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Der Orient · 1846-01-01 · Heft 1 (1.1.1846) · p. Seite 1

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 1 (1.1.1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 1 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken Mentor für Mische Geschichte und Literatur» Jahrgang. Das Abonnement auf ein Jahr iß 5 Lhlr. Manabonm'rt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. Herausgegeben Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. von vr. Julius Fürst. 1» Lei-zig, den 1- Januar 1848» Inhalt. Unser Programm. /— Aufruf an d i e Gemeinden Israels, in?ing ei egen heit der russischen Juden. Von Dr. Z. Frankel. — Deutschland. Frankfurt a. M. Schreiben des badischen Abgeordneten Mat h y an^ den Dichter Witz!. Berlin. Der Stand der Reform. Die Vorlesungen der DD. Sachs und Stern. Die Vorsteherwahl.'Der Kulturverein. Leipzig. Chanukafeier. Hr. Ad. Jellinek. Der alte und der neue Antiochus. K ö n i g s b e rg. Reformkampfe. Berlin. Rabb. Eg er beim König. Breslau. Der Deutschkatholicismus und das Judenthum. —Beitrage zur Kunde der Gesetzesverhaltnisse der Juden in Rußland. (Forts.) Pexsonalchronik und Miscellen. Mainz. Dessau. Pom Rheine. Rußland. Danzig. Brüssel. Ff. a. M. — LB. d. Or. Mnfer. Programm. Die häufigen Misverstandniffe, denen der „Orient" seit seinem Bestehen ausgesetzi ^ist^ v'eranlafseil uns, einmal etwas Näheres Mer dessen Prmcip mitznchellen. Der „Orient" wollte und wlll-auH^nöch-jeht kein Parteiblatt sein. Er ist für die Geschichte, für die Sammlung-des geschichtlichen SiöM chWmÄ,fünd-darum tritt er auch als ein unparteiisches Organ der jüdischen Presse auf. Die Geschichte ist sein LebMMement und ihr, widmet er auch seme Spalten.. ' -Von diesem Standpunkt ans ist er bestrebt, alle Licht- und -Schattenseiten der füdisclM, Zustände zu malen, als den Kampf und den Konflikt, den'an einander stoßende Idem Hervorrufen, treu zu schildern. Er will ein lebendiges Bild, eine-Zeit mit Blut und Fleischentwerfen-und darum'vermeidet er 'es, den Zuständen ein glänzendes Gewand umzuhängen, um die Wunden zu verhüllen. Nicht den „Orient^Mann 'der Vorwurf treffen, daß gewisse Grenzen überschritten werden, 'sondern die Verhältnisse, wie sie sich Herausstellen, find die Vertreter.. Wenn an den Verhältnissen und Zuständen eine faule-Seite ist, so kann die Schilderung derselben nicht grün und frisch sein. Würden wir den Berichten das Moment des Lebens nehmen, so könnten wir dem Historiker blos ein Skelett von Notizen übermachcn. Die Gegenwart schreibt nicht Geschichte, sondern macht Geschichte, und wo Geschichte gemacht wird, da dürfen auch die Spuren der Gährnng, des Kampfes, des Ringens nach einem, Läuterungsprocesse nicht fehlen. Im Schmelztiegel der Geschichte werden die schlechten und krankhaften Elemente ansgeschieden; die Gegenwart ist das jüngste Kind der Geschichte, dem man den kecken - Mrühwillen anfieht. Als Organ der Geschichte gönnt er keiner Partei ein ausschließliches Terrain; er kennt blos den Gährnngsproeeß der Gegenwart und nimmt nicht Partei. Die Spalten des ,,Orient" stehen nicht einer Partei, sondern den jüdischen Gesammtinteresscn offen. Damm kann auch der „Orient" das umfassendste Gemälde der Gegenwart liefern. Aus einem- Parteiblatt kann man nie itnb nimmer einen klaren Begriff von der Gegenwart schöpfen. Wer z. B. die jüdischen Zustande nach dem „Zionswächter" oder nach dem „Israeliten" benrtheilen möchte, der würde ein Zerrbild aus dem gegenwärtigen Jndenthumc machen. Weil nun der „Orient" über dm Parteien steht, kann er auch keine Partei schonen. Ist er orthodox? Nein. Vertritt er die Reform? Nein; denn die Geschichte nimmt alle religiöse Elemente in ihren Schooß anst und sondert erst nach Jahren das Unhistorische ans. — Diese Zeilen mögen die verschiedenen Urtheile über den „Orient"-berichtigen und einen Maaßstab zur Beurtheilung in die Hände geben. ' ' Leipzig, Deeember 1845. Die Redaktion des „Drient". 1

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