Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1846-01-08 · Außerordentliche Beilage (8.1.1846) · p. Seite 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Außerordentliche Beilage (8.1.1846)
Date
1846-01-08
Page
Seite 1 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2360092-2360418-9897691--5273-3531904
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Außerordentliche Beilage. (Als Inserat.) Aktenstücke und Aufforderung. . I. Rodenberg, im Monat December, 1832. Rn Se. Wohlgcbor. den Herrn Baron M. A. von Roths ch i l d in Frankfurt a. M. In jedem Zeitalter hat es Männer in Israel gegeben, welche für das allgemeine Wohl ihrer leidenden Glaubensbrüder thätig waren; die Geschichte bezeugt dieses in ihren ersten Spuren (namentlich von dem größten und tha'rigsten in dieser Art von unsrem Lehrer Moses) bis heutigen Tages. In den zuletzt verflossenen Zeiten leuchtet besonders hervor ein Menaffe ben Israel."), ein Mendelssohn, Jakobsohn it,r und welchen wohlthätigen Einfluß, das Wirken solcher Männer auf die Linderung des auf uns lastenden Joches gehabt hat, ist weltkundig—: und jetzt sollte Israel verwaist sein?! Seit meiner frühesten Jugend war meine Phantasie mit diesem Gegenstände beschäftigt; aber auch mein 20jähr-'ges Bestehen als selbstständiger Mann hat meinen Eifer für die Sache nicht geschwächt, im' Gegentheit, hat mein Nachdenken, bei der fortdauernden ungerechten und in manchen Ländern höchst unmenschlichen Bedrückung unserer Glaubensbrüder so wie bei den merkwürdigen Zeichen der jetzigen Zeit, eine feste Richtung genommen, und das Resultat meines Nachdenkens ist, Sie mein Herr feierlichst aufzufordern: „Kaufen Sie ein Distrikt Landes in Nord-Amerika, gründen Sie daselbst eine Kolonie für unsere unglücklichen Glaubensbrüder, und führen die uns zunächstliegenden aus Deutschland, Polen und Italien hinüber." Wohl kenne ich meine Schwäche, wohl kenne ich das umfassende, das schwierige Unternehmen, aber beschließen Sie, und ich erbiete mich im Namen Gottes und mit seiner allmächtigen Hilfe das Unternehmen auszusühren. Es herrscht bei mir nicht der mindeste Zweifel, daß heute beschlossen bereits in 3 bis 4 Jahren auswandernde Familien unserer unglücklichen Glaubens-Brüder in der Kolonie Rothschild in Nordamerika ausgenommen werden und dort frei beten und arbeiten.können. Aber auch für die Zurückbleibenden wird es die größte Wohlthat sein, denn ich darf hier wohl mit Recht das Sprüchwort anführen .'höZ DD b W .Sa! schon die Bekanntmachung dieses Unternehmens wird die beste moralische Wirkung unter dm Regierungen Hervorbringen"*) *) Was haben wir nicht schon wieder seit 13 Jahren erlebt« Damaskus, die Vertreibung der Juden in Polen. Wir haben aber auch wieder einen Moses Montisiore gehabt. *") Meine Behauptung in dieser Hinsicht motivirt sich durch die Thatsache, daß die Vermehrung der Juden nicht gewünscht, sondern befürchtet und ihr eisrigst entgegen gearbeitet wird. Wenn also eine bedeutende Verminderung der Juden statt finden wird, so werden die wenigen Zurückble'ibmden gewiß eine bessere Behandlung zu'erwarten haben. und sich am ersten in den Standenversammlungen, wo jetzt noch blinde Vorurtheile herrschen und ohnedies noch lange fortherrschen würden, äußern. Noch bemerke ich, baß es für einen großen Kapitalisten keine sicherere und progressiv mehr Gewinn bringende Gelegenheit giebt, als ein solcher Ankauf im Großen. Jedoch geschieht diese Bemerkung nur im Allgemeinen und nicht aus dem Grunde, um Sie zu bestimmen, in meinen Vorschlag einzugehen, vielmehr hat mich die Notorität Ihres Charakters dazu veranlaßt, zuerst an Sie zu schreiben, und läßt mich erwarten, .daß Sie auf eine oder die andere Art in meine Idee eingehen^werden. Ich sehe nun Dero Beschluß und resp. Befehle entgegen. “fny nviK in, ccwAmirnsDN) nprm JppNv.pirr.■ .rumi prmvp ~om/' :cmpD rmi? um Bernhard Wehrend sen. Kaufmann in Rodenberg. II. Herrn Bernhard Behrend «amor in Nodenberg. Frankfurt a. M. d. 10. December 1832. Ich habe Ihre werthe Zuschrift zu erhalten die Ehre gehabt, und muß es bedauern, Ihrem Wunsche nicht entsprechen zu können, indem ich Ihre Ansicht über den erwähnten Gegenstand nicht theile. Ich empfehle mich Ihnen höflichst. M. A. von Rothschild. HI. Herrn Dr. G. R i e s e r in Hamburg.' Nodenberg, d. 28. Februar 1844. Ihr wohlthätiges Wirken für unsere religiöse Gesellschaft muß Jeder anerkennen, und welcher gefühlvolle Mensch wird sich deshalb nicht dankbar gegen Sie verpflichtet fühlen! Auch ich kann nicht umhin in den ersten Zeilen des Schreibens, welche ich an Sie zu richten mir erlaube, meine Hochachtung und innigsten Dank auszusprechen und bitte ich Sie diese Versicherung gütig aufnehmen zu wollen. — Der Zweck meines Heutigen an Sie betrifft auch diese Sache. — Auch ich habe von früher Jugend an, so viel meine beschränkten Kenntnisse und Wirkungskreise es erlaubten, für die gute Sache gewirkt und obschon ich 50 Jahre meines Lebens zurückgelegt habe, und obschon einen schweren Mühlstein am Halse tragend, kann ich meinen Elfer für die gute Sache nicht unterdrücken. — Schon im Jahre 1832 hatte ich die Ueberzeugung gewonnen, daß die öffentliche Diskussion in unserer Sache geschloffen werden müsse (denn Sie, so wie andere Kämpfer haben diese Rechtssache in der Theorie so klar und überzeugend dargestellt, daß nichts mehr hinzuzufügen ist, ein Mehreres die Sache nur verwirren würde) und'daß ein anderes kräftiges Mittel ergriffen werden müsse, um den endlichen Sieg zu erreichen. — Ich reichte, von dieser Ueberzeugung gedrungen, damals, das ln Abschrift anliegende Schreiben an einen großen Kapitalisten aus unserer religiösen Gesellschaft und theilte ihm dieses Mittel darin mit, worauf ich die in Abschrift^anliegende Antwort von demselben erhielt- — Es

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.