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Der Orient · 1845-12-03 · Heft 49 (3.12.1845) · p. Seite 385

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 49 (3.12.1845)
Date
1845-12-03
Page
Seite 385 (sequence 1)
Language
German
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Sechster Grient. Berichte, Studien und Kritiken für?3?"5B»! Wische Geschichte und Literatur, Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und Herausgegeben allen solid. Buchhand- O langen auf ein Jahr. von Nr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. 40* Leipzig, den 3. December 4 84 «5* Inhalt. Deutschland. L eipzig. Erklärung. Frankfurt a. M. Orgel und RaLbinerversammlung. Schulwesen. Mesusa-Studien. Nordhausen. Einweihung. Berichtigung. Breslau. Fortschritt an der Universität. Prof. Bernstein. Frankfurt a. M. Die Noth der Polen. Aufforderung. B o m N i e d e rr h e i n e. B od e n h e i m e r 's Wirken. Berlin. Studien. Breslau. Die FrankeNsche Stiftung. — Oesterreich. Aus O b erung arn. Ein evangelischer Prediger über Dr. Schiller. — An die israelitischen Lehrer Deutschlands. — LB. d. Or. * Deutschland. , Leipzig, 23. Novbr. (Erklärung.) Hr. Dr. jur. Aro u h ei m in Braunschweig schreibt um ttnicr dem 20. dieses im Noamen und Aufträge des Hru. Dr. Herzfeld, des Hru. Rabbiners daselbst, als dessen Mandatar, daß ich in Bezug ans den in Nr. 44 des ,,Orient" veröffentlichten Artikel aus Braunschweig erklären möge: „daß ich, durch einen Pseudonymen überlistet, die Spalten des Orient dem.in Nr. 44 enthaltenen Unfnge (in der Korr, aus Braunschweig) eröffnet habe und daß ich innigst bedauere, mein Blatt dadllrch verunreinigt zu haben", mit nicht verklagt zu werden. Gern gebe ich diese Erklärung, indem in der That der Korrespondent sich mir als pseudonym heraus stellt, ich auch in jenem Artikel keine Verletzung gesehen, mithin getäuscht wurde, und ich bedauere, ihr? ausgenommen zu haben, da ich dergleichen humoristische Unterhaltungen nicht leiden mag. ' Ob ich aber mein Blatt dadurch verunreinigt, kann ich nach mosaischem Rechte nicht beurtheilen, da ich nicht Koben. bin , um über rein und unrein entscheiden zu dürfen. >— * * * Eigenthümlich bleibt es aber, wie unsere hochgebildeten Rabbiner der Neuzeit, wie die sich nennenden Vertreter des Fortschritts, der Toleranz, der Aufklärung, die Geschichte geschrieben haben wollen! Zugegeben, es ist alles Lüge, was über Dr. Herzfeld gesagt wurde, nicht btos in jüdischen Blättern, sondern auch in allen politischen, zugegeben, daß Hr. Dr. Herzfeld nicht am Sabbat auf der Eisenbahn gefahren, daß er nicht nach der Ansicht der orthodoxen Juden den Sabbat entweihet, daß er nicht Unannehmlichkeiten in seiner Gemeinde gehabt, obgleich doch auch sein Organ, die A. Z. d. I. berichtet hat, daß nun alles ausgeglichen, was doch voraussetzt, daß früher eine Disharmonie war: zugegeben, daß er in anderer Beziehung gar nicht von ffch hat reden machen: ist diese Art der Vertheidignng die richtige, die würdige, die ehrenwerthe? Giebt es eine größere Intoleranz, eine Freiheit der Presse zu seinem Vortheile, und slugs die größte Beschränkung der Presse zu verlangen, wenn ste die stch überhebendc Persönlichkeit unangenehm berührt? Gerade die modernen Rabbiner sollten Zeitkenntniß genug besitzen, um nicht bei jedem Schritte die Waffe der D e n u n c i a t i o n zu gebrauchen. Gerade die modernen Lehrer, welche mit aller Gewalt das Leben mit der Lehre aussöhnen wollen, wenn auch durch Haß und Unfrieden in Gemeinden nur zu oft vermittelt, sollten sich in diesem Punkte von den frommen fortschreitenden Rabbiiren nicht beschämen lassen. Haben diese je den ,,Israeliten" dennneirt? Haben Dr. Frankel, Tiktin, die schlesischen Rabbiner re, die A. Z. d. I. dennneirt? Ich will nicht sagen, wie im gewöhnlichen Leben dergleichen Schritte angesehen werden, ich will nicht sagen, wie die Pnblieistik das ansieht, so viel ist gewiß, daß Charaktere, welche der Oeffentlichkeit angehören, nie zu Denuneiationen, wie ein Verklagen in Sachsen wenigstens genannt wird, greifen. — 49

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