Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 51 (17.12.1845)
- Date
- 1845-12-17
- Page
- Seite 402 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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402 Afrika. Algiertut Novbr. Eine Pariser Korrespondenz der Angsb. Mg. Zeitung bringt einige interessante Details über die dort' einzuführende Organisation des jüd. Kultus und-Schulwesens. Es werden Schulen für den Unterricht überhaupt , zumal in der Religion und im Französischen, dann Warte-, Geiverb- und Aekerb all schulen errichtet. Herr Dr. Albert Cohn, ein Deutschereiner der Vieepräfidmten des deutschen Hitfsvereins in Paris, hatte seine Erfahrungen und Beobachtungen in Algier, unterstützt von einer genauen Kenntnis der Landessprache, den: Kriegsminister und Konseilsprasidenten Marschall Spult, Herzog von Daünatie.n, und den: Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Herrn Guizöt vorgelegt, die auch die Unterschrift des/Königs erwirkten. Es soll u. A. dafür gesorgt werden, daß künftig Einheimische (denen fürs Erste franz. Rabbiner zur Seite stehen sollen) die Rabbinerstellen bekleiden. — In Kurzem wird Dr. Cohn's Werk über die algier. Juden in französischer und deutscher Sprache (bei Frank, vormals Bwckhaus und Avenarius, in Paris) erscheinen. Der Ertrag soll zum Besten der israel. Unterrichts-und Wohl- - thätigkeitsanstalten in Algerien bestimmt sein. Besondere Aufmerksamkeit hat der Vers, dem Handel zwischen den Juden unter den Mosabiten und den schwarzen Inden im Innern Afrifa's gewidmet. Die Zahl der jüdischen Einwohner wird solgendern:aaßen angegeben: Stadt Algier 8000. Stadt Oran 5300. Stadt Konstantine 3800.' Bezirk Konstantine über 20,000. Stadt Tlcmscn 2700. Stadt Gardija 500. Stadt Medeah 587. Stadt Milianah 365. Stadt Mascara 780. Stadt Mostaganem 530. Stadt Blidah200. BiZkara 150 jüd. Familien. Busaada 120. Außerden: viele Krieger unter dem Stannue der Henenschas bei Guelma und viele schwarze Inden im Innern am Wüd Suf und bei Tuggurt. Deutschland. ■ Buaunschweig, 9. Deebr. (Erklärung.) Um dem zu begegnen, was von öffentlichen Blättern in dieser Zeit über unsere Gemeinde-Verhältnisse Unrichtiges, zum Theil durchaus Unwahres berichtet worden ist, erklären wir hiermit, daß allerdings einige Differenzen mit dem Landrabbiner Hrn. Dr. Herzfeld stattgefundcn haben, daß diese jedoch nunmehr freundlich ausgeglichen sind. Braunschweig, 9. December 1845. Die Vorsteher der jüdischen Gemeinde hier. L. H e l ff t, W. Her tz, I. I ü d e l. Stuttgart, 22. Novbr. Am 20. Novbr. d. I. war die Vermähluugßfeier ihrer Königl. Hoheitcr: des Prinzen Friedrich, Brndersohn mit Prinzessin Katharina, Tochter des Königs. Dieses freudige Ereigniß haben alle Würtembergcr längst schon sehnlichst gehofft und nun froh gefeiert. Prinz Friedrich ist ein im Volke sehr beliebter Agnate des Königl. Hauses und gewiß war unsrem vielgeliebten Landesvater die riihrendeTheitnahme des Volks an der Vermählungsfeier seiner Kinder, ein neuer Beweis, wie treuanhängtich'Schwaben seiner Regentenfauulie ist. Besonders die Juden aber Haber: der Regierung WilhelrnS I. viel zu danken. Kronprinz Karl und Prinz Friedrich haben in der Kannuer der Siandeshcrrn, als edle Nachtreter des Königlichen VaterS und Ohms, warn: das Wort für die Würtemberger mosaischen Glaubens genommen. Möge Gott uns immer solch edle Fürsten erhalten 1 Eßläugen, 21. Novbr. (Eingefendet.) Die Vermählung Ihrer Königl.Hoheiten des Prinzen Friedrich und der Prinzessin Katharina wurde auch in dem r s r a e l i t i sch e n 28 a i se n h a u se, Wilhelmspflege, dahier einfach, aber herzlich begangen. Der Vorstand des. israel. WaisenvereinS, Hr. Dr. Dreifuß, der sich um Gründung und Erhaltung dieser Anstalt so vielfache Verdienste erworben hat, ließ den Pfleglingen der Anstalt, zur Feier dieses frohen Ereigniffes in der Königl. Familie, Speisen, Getränke und Geldgeschenke reichen. Nachdem den Zöglingen die Bedeutung des Festes erklärt worden war, nachdem sie in entsprechenden Gebeten für das Wohlergehen des Königl. Hanfes ihre kindlicher: Herzen zu Gott erhoben hatten, herrschte beim frohen Mahle die arrziehendste Heiterkeit. Die von den ärmsten iSrael. Kindern des Landes dom geliebte:: König, der theuern Königin und den hohen Neuvermählten hier ausgebrachten Toaste klingen gewiß u: den Herzen aller Israeliten des Landes wieder, die vor vier Jahren, in dankbarer Erinnerung an die fünfundzwanzigjährige Regierung ihres Königs', diese Anstalt gegründet haben. Gott erhalte den König, die Königin und Ihr Hans! (Schw. M.) BLcsleru, 7.' Deebr. In Nr. 49 Ihrer weitverbreiteten Zeitung legt ein Korrespondent aus Berlin, bei der anderweitigen Berichtigung eines Artikels aus der A. Z. d. I., zugleich derS Geständniß ab, daß er den Herrn Fried u: a n n aus "Unbekanntschast mit demselben nicht beurthciten könne; nichts destoweniger erlaubt er sich zum Schluffe deffclbeir Artikels ein gehässiges Urtheil über die Anstellung dieses Kandidaten als Rabbiner in Brieg. Im Interesse Ihres mit Recht so sehr geschätzten Blattes, gegen dessen Tendenz es ist, ein junges Talent durch mnnolivirte Verdächtigung zu verunglimpfen, erlauben wir uns in: Sinne Aller, die'Hrn. Friedmann genau kennen, zu bemerken, daß derselbe neben Hrn. Dr. Grätz, den Ihre Leser bereits kennen, unter den übrigen hiesigen Kandidaten durch gründliche rabbinische Studien und Kenntniß der Philosophie bedeutend hervorrage. In mehrern hier gehaltener: Vorträgen hat er sich die Achtrrng der Kenner, und Verständigen beider hiesigen Parteien erworben, und auch Fasset suchte denselben bei seiner hiesigen Anwesenheit durch einegtän-