Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 8 (19.2.1846)
- Date
- 1846-02-19
- Page
- Spalte 113-114 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Literatnrbtatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für Mische Geschichte m» Literatur. M 8. Leipzig, den 19, Februar 1846. Inhalt. Studien. Ein Brief des Menachem b. Saruk an Chasdai b. Isaak. Aus demZtalienischen des Prof. S. D. Luzzatlo von Dr. Jost. — Der Artikel und seine Derivata in der. hebräischen Sprache. Von Dr. I. L e v y. — Literar-Historische Forschungen aus Landauer's" Nachlaß. (Fortsetzung.) Eldad Ha-Dani. — Notizen und Miscellen. Das Ketzergericht über Dr. Zunz. Prosbul. — Ankündigungen. EL« Brief des Menachem b. Saruk an Chasdar d. Isaak. (Italienisch eingesandt von S. D. L., übersetzt von Dr. I. M. Jost.) Der Cod. 1393 der De Rossi'schen Bibliothek enthält einen Brief des Lexikographen Menachem ben Saruk an den hochstehenden Chasdai b. Isaak, welcher sein Mäcen war; von diesem Briefe erhielt ich eine Abschrift durchchdie Güte des schon einmal von mir im Orient erwähnten Herrn Jaeobbe Levy. Von Feinden verleumdet, war Menachein bei Chasdai stn Ungnade gefallen, und der Brief ist eine demüthige 'aber eindringliche Bittschrift, welche zum Zweck hat, des großen Herrn Mitleid und Gerechtigkeit anzuregen. Schätzbar iu Hinsicht des oft pathetischen und höchst rührenden Ausdrucks, welcher gleichwohl wie der Styl jener Zeiten im Allgemeinen, öfters dunkel ist, verdient dieser Brief noch besondere Beachtung wegen der darin enthaltenen historischen Notizen.' Der Abschreiber meint, Menachem müsse im Gefängnisse gewesen sein, und bitte um seine Befreiung; allein aus dem Briefe selbst zeigt sich das Verhältmß ganz anders. Im Gefühl seiner Unschuld hoffte Menachem auf die göttliche Gerechtigkeit und erinnert den Gewaltigen, welchen er p \m ncmit, an die Gleichheit der Menschen und an den Tod, welcher Allen bevorsteht: in\ Pnt im D'hv im Dn'Mi, so wie auch an das jenseitige Gericht: ID' im DP Vin mif, -bll ^D. Er macht ihm zum Vorwurf, ihn, ohne ihn vorher zu vernehmen bestraft zu ^aben, was gegen alles Gesetz sei, da selbst Josua, welchen: Gott selbst besohlen hatte, den Verbrecher durch das Loos zu ermitteln, doch den Achan nicht bestrafte, ohne ihn anzuhören und aus seinem Munde das Geständniß seines Vergehens zu erlangen. Es fehlte nicht an Zeugnissen, welche die Unschuld des Angeklagten darthun konnten, aber seine-Feinde, die auf ihn neidisch waren, lenkten alles so, daß er plötzlich bestraft ward, ja sie liefen am Sabbat hin und rissen seine Wohnung nieder. — Menachem erinnert, er habe dem verstorbenen Vater des Chasdai gedient, und sei stets von ihm liebevoll behandelt worden, daher er auch dessen Verdienste beschries ben, sowie er aus eigenem Antriebe ein Lobgedicht aus den ]m der von Chasdai's Vater erbaueten Synagoge verfaßt habe. So hatte er auch Chasdai's Mutter besungen. Ja iu der Todesstunde derselben, mitten in der Nacht, begab Chasdai sich zu Fuße zu Menachem hin, um ihn zu ersuchen, auf deren Tod ein Gedicht zu machen, und fand den Dichter, zu seinem Erstaunen, schon damit beschäftigt, und in dieser selbigen Stunde daran schreibend, daher er ihm schwor, diesen Eifer in Erfüllung seiner Wünsche, ihm ewig gedenken zu wollen. — Auch den Tod des Vaters des Chasdai hatte unser Dichter besungen. In den Lobpreisungen auf Chasdai selbst aber hatte Menachem so zu sagen alle Kunst erschöpft, und Andern nichts zu loben überlassen. Hierauf bringt er ihm in-Erinnerung., daß er von ihm selbst aus weiter Ferne Herberusen worden und daß er auf sein Geheiß sein Geschäft und seinen friedlichen Wohnsitz verlassen habe, und nach seiner Ankunft von ihm beauftragt worden sei, die hebräische Sprache, zu lehren mDy roN*?D hy wia tind mp tcnpn jDd (oder sein Lexikon zu verfassen?) , daß er 8