Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 5 (29.1.1846)
- Date
- 1846-01-29
- Page
- Seite 34 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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{ 34 Vortrage' oder wo es thunlich ist , statt desselben, einen, rein deutschen aus gedruckten Predigt-Sammlungen oder sonstigen Andachtsbüchenr, vorzulesen. 3. Was das Schreiben Ew. Hochwnrden betrifft, wurde Folgendes beschlossen: ad 1. In Bezug auf die Ausarbeitung eines allgemein umfassenden Schutplans wurde bestimmt, daß dieser Gegenstand in der nächsten Versammlung ausführlich erörtert werden soll, jedoch sprachen sich mehre dahin aus, daß die Abfassung eines Lehrplans auch und hauptsächlich von der Methode des Lehrers und beit sonstigen Lokalverhältttissen bedingt sei. ad 2. Den Herrn Oberrabbiner zu ersuchen > eine korrekte und w o h lfe ile hebräische Bibelausgabe uns gütigst Vorschlägen zu wollen. Was die Zngrnndlegung einer deutschen Bibelübersetzung, betrifft, erklärte man sich einstimmig dahin , daß der Lehrer selbst die Übersetzung den Kindern so wörtlich als möglich geben, und zu seiner etwaigen Vorbereitung eine von den vielen vorhandenen guten wähle, unter welchen wir der von Dr. Zunz den Vorzug einräumen möchten. ad 3. War man der Meinung, daß die Mängel in. vieleu S chulen durch L o k a t v e r h ä l t n i sse, v on den widrigen Abhängigkeitsverhältnisseu der Lehrer herrühren, an einigen Orten mehr oder weniger vorhanden und fühlbar sind, und nur mit der Aufhebung dieses Verhältnisses beseitigt werden, können, jedoch soll auf Ew. Hochwürden besonderes Verlangeneine' ausführliche Schilderung derselben in der nächsten Vcrsaüunluug vorgelegt werden. /, So geschehen Wevelinghoven, Tag und Datum wie oben. . De st er re i ch. Tnrnopol, 4. Jan. Gestern entriß der -Tod uns einen sehr achtbarer: Bürger, der Aufklärung einen sehr thätigm Kämper:, und einen um die n er l hebräische Sprache und Literatur besonders verdienten Mann.- - _ Herr Samuel Löb Goldenberg, der Herausgeber der bekannten und nicht wenig geachteten Zeitschrift Kerem Chemed, wurde so - eben zu Grabe getragen, mit ihm die Hoffnungen einer zahlreichen hilflosen Familie. . > : - Allgemeines Bedauern folgte seiner 'Bahre, und da er im letzten Decenttinm seines Lebens durch seinen musterhaften Wandel, und seinen an den.Tag gelegten echten Bnrgertugcndcn, sich -die Freundschaft und Achtung aller Gutgesinnten zu erwerben , und-manche Ausstellungen seiner Feinde , niederzuschlagen wußte; so - war die . Teilnahme um so größer, und der Verlust stellte sich MN so empfindlicher heraus.- - -Kaum 38 Jahre alt, hätte, er.-h.ei seinem sonst regen Geiste, und bei seinen: guten und festen Willen, noch viel Verdienstliches für die nenhebraische Literatur, und beit geistigen Fortschritt seiner Mitbrüder, dem seine Zeitschrift sehr förderlich war, leisten können , würde ihn der unerbittliche Tod nicht zu früh ereilt haben. Ruhe seiner Asche! Friede seiner Seele! A. Paper, den 10. Jan. Am Neujahrstage fand wie gewöhnlich die Wahl der /hiesigen Gemeindevorsteher Statt und selbe siel diesmal in Anbetracht der beim Synagogenban .. entstandenen kleinlichen Disputen, die mit Vollendung/des Gotteshauses ihrem'Cnde auch entgegengehen sollten — recht glücklich aus. So wurde, zumal als der Sinn snr^s Schönere, Bessere, Geschmackvollere unstrettig mehr in den der heutigen Ingend Angehörenden ruht — unter 5 — 600 Familien der 27jährige Herr Ad o lp h S p itz er, Obervorsteher , der junge Herr Ad olph H erzfeld, Vormund, Herr Herr:n a nn Neumann, Gemeinderepräsentant. Die übrigen Aemter wurden nicht minder an achtbare junge Männer übertragen. Es steht nun zu erwarten und cs ist darum den Papaerl: wahrhaft zu gratuliren — daß gedachte Herren mit ihren, ihnenzu'Gebohe stehenden geistigen und materiellen Kräften Alles anfbieten werden, um dem vollends Eingang zu verschaffen,. wa§ schon län gfl an and eien Gemeinden für gn t, sch on und nützlich anerkannt wurde und nach dem bereits Herr Adolph Spitzer (als Vormund) im vorigen Jahre sehr-eifrig und löblich gestrebt.— Gottes Segen über sie! — n —n. .. Stuhlweißenburg, den 13. Jan. Geschätzter Herr Redaeteur! Besprechungen von so vielen Jsraeliten- Gemeinden finden in Ihrem geehrt. Blatte Raum, warum sollte nicht einmal von unserer auch Bericht geschehen, etwa, weit ,, ich zählte die Häupter meiner Lieben " (Glaubensgenossen- und deren sehr wenige fand—- so muß ich Ihnen mit Bedauern melden, warum die Bevölkerung derselben noch so geringe und nicht so bald zu erwarten steht, daß sie hier bedeutend zunehmen werde. Der unleidliche, aus verjährten Vorurtheilen entsprungene, voll Eig cn n utz flrtimttenbe Judenhaß ist es, der so viele unserer Glaubellsbrüder zmückhält, auch hier dem Vaterlalide als treue Üllterthanen sich nützlich zu zeigen, .der ihre.Kaufmanns - und Handwerksläden mit Koth und Unrath bewerfen ließ und ihnen gebieten wollte, aus den AuShängschilden ihrer Buden den Namen: Z si d o d. h. Jude (obschon ihr Ehrennahnre) beizufügen, damit sich nllr ja keiner, der nicht ihres Glaubens,- Hinei uverirre — und noch mehrere dergleichen Schandthatel: verübte. Doch wer bewährte sich hierbei geduldiger, lämmlich gesinnter als unsere unter der Leitung dcö ebenso vortrefflichen als verdienstvollen Herrn Zipser stehenden Israeliten, die, je 'mehr man ihnen Bedruckungen und Lastenaufbürdet, desto mehr sich durch Fleiß, Rechtlichkeit und H a n d wer ks li e b e anszeichneten. ES wäre wahrlich zu wünschen, und die Stunde hat