Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 50 (10.12.1845)
- Date
- 1845-12-10
- Page
- Seite 393 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Sechster Grient. Jahrgang. Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen löbll Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Hcrausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. SO* Leipzig, den 10. December 184Ä. Inhalt. Deutschland. Meklenburg-Schwerin. Synagogeneinweihungen. Kultusreformen. Landtag. Stuttgart. Angabe der Berufsarten der Juden. Breslau. Der Gottesdienst am Neujahre und Jom-Kippur. Schubin. Frankens Antwort auf'die Adresse. Würtemberg. Kirchliche Zustande der Israeliten. Frankfurt a. M. Aesthetik des Vorstandes. Der Sonntagsgottesdienst und Stein. — Beiträge zur Kunde der Gesetzesverhältnisse der Juden in Rußland. Aorts.) —. Zur Geschichte der Juden in Würtemberg. Von A. El saß er. — Personalchronik und Miscellen. Brüssel. Rendsburg. Rußland. Frankreich. Leipzig. Amsterdam. Avignon. Worms. Paris. Sondershausen. Hamburg. Berlin. Oldenburg. Preußen. — LB. d. Or. 1 1! i i Deutschland. Mecklenburg - Schwerin, 21. Novbr. .In diesem Jahre sind wieder zwei neuerbante Synagogen durch den Landes-Rabbiner elngeweiht worden, die eine zu Goldberg am 11. September und die andere zu Wittenburg am 8. Oktober. Zur Einweihung der erstgenannten Synagoge, die sich durch geschmackvolle Bauart vortheilhast auszeichnet, fand sich ein sehr zahlreiches jüdisches und christliches Publikum ein, und ist die dabei gehaltene Cinweihnngspredigt auf Verlangen im Druck erschienen. Es ist noch zu bemerken, daß in beiden Synagogen der sog. Almemar weggeblieben und daß die Einweihungsfeier der ersten durch die Mitwirkung des sehr begabten Vorsängers, Hrn. Stern aus Schwerin, erhöhet wurde. Am jüngsten Versohmmgstage ist in den Synagogen Mecklenburgs das Kol-Nidre zum ersten Male nicht gesprochen worden. Die Einführung deutscher Ge-, sänge vor und nach der Predigt ist durch ObcrrathSbeschluß dem Ermessen der Gemeinden anheimgestellt worden, imb haben viele Gemeinden von dieser Erlaubuiß freiwillig Gebrauch gemacht. Eine genaue Statistik über diesen Punkt werde ich Ihnen ein ander Mal uachliefern. Auf dem kirchlichen Gebiete ist der Gemeindefrieden bis jetzt durchaus nicht gestört worden , vielmehr huldigen fast alle Gemeinden, mit Ausnahme der wenigen Dissidenten in Schwerin, die frei PrivatgotLeödienst in einer Betstnbe abhalten, dem gemäßigten Fortschritt, wie er bis jetzt im Kultus angestrebt worden ist, und sind alle. Anspielungen mtb versteckten Hlridentirngen auf Unfrieden'rein aus der Lust gegriffen. Alls dem nächsten Landtag in Sternberg soll die Emancipation der Juden zur Sprache kommen. Der Schweriner Magistrat hat seine eifrige Vcrwendrmg sür diese Angelegenheit zngesagt, und ist in der öffentlichen Meinung der christlichen Welt überhaupt und bei der den Landtag besuchenden Ritterschaft insbesondere eine wohlthätige Umwandlung der Ansichten über diesen Punkt nicht zu verkennen. Darf man auch kein bestiunntes Resultat von dem nächsten Landtag schon erwarten, so wird doch der von Landständen selbst ausgehende Impuls nicht ohne wohlthätig anregende Wirkung bleiben. Ucber den Verlauf dieser wichtigen Angelegenheit will ich Ihnen s. Z. berichten. Stuttgart, 29. Novbr. Ilm die Wirksamkeit und die Erfolge des die öffentlichen Verhältnisse der diesseitigen Israeliten regulirenden Gesetzes vom 25. April 1828 behufs des in diesem Augenblicke von der Negierung zur Darlegung in der nächsten Ständeversammlung vorbereitet werdenden Entwurfs eines vollständigen E m an c i p ati o n sg c se tz e s genau kennen und würdigen zu lernen, hat das Ministerium des Innern durch Vermittlung der israelitischen Obcrkirchenbehörde, resp. der Oberämter, neuerdings den israelitischen Kirchenvorsiehemmtern aufgegeben, über die Berufsarten, welche die Inden des Königsreichs gegen- 50