Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 5 (29.1.1846)
- Date
- 1846-01-29
- Page
- Seite 29 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien und Kritiken Siebenter für Mschc Geschichte und Literatur. Jahrgang. Das Abonnement auf em Jahr ist 5 Manabonnirt bei allen löbl.. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. M 5. Leipzig, den 29 1846. Januar Juhalt. Deutschland. TuS dem Pvsen'scheii, Zustande der Gemeinden im Herroatbums k a H-ibelb-rg. Synagagemmweihung in Rahrbach. Heidelberg. Di« Gemeinde zu Leimen LVs,t JV,S' ^eh°*og. REM Tyramm. Stettin. Schulwesen. Aus Ob e r sch l e si - Moralittt der russische, hndet Fasset. Gchullehrerkanffrenz. — O°st«rr-ich. Taruopol. Nekrolog. Paxa. Ansff-kt auf bas Bessere Stb r!!l *1 ** *,0 ei“*' 3ie benhaß. Wirken des Rabbiners. - Personalchronik und Miscelle». Appe-Detmold. Schwerin Rußland Ne' ''«rg. Inlin. Paris. Wurtemberg. Rottwerl. Dänemark. Schweiz. Me klenburg-Schwerin Würtembera 9wr>ft‘ *rt ^"mgsberg. Ber- Jerusalrm. Avignon. - LB. d. Or. ^urr.mberg. Breslau. Berlin. Breslau. Darmstadt. Deutschland. Arrs dem Posenschen, 15. Jan. So sehr auch die kommunalen wie die administrativen Gemeindc- - angelegenheiten unserer Provinz bis aufs Kleinste geordnet, registrirt und überwacht werden, so liegen dagegen die religiösen Zustände in arger Verwahrlosung und gräulicher Anarchie. Wenn z. B. jeder rothe Heller, der durch die Mizwot-Auktion oder durch Sammlungen au *r\ :J3f die noch immer mit geräuschvollem Geklapper während der Tora-Vorlesung eingetriebeu wird, mehrere Mal gebucht, bilancirt und beim Jahresschluß von der Regierung kontrollirt wird, so kümmern sich weder Gemeinde' noch Regierung um" Hebung der geistigen und religiösen Angelegenheiten, um Religionsunterricht, um Verschönerung des Kultus, um Anstellung wissenschaftlich reifer Rabbtum re. Die Schuld liegt allerdings an chen großem Gemeinden, die über Geld- und Intelligenz-Mittel zu verfugen haben, aber sich aus dem . .Schlendrian des Hergebrachten nur in seltenen Fällen erheben. Da haben Sie die große Gemeinde Posen, die über 6000 Seelen hat, welche bildende, hebende Institutionen besitzt diese Gemeinde? Die Synagogen , tragen noch jene g ebenster hafte, mittelalterliche - Physiognomie, jenen Typus der Prager Altneu-Schnle, in welcher das hundertjährige Spinnengewebe und der fingerdicke Staub an den Wänden für heilig gehalten werden; der Gottesdienst/, die Deraschot, vervollständigen dieses! fratzenhafte Bild des Mittelalters, das Bet ha-Midrasch, das sonst wenigstens Jünglinge mit scharfem, dialektischem Verstände erzogen und in die Wett geschickt hat, steht jetzt so ziemlich leer, oder dient müsfiggängerischm Subjekten zum Tummelplatz nutzloser Beschäftigung. Das Rabbinat, das von einer Persönlichkeit vertreten wird, die von Adelstolz aufgeblasen, fortsetzend die eitelu Manieren des ehemaligen Warschauers Bankiers, vernachlässigt auch diese rabbinische Funktion, das Heranbilden junger Leute für den Talmud — der Stolz der ehemaligen Rabbinm — wie jede andere heilsame Thätigkeit. Was neulich über Posen in politischen Blattern berichtet wurde, von der Verwendung des Rabbiners bei unserm König für die unglücklichen russische: Juden und von seinem Plane, die Juden unserer Provinz für den Ackerbau zu gewinnen, ist Nichts als Lari Fan und steht jener Mission desselben Rabbiners ähnlich, von welcher vor zwei Jahren in den jüdischen Blättern so viel die Rede war. Selbst die Elementar-Schulcn in Posen stehen denen kleinerer Gemeinden bedeutend nach, und mehrere Projekte zur Verbindung des Elementarunterrichts mit dem Religionsunterrichte in großartigem Style, scheiterten an dem Eigensinne des geistlichen GememdeoberhanpteS, der ohne die geringste pädagogische wie stientivische Keuntuiß sich die Direktion dieser Anstalt Vorbehalten wollte. Wie weit die Ilnthätigkeit der Posner Gemeinde geht, können Sie au einem Beispiele ermessen. Das Posener Schullehrer-Seminar pflegte sonst jüdische Schulamts- ' 5 .