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Der Orient · 1846-02-26 · Heft 9 (26.2.1846) · p. Seite 61

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 9 (26.2.1846)
Date
1846-02-26
Page
Seite 61 (sequence 1)
Language
German
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ros Berichte, Studien und Kritiken Mentor für Jahrgang. . ' -- jüdische Geschichte und Literatur. — Das Abonnement aus Von dieser Zeitschrift ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen Herausgegcben erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitlöbl. Postämtern und allen solid. Buchhandvon gerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem lungen auf ein Jahr. Di'. Julius Fürst. Dienstag regelmäßig. .Mo. Leipzig, den 26. Februar 1846. Inhalt. Zur Geschichte der jüdischen Reform. Erster Artikel. (Schluß.) — Deulschl anb. Königsberg. Reformkampf. Rabbiner Meklenburg und Prediger Saalschutz. Einfluß der christlichen Reform. Jüdische Druckerei. Dresden. Berichtigungen über Ungarn. P renzla u. Die Genossenschaft. Abdankung des Rabbiners. Berlin. Zweiter Bericht über die Lhatigkeit -er Genossenschaft für Reform. — Personalchronik und Miscellen. Baiern. Berlin. Preußen. London. Frankfurt a. M. Leipzig. — Aufruf an die ungarischen Jude» in Betreff der russischen Juden. Bon Dr. Schi'ller. — LB. d. Or. Zur Geschichte der füd. Reform. . . Erster Artikel. Eine populäre Skizze.' (Schluß.) Der Umschwung, den diese Emancipationsfrage, welche auch gleichzeitig in Frankreich von dem Israeliten Salkind Horwitz in.einer Preisschrist angeregt wurde, herbeiführte, verscheuchte allmälig die finstern Nebel des Mittelalters. 1787 wurde in Preußen der, Leibzoll abgeschafft, etwas später noch eine Anzahl von Beschränkungen, bis endlich in der Sitzung der' Nationalversammlung in Paris 1791 ■ diese Frage mit Einem Zauberschlage gelöst wurde', nachdem diese Lösung von Deutschland aus lange vorbereitet war. Nun waren alle Phasen der jüdischen Reformation gegeben.. Die Juden sprachen die Landessprache, lernten die Urkunden ihrer Vergangen-' heit gründlicher, um die Gegenwart principiell zu reformiren; sie schlossen sich der Kunst und der Wissenschaft an, zogen mit unter die Vaterlandsvertheidiger, alle Schranken brachen zusammen und es tauchte sogar die Zeit der Aufklärerei auf, als Gegensatz zu dem ftühern Aberglauben. Die französische Republik, welche die Juden mit einem einzigen Beschlüsse zu französischen Bürgern gemacht, hat eine große Schaar jüdischer Patrioten hervorgerufen, und auf den Schlachtfeldern, wo die Heere Napoleons gegen die des übrigen Europas kämpften, zeigte sich das seltsame Schauspiel, daß auch da Juden kämpften, wo sie noch kein Vaterland errungen, blos in der Begeisterung, durch ihr Blut für ihre Glaubensgenossen eins-zu erringen» Um aber das Judenthum auch nach Innen in seinem Synagogen- und Schulleben'zu organischen, um das Verhältniß der Juden zum Staate .ein für allemalzu sixkren, erschien von Napoleon den 30. Mai 1806 ein Dekret, daß eine Versammlung gebildeter Juden und ihrer Autoritäten, unter dem Namen eines Sanhedrin, in Paris zusammentreten sollten, was auch geschah, indem 110 Deputirte, der große Gelehrte Fürtado als Präsident an der Spitze, den 26. Juli zusammenkamen. Nach einer feierlichen Anrede des kai- ' serlichen Kommissärs, wurden der Versammlung zwölf Fragen vorgelegt, die sie nach gründlicher Berathung, beantworteten. Das Wichtigste, was sie beschlossen, ist, daß die'Ehe zwischen Juden und Christen erlaubt, daß die Juden das Land, wo sie 'geboren, als Vaterland betrachten, und es mit ihrem Blute vertheidlgen, mit allen möglichen Mitteln zu dessen Erhebung beitragen, und kein anderes Gesetz als das des Landes anerkennen. Seit jenen Beschlüssen haben.bei allen Synagogen Frankreichs diese Vota die gehörige Sanktion erlangt. Als Fortsetzung der Pariser Synodal - Beschlüsse, in dem von Napoleon zusammenberufenen Sanhedrin repräsentirt, ist das in dem seit Januar 1808 errichteten Königreiche Westfalen zusammenberufene Konsistorium zu betrachten, wo diese erwähnten Beschlüsse auf deutschen Boden verpflanzt, von einer deutschen Gelehrten-Versammlung berathen, Geltung ge-

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