friedcnszeit sprach. Und dennoch drängten sich von Zeit zu Zeit jüdische Jünglinge des Herzogthums zum freiwilligen Militärdienste, und ungeachtet daß ihre' Annahme von dem humanen Sinne 10

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