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Der Orient · 1845-11-26 · Heft 48 (26.11.1845) · p. Seite 377

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 48 (26.11.1845)
Date
1845-11-26
Page
Seite 377 (sequence 1)
Language
German
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Sechster ment. Jahrgang. Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement auf ein Zahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Br. Julins Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. 48» Leipzig, den 26 November 3.84*5« Inhalt. Deutschland. Berlin. Berichtigung. Zeller und Borckhard. Sachs' Vorlesungen. Stoßgebet. Sohr au. Vertheidigung der Adresse an Frankel. Crefeld. Rundschreiben des Konsistoriums. Aus Baden. Schreiben des Herzogs an Dr. Dessauer. — Schweiz. St. Gallen. Kritik der Beschränkungen der Juden. — Beitrage zur Kunde der Gesetzesverhältnisse der Juden in Rußland. — Perfonalchronik und Miscellen. Aus Oesterreich. Paris. Amerika. Prag. Hamburg. Berlin. Aufopferung. Meklenburg. Wallachei. — LB. d. Or. Deutschland. Berlin, 15. Novbr. In meinen Berichten an Sie ist es mir vor Allem um Wahrheit zu thun, und deshalb wird es mir Pflicht zu bekennen, daß in meinem Briefe vom 25. Oktbr. (in Nr. 46) eine der Mittheilungen starker Mediflkation fähig ist.. Ich halte die Berichtigung für um so nothwendiger, als es sich hier um christliche Persönlichkeiten und Thatsachen handelt, und wir beweisen müssen, daß wir ehrlicher und wahrer gegen Christen sind, als so viele Christen gegen Inden, und daß bei uns nu myö nicht nroö ist. Ich habe dort nämlich auf falsche Angabe eines übel unterrichteten Bekannten gesagt, daß Dr. Lössel Hauptmitarbeiter, oder gar faktischer Herausgeber des Missionsjournal: „Blätter für Israels Gegenwart und Zukunft" sei. Dies ist ganz unwahr! Er steht nicht in entfernter Verbindung mit dem Blatte und nur in sehr schwacher Beziehung zur Mission überhaupt. Dieser Lössel, der übrigens nicht Dr. ist, hält unter starkem Zulauf, besonders von Weibern , Reden auf eigene Faust ganz nach Art wnthender Hugenotten und Husitteil, begeistert, oder vielmehr in Ausbrüchen von Wahnsinn, Unsinn, Scharfsinn, kurz in einem ans etwas Geist und ungeheurem Geschwätz zusammengeworfenen Gewäsche, wobei oft gebildete Frauen, die nicht so gläubig sind, erröthen müßten. — Von unsrem Zeller wird, wie ich aus guter Quelle weiß, ein zweites Buch gegen die Reform erscheinen, welches ohne Zweifel großes Aufsehen machen wird. Der Antireformwagen wird bis jetzt nur von drei Nädern getragen und kam: deshalb nicht weiter kommen, erst wenn der große Borchhard, der leider, mit Schriststellerei für das Freimaurerwesen beschäftigt, seinen erhabenen Berus für bcn Glaubenskamps vergißt, hervortretreten wird, wozu wir Hoffnung haben, dann wird der Antireformwagen ein unwiderstehlicher Streitwagen des Herrn sein, und dann wird er ein Bild des von vier Thieren getragenen Gotteswagens sein (Ezechiel 1) wobei wir freilich auf Mensch, Löwe und Adler verzichten müssen. Denn hat Cassel mit seiner frommen Bosheit und hämischen, alle wahrhaft jüdische Gläubigkeit verhöhnenden Wüch den Menschen gezeigt? haben Krüger und Zeller den Löwen und den Adler gezeigt? — Unsere Hoffnung beruht aus Borchhard! — Die Vorlesungen über jüdische Literatur, welche Dr. Sachs für diesen Winter angekündigt hat, werden ohne Zweifel stark besucht sein. Daß er die Einnahme zu einem wohlthätigen Zweck bestimmt hat, macht einen außerordentlichen Eindruck zu seinen Gunsten. Möchten nur alle Freunde aus der jungen Orthodoxie nicht nur das Beispiel der Uiieigenuützigkeit nachahmen, sondern iur Allgemeinen beweisen, wie die wahrhaften Frommen auch wahrhafte Menschenfreunde sind, die Jugend und Sittlichkeit durch Religion zu veredlen verstehen. Ich muß es leider gestehen, daß ich bisher gerade bei denjenigen, welche sich gebildete Orthodoxen nennen, die laxesten bürgerlichen Tugendeu gefunden habe. Bosheit, Schadenfreude, Verfolgungssucht, Falschheit, Ehr- und Geldgciz, Hechmuth, 48

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