Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 7 (12.2.1846)
- Date
- 1846-02-12
- Page
- Seite 45 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Stu-ien und Kritiken Siebenter Das Abonnement auf ein Jahr ist o Lhlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. ' ‘ für Mische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr Julius Fürst. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Litera turblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. J'H? Leipzig, den 12 Februar 1S46<i Inhalt. Deutschland. B r es l au. Nekrolog des Hrn. I. Frankel. Ob ersch k esi en. Hr. W. Lowenthab Obersch lesien. Widerlegung. Aus Preußen. Judenfeindliche Zeitungen. Hannover. Ein Sckullehrersennnar. Frankfurt a. M. Ein dlabbinet unter der Taufe. Fulda. Nekrolog des Hrn. L. S. Lion. Frankfurt a. M. Hierarchische Bestrebungen. -— Oesterreich. Sara s. Widerlegung. Schul- und Gemeindewesen. Nabbinat in Sebes. Emancipation der Jüdinnen. " — LB. d. Or. Deutschland. Bvesleru, 28. Jan. Einen herben und schlnerzlichen Verlust erlitt die hiesige jüdische Gemeinde am gestrigen Tage, durch das Ableben ihres ersten Vorstehers, des sowohl durch Reichthnm als durch seinen vielfach bethätigten Wohlthätigkeitssinn rühmlichst bekannten Kommcrzien-Raths Jonas Frankel. Kinderlos und jeden äußern Glanz verschmähend, war er seit geraumer Zeit der alleinige Versorger seiner unbemittelten Verwandten, welchen er stets eüt treuer Führer und wohlmeinender Rathgeber war. Aber auch für fremdes Leid und Elend hatte er ein warmschtagendes Herz, und eüien überaus mildthätigen und hochherzigen Sinn bekundete er stets da, wo es galt, den Armen und Bedrängten cmszuhelfm und unverschnldete Noch zu lindern. Unter den vielen wohlthätigen Anstalten und Vereinen, denen er zum Theil als Direktor Vorstand und zu deren Gedeihen er nicht wenig beitrug, waren es besonders die Chebra Kadischa und die.Waisenanstalt, welche sich seiner lebhaften. Theilnahme zu erfreuen hatten, und um die er sich, durch das von ihm erbaute großartige Hospital und das in demselben errichtete Waisenhaus, ein bleiben-' des Verdienst erwarb. Einen regen Eifer bethatigte er für die Forderung der Wissenschaft und der religiösen Interessen, und seine warn Anhänglichkeit au das alte Judeilthum und dessen Institutionen beweisen das seit mehr alS^ zehn Jahren auf seine Kosten geführte, mmä mehr ün vorerwähnten Hospital belegene Bet ha-Midrafch, sowie die ebendaselbst geschmackvoll eingerichtete Synagoge. Bei den in der Gemeinde obschwebenden Differenzen war er immer zum Frieden geneigt und sein sehnlichster Wunsch.ging dahin, diesen unheilvollen Hader endlich einmal geschlichtet zu scheu. Obschon einem besonnenen und mäßigen Fortschritte nicht abhold, war er dennoch ein entschiedener Feind jener Alles zersetzenden und uegircnden Terroristen, und die in diesem Sommer von einigen Ultraradikalen ausgegangene Denkschrift an«, die weiland gewesene R.-V. zu Franks, a. M., worin dem Judenthum der Gehorsam' aufgeki'mdigt worden war, hat ihn mit tiefer Indignation erfüllt. Auch eine fromme und gemnthliche Pietät gegen seine, in der tallnudischen Literatur bedeutend hervorragenden Ahnen *), hatte er sich bewahrt, und alljährlich feierte er ihr Andenken auf eine entsprechende Weise. Stolz und Hoch- , mutt) kannte er nicht, Rühm und Ehrsucht haben ihn nie bethört. Unermüdlich im Wohlthnn und zuvorkommend gegen Jedermann erwarb er sich die Achtung und Liebe Aller, und durch die unzähligen Werke seiner Wohs- ■ *) Väterlicherseits ist er der Enke! des Rabbiner David Feänkel zu Berlin, Verfasser des rnyn p“)p (Kommentar zu 2 er usch alm i); m ü tterLichevseits ein Urenkel vom Verfasser des blp.’W by D*>EJlp von Heiman Jonas Leomim, Rabbiner zu Breslau.?; 7 ' '