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Der Orient · 1846-01-01 · Heft 1 (1.1.1846) · p. Seite 8

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 1 (1.1.1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 8 (sequence 15)
Language
German
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8 Rabbiner eine Versicherung nach -dem Schema sub Lit. daß er seiner Pflicht pünktlich Nachkommen werde. ^Fortsetzung folgt.) Personalchronik «nd Miseellen. Mainz. Wie von Karlsruhe so ist auch von hier, aus der Stadt und, dem Landbezirke, eine Adresse des Dankes an die 116 gegnerischen Rabbiner der RV. abgeschickt worden. Sie war mit 170 Unterschriften versehen, die theils unserer Stadt, theils dem Bezirke angehören. — D essa u. Hier geht man nuw ernstlich damit um, einen Rabbiner zu wählen, nachdem zwei verabschiedet, nämlich die Hrn. L ü p.s ch ü tz u. Dr. Hirsch. Wenn das zum dritten Male geschieht, so kann die Gemeinde als M or ed e t angesehen werden. Von den Kandidaten, welche bei der Rabbinerwahl die meiste Aussicht haben, ist Dr. Julius Kosmann zu nennen, der eine gute Rednergabe / ausgezeichnetes pädagogisches Talent und tüchtige rabbinische Kenntnisse hat, und demnach unter allen am ehesten diese Stelle verdient. Vorzüglich beliebt ist der erwähnte Kosmann, obgleich ein Einheimischer, wegen seiner Bescheidenheit und Frömmigkeit. — ' Vom Rheine. Die Familie Rothschild hat dem heiligen Vaterdem Pabste wieder zwei Million'geborgt. Aber was geht das uns an? Hat er dafür nicht seinen Profit/seine reichlichen Procentc? Es geht 'uns auch nichts an, äber es ist doch eigen, dieser Familie, eine Unehre derselben auf ewige Zeiten, dass sie auch bei solchen Gelegenheiten nichts für Israel thun will. Alljährlich hat der jüdische Vorstand'in Rom vom heiligen Vater zu Rom einen Fußtritt zu erhalten, die Juden Rom's haben die schmählichsten Bedrückungen zu erdulden, und die Familie Rothschild freuet sich nur, ein gutes Geschäft gemacht zu haben! liequiescat in päce. —- Rußland. Hier erscheint ein pharaomscher Ukas nach dem andern, ein Ferman der Barbarei nach dem andern, und wie es scheint will der Kaiser das kleine Häuflein von zwei Millionen Juden in Sturmschritten vertilgen. So eben ist ein Beschneidungs-Ukas erschienen, wonach der Mohel nach 1 Sibirien geschickt werden, soll, wenn das beschnittene Kind innerhalb vier Wochen stirbt. Nächstens erwartet man auch einen Ukas über das Tragen.eines gelben Abzeichens. Wilna. Der Schneider - Ukas in Betreff unserer jüdischen Tracht ist, wie Sie wissen, längst in Vollzug, und trotzdem, daß nun seit einem halben Jahre um Anlegung der europäischen Tracht gearbeitet wird, ist die jüdische Bevölkerung aus dem Karrikaturmaßigen nicht herausgekommen. Nur das weibliche Geschlecht hak die Umwandlung von Grund aus vorgenommen und dieses ist es auch, das nun ganz sich europäisirt hat. — Die Uebertritte zur griechischen Kirche machen hier reißende Fortschritte; um die dreißig Rubel, welche sonst dergleichen Ueberläufer erhielten, werden sie nun geprellt. * * Anst ellungen und Beförderungen. Dr. Heinrich Weil aus Frankfurt a. M., Sohn des bekannten gelehrten Dr. Jakob Weil, ist in Straßburg als Professor der alten Sprachen angestellt worden. In Deutschland wird noch über Zulassung von Juden zu Lehrstellen berathen. Dr. Isidor Kaim w Dresden ist der erste sächsische Jude, der zur Advokatur zugelassen wird. Die Dispensation, welche nach den ständischen Bestimmungen dazu nöthig ist, hat er endlich, wenn auch nach langem Kampfe, erhalten. — Danzig. Der unduldsamen Ausschließungs-Regel ist bei uns wieder ein Stückchen Boden entzogen worden, unsere christlichen Mitbrüder sangen an sich selbst zu emancipiren. Seither ist in der 'Ressource Concordicr kein Individuum jüdischen Glaubens zugelaffen worden, auch die Erholungen waren ausschließlich christlichz jetzt ist bestimmt worden, daß aus das Bekenntniß keine Rücksicht genommen werden soll. — Brüssel. Von hier, der Stadt der völligen Glaubensglekchheit, können Sie nur Erfreuliches erfahren, von Beförderungen, Belohnungen der Juden tu s. w., was für einen Staat wie Belgien, wo die völlige Emancipation jede Spur eines konfessionellen Vorrechts verwischt, gar nichts Erhebliches ist, und es hat also'nichts auf sich, wenn ich mit meiner Notiz nun fast über einen Monat zu spät komme. Den 16. Novbr. war Prüfung und Preisvertheklung für die Schüler des Konservatoriums in der Augustiner-Kirche und bei dieser Feierlichkeit, wobei König und Königin., die Ministerien re. zugegen waren, erhielt ein zwanzigjähriger Jüngling aus Lüttich, ein Jude Abraham Samuel, den Preis von 10,000 Fl. Ebenso erhielt er den ersten Preis im Ocgelspiel, worin er glänzende Proben abgelegt. * * Frankfurt a. M. Das hier existirende pharaomsche Gesetz über Beschränkung der jüdischen Ehebündniffe kam am 1L dieses Monats (Decbr.) bei der gesetzgebenden Versammlung zur Sprache und sie faßte den humanen Beschluß, die Ehebeschränkungen aufzuheben. Da diese ohne den Senat aber nichts thun kann', so muß man abwarten, was der Senat thun wird, da er um ein Aushebungsgesetz angegangen wurde. — Verlag von C. L. Fritz sche. Druck von I. H. Na gel.

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