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Der Orient · 1846-02-19 · Heft 8 (19.2.1846) · p. Seite 53

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 8 (19.2.1846)
Date
1846-02-19
Page
Seite 53 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken Siebenter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Thlr. Mawabonuirt bei allen lö bl/-'Postämtern und allen solid/Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegebcn von W. Julius Fürst. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich dasLiteraturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. Leipzig, den 19. Februar 1S46. Zvhalt. S»r Geschichte der jüdischen Reform. Erster Artikel. — Deutschland * sm „ r. . unterricht und^ bi. Konfirmation. Mystifikation^ Br es kam B-tfieiligung der Luden an der ch-dung^r F«e Z @Tt b-rste-n. Emden. G-sangverein. Hirsch's Wirksamkeit. Ständchen. Snlätrit X CsS /!W-«£vs. *"***~mul”ä“'-■w Zur Geschichte der jüd. Reform. Erster Artikel. Eine populäre Skizze. Die Religion, welche theils aus unabänderlichen ewigen Wahrheiten, theils aus menschlichen kirchlichen Satzungen und daher nach Zeit und Umstanden wechselnden Wahrheiten besteht, ist stets in ihrem menschlichen Lheile wechselvoll und veränderlich gewesen, und wird es stets auch sein, so sehr auch eine-starre Gläubigkeit die alten Formen umklammern mag und in excentrischer Hartnäckigkeit t sie wie das Wesen der Religion von ewiger Haltung glaubt. Das Judenthum, das Christenthum und der Islam sind, abgesehen von den Reformationen, welche ihre Grundfesten erschütterten, auch schon von dem bloßen Einfluß der Zeiten und der Umstände nie in demjenigen Bestand geblieben, in dem sie die Begründer gelassen, und wie in der Politik, so auch in der Religion, hat es eigentlich nie einen wahren Conservatismus gegeben, was auch ganznatürlich ist, da Zeit und Umstände mächtiger sind als der eigensinnigste menschliche Wille. Wie das Christenthum, welches ursprünglich nur eine Reformation 'des Judenthums war, selbst ohne die Reformation durch Luther, nie ohne Reform oder in einem fixirten Zustande geblieben; wie der Islam, der ursprünglich nichts weiter' als eine orientalische Reform des parristischen Christenthums und des talmudischen Judenthums sein wollte, abgesehen von der Scheidung in Sunniten und Schiiten nie eigentlich in einem starren Zustande der Unveranderlichkeit geblieben, eben so war es mit dem Judenthume seit 312 to. Ehr., d. h. seit dem Beginne der ftleueidischen Aera und dem Schlüsse des PropheLenthumß/ der Fast. Cs ' reformirte sich im Verlaufe der 2157 Jahre in sich selbst und im Gegensätze zu der gewaltsamen Reformation durch Essäer und Sadducäer, durch Christenthum und Islam, durch Katholicismus und Protestantismus, und die Geschichte der jüdischen Kirche, diesmal, aus den wissenschaftlichen Arbeiten-von Zu n z, Jost, Rapaport, Dukes u. A. kennen lernt, liefert den überzeugendsten- Beweis, daß das Judenthum -nicht 'einmal während eines" einzigen Jahrhunderts in seinen Formen und Institutionen erstarrte. Und ohne diese Wechselhaftigkeit der religiösen Form und der menschlich-kirchlichen Institutionen, welche als Ausfluß der Zeit und der Umstände auch dem Judenthume natürlich nicht fremd war, hat es auch in der jüdischen Kirche, wie im Christenthume und im Islam, nie an mächtigeren religiösen Erschütterungen gefehlt, welche die Grundsäulm der jüdischen Kirche, wie nur je eine Reformation, erschütterten, und wenn die Zähigkeit des Judenthums in der einmal gewählten Bahn des' Fortschreitens auch diese Erschütterungen ausgehalten und besiegt, oder durch Verarbeitung mit seinem eigenen Stoffe vernichtet, so beweist dieses, daß bei allen mächtigen Reformationen des Judenthums ein ganz anderer Maaßstab zu suchen ist, als man im Christmthum oder in einer andern Religion hat. Das Judenrhum hat, nach dem Zeugnisse des Christen- - thums und des Jslam's, die höchsten religiösen Wahrheiten, welche eine offenbarte Religion-nur haben kann , und da'die 8

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