Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 6 (5.2.1846)
- Date
- 1846-02-05
- Page
- Seite 37 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien und Kritiken Siebenter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Lhlr. ' Manabonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf -ein Jahr. für Mische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. SuliuS gut#. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Litera turbtatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an "jedem Dienstag regelmäßig. Leipzig, den 5. Februar 184«. : L n h a tt. Preußens Stimme über die Emancipation der iüdiscben Preußen, im Gegensätze zu der Stimme seines Königs. — Deul schlan b. Aus dem Harz. Sendschreiben über eine friedliche Kultusreform. Würtemberg. Phrasen, Freiheit und Kittel.— Oesterreich. Prag. .Der neue Prediger.. WesfeLy's Vortrage. Dessen Netib Emuna. Rapaport's Vortrage. Sin jüdischer Mnemotechniker. Großwardein. Landrabbinat in Siebenbürgen. Politische. Stellung der Juden. Die Gemeinde in Arad. 'R«bb. Steinhardt. Wunsche. — LB. d. Or. Preußens Stimme ü ber die Emamipation der Mischen Preußen, im Gegensätze zu der Stimme feines Königs. So lange Preußen keine konstitutionelle Volksvertretung im wahren Sinne des Worts hat^ so lange seine Gesetzgebung, seine Institutionen und die landständische Vertretung des Volkes nach den Provinzen der Monarchie zersplittert und getheilt sind, müssen wir annehmen daß die Provinziallandtage die Stelle eines Neichslandtages einnehmen, und daß diese das Volk der jedesmaligen Provinz, eben so vertreten, als im allgemeinen der Landtag, dessen Vertreter doch eigentlich ebenfalls aus den Gewählten der Provinzen bestehen. Diese Annahme ist aber keine willkürlich gewählte, keine blos ideelle, sondern eine thatsächliche, eine gewisse, die sowohl die Begründer dieser Provinziallandtage, als auch die provinzialen Volksvertreter als naturgemäß ansehen, und wenn auch durch die mangelhafte Form dieses ganzen Instituts der konstitutionelle Keim verkümmert und die Wirksamkeit der provinzialen Landtage vielfach gehemmt wird, so ist doch in dieser einen Beziehung d.le Tendenz der preußischen ProvinziaUandtage eine Wahrheit, daß die Volksstimme der jedesmaligen Provinz durch die provinzialen Vertreter sich äußert. A ch t Mal sind die preußischen Landstände seit ihrer Begründung zusammengetreten/ ich t Mal haben sie über die Verschiedensten Gegenstände.von allgemein preußischem oder preußisch provinziellem Interesse ihre ständischen Petitionen an den König gerichtet, und eben so viele Male hat Preußens König kn Land- (agsabschieden sich über die ständischen Petitionen willfahrend oder abweisend ausgesprochen, ohne daß bei den Petitionen wie bei den Bescheiden auch nur daran gedacht wurde, daß die Äußerungen der ständischen Mitglieder nicht Äußerung der Volksmemung sein sollen.— Von dieser in der Thar richtigen Ansicht sollen die Menschenrechte der Juden eine Ausnahme machen. Die Provinz! allcmd stände können zwar auf Emancipation und Rechtsgewährung, können auf Gleichstellung in ständischen Petitionen antragen, in dieser Beziehung allein wird ihnen gesagt, daß sie nicht die Volksmeiuung repräsentiren, nicht den Volkswillen vertreten, daß vielleicht oder möglicher Weise oder wahrscheinlich oder vermutlich die Volksm'asse mit solchem Anträge nicht zufrieden sein wird. Man.muß aber gegen das Unrechte auch gerecht sein! Nicht immer birgt sich die persönliche Abneigung und Antipathie gegen die Juden in einem solchen Mantel, sondern giebt vielmehr offen und unumwunden die Erklärung.' Wir wollen nicht, es ist nicht unser Mille u. s. w. Nach dieser Vorerst lärmig und Feststellung des Standpunktes, wird wanden so eben abgelaufenen achtenpreußischen Provinziallandtag, indem die Landtagsabschiede nun erfolgt ftn&, in Bezug aus die jüdischen Verhältnisse begreifen, und . 6