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Der Orient · 1845-12-10 · Heft 50 (10.12.1845) · p. Seite 400

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 50 (10.12.1845)
Date
1845-12-10
Page
Seite 400 (sequence 15)
Language
German
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400 1847 vertagt, aber diese Immobilien sollen nicht einmal als Garantie bei der Uebernahme der Lieferungen für den Bau der Festung Schwanez angenommen werden. Auch verstärkt sich die B.ekehrungs.wuth täglich und es scheint wirklich auf eine völlige Ausrottung der Juden und auf eine Vernichtung der jüdischen Glaubensgenossenschaft im russischen Reiche abgesehen zu sein. Ja, ein Königsberger Korrespondent der Hamb. Neuen Zeitung will wissen, man werde bald auch die Sabbatfeier und die Beschneidung verbieten- und der Kaiser habe vor dem Beginn des diesjährigen Tscherkessenkrieges das Gelübde gethan, binnen drei Jahren alle seine Unterthanen der griechischen Kirche zuzuführen. — Und doch scheut sich „der treue Zionswächter" nicht, den Juden in Rußland und Polen dazu Glück zu wünschen, daß sie sich vonDr. Lilienthal und den Neologen nicht haben gewinnen lassen. Hat denm „der treue Zionswächter" kein Herz und keinen Zorn für die weltlichen Machthaber, die den Juden und demJudenthum den Untergang geschworen haben? Frankreich. Der Moniteur vom '9. Novbr. bringt die Ordonnanz über den israel. Kultus in Algier. — In der Hauptstadt Algier soll ein Generalkonsistorium (1 Großrabbiner und 4 weltliche, alle 4 Jahre neuzuwählende, alle 2 Jahre zur Hälfte ausscheidende Mitglieder), in Oran und Konstantine, je ein Provinzialkonsistorium (mit je 1 Rabb. mit 2 alle Jahre sich erneuernden Laienbeisitzern) besteben. Auch Asyle und Schute für die israel. Jugend beider Geschlechter sollen, dort gegründet und Unterricht in Religion und sranz. Sprache m denselben ertheilt werden. — In den Provinzialkonsistorien scheidet je ein Beisitzer jährlich aus - zuerst eben so wie in Algier selbst durchs Loos. Leipzig. (Literarische Notiz.) Die rheinische Kommunalordnung in ihrem Einflüsse auf die Rechte der Juden, von F. Marquard; in Biedermann's Herold vom 15. Novbr. besprochen. (Beweis, daß das neue Gesetz den Juden Rechte entziehe und keine neuen ertheite). Amsterdam. In Amsterdam leben etwa 30,000 sog. portugiesische Juden. * * * . In Avignon ist die Synagoge der Raub einer Feuersbrunst geworden. Mehrere werthvolle Handschriften sind mit verbrannt; der Schaden wird auf 50,000 Fr. angegeben. W o r ms. Prediger Dr. Adler von hier soll zum Prediger beim Frankfurter Reformverein bestimmt sein. Paris. Das Journal des Dubais vom 26. Novbr. macht den neuen Rabbiner zu Hannover, Herrn S. Meyer zu einem berühmten Prediger und zum Verfasser mehrerer historischer Werke, die in Deutschland eine große Berühmtheit erlangt haben - zugleich theklt uns dieselbe Zeitung die Neuigkeit mit, daß, während man sonst erst in einem Alter von 35 Jahren ein Rabbinat bekleiden könne, Herr Mayer ausnahmsweise schon mit 26 Jahren dazu gelangt sei. * * * So ndersha u s e n. Der Rabbiner H. Heiden heim in Sondershausen ist zum wirklichen Kollaborator an der dortigen (allgemeinen) Realschule ernannt worden. Hamburg. An die Stelle des Hrn. Louis Simon ist Herr Katzen st ein aus Lippe-Detmold zum Lehrer an der israelitischen Fceischule in Hamburg erwählt worden. Berlin. Herr Baruch Auerbach in Berlin hat über das Berliner jüdische Mädchen-Waisenhaus einen (zweiten) Jahresbericht (für 1844) veröffentlicht. Die gewöhnlichen Beiträge betrugen 216, die außerordentlichen 215 Thlr. Für 3 Waisenmädchen wurden 198 Lhlr. verausgabt. Die Prinzessin (Wilhelm) von Preußen gehört zu den Wohltäterinnen der Anstalt. — Als Nachtrag zu 'dem Gemeindebudget für Berlin stehe hier noch Folgendes: 800 Lhlr. sind für die Synagoge ausgegeben, für die Armen-Anstalt 1009 Lhlr. weniger ausgegeben als eingenommen, und zwar 3000Lhlr. wozu, aus der Gemeindekaffe bewilligt und beinahe 3000 Lhlr. cm freiwilligen Beiträgen und außerordentlichen Geschenken beigesteuert worden; 200 Familien haben permanente, gegen 400 außerordentliche Unterstützung bekommen und an durchreisende Arme sind gegen 1500 Thtr. vertheilt worden. — In Lemberg wird, wie in Altona, für'die ärmeren Gerneinbemitglieder,eine Kollekte zu Anschaffung der dringendsten Bedürfnisse für dm Winter veranstaltet. * * Oldenburg. Schulem Mos e s, der lange im Hann Löverschen als Handelsmann gelebt hat, ist vor Kurzem mit seiner Frau und seinen 3 Kindern von dort ausgewiesen und weder in Oldenburg noch in Preußen ausgenommen, sondern wieder über die Grenze transportirt worden. Er wendet sich jetzt ,an den deutschen Bund. Preußen. Die Gesetzsammlung (36stes Stück) enthält eine Kabinetsordre vom 31. Oktdr. d. I., die Verpflichtung der Juden zur Führung festbestimmter und erblicher Familiennamen betreffend. — Da, wo diese Verpflichtung nicht schon seit tanger Zeit existirt, sollen'die Juden binnen 6 Monaten die neugewählten Namen der Regierung zur Prüfung und resp. Genehmigung einreichen. * -* Druck von I. H. Naget» Verlag von C. L. Fritzsche.

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