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Der Orient · 1845-11-19 · Heft 47 (19.11.1845) · p. Seite 369

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 47 (19.11.1845)
Date
1845-11-19
Page
Seite 369 (sequence 1)
Language
German
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Sechster iiJsi IIEÄT» Jahrgang. Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen löbll Postämtern unallen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für Mische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Vr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. 4^» Leipzig, den 19. November Inhalt. Deutschland. Frankfurt a. M. Sonntagsgoitesdienst. Synagogerrvorträge und Reformen. Beuthen. Frankels Antwort auf die Adresse. Schwerin a. d. W. Aerztliche Bemühungen um das Rabblnat. Berlin. Jüdisches Budget. Aufforderung. O b e r s ch l e si e n. Frankel und die Addressanten Breslau. Sorge für den jüd. Pauperismus. Frankfurt a. M. Erträumte Taufe. Hechingen. GhiUany und die Rabbinerverfammlung. — Oesterreich. Papa. Vertheidigung. — Ein Beitrag zur Geschichte der Juden in Würtemberg. — Perfonalchronik und Miscellen Karlsruhe. Baiern. Königsberg. Bosnien. Breslau. Frankfurt a. M. Berlin. Groß-Kanifcha. Reform des Kultus. Gesetzgebung. Posen. Aus Baiern. Paris. — LB. d. Or. Deutschland. Frankfurt a. M., 9. Nvbr. Der hiesige Reform-Verein , dessen beinahe ansgegangenes Lebenslicht durch die Berliner Genossenschaft neu aufflackert, hat nunmehr' sich auf den klassischen Boden des Kultus geworfen. Ms gelehriger Schüler der Rabb.-Vers. und der Genossenschaft wird auch von ihm Beten, Gesang und Predigt als das Substantielle aller Reformen, als die konkrete Realität des Gottesbewußtseins äufgefaßt. In einer Generalversammlung wurde nämlich beschlossen, jeden Sonntag einen Zeitgemäßen Gottesdienst abzuhalten. Der „Andachtssaal" , in dem die Rabbinerversammlnng ihre Sitzungen hielt, ist zum.Sitz der neuen Gottesverehrung erkoren. Ein junger Theolog, Mitglied der Rabb.-Vers., der bereits Beweise seiner antirabbinischcn Gesinnung dargelegt hat, soll die Stelle als Prediger erhalten. — Unser Rabbiner Stein hat eins Einrichtung ins Leben gerufen, die eine allseitige Nachahmung verdient. Bekanntlich hat Dr. Adler, Rabb. zu Alzey, in der hiesigen R.-V. den Antrag gemacht, für die religiöse Erbauung der dienenden Klasse einen feierlichen Sabbat-Nachmittags-Gottesdienst abzuhalten. Gestern fand tin solcher zum erstenmal in der Synagoge statt. DaS Leben Abrahams, aus dein der Moment „Abraham in der Fremde" vom Rabbiner in seiner Rede besonders hervorgehoben wurde, gab dem Redner viele passende Anknüpfungspunkte. Es war nur zu bedauern, daß das Auditorium, für das der Vortrag berechnet war, größtentheils fehlte. Der Mincha-Gottesdienst wurde hierbei nach einem neuen Ritus gehalten. Er begann mit das Gebetstück jv>s£ ND) wurde ausgelassen, hierauf nVip , mbl rfon fiel weg und der Vorsänger recitirte laut die drei ersten und vier letzten Benediktionen mit Hmwcglassung des mx nruv, wofür aber freilich keinen Grund, der sich selbst vom reformistischen Standpudkt aus rechtfertigen ließe, auszufinden ist. Widergesetzlich ist ebenfalls die Einrichtung, daß die Gemeinde, welche doch die Benekditionen mitzubeten hat, dennoch mit jdn und w NH irn einsällt. Gegen die Orgelbeglcitung am Sabbat hat sich unser Rabbiner, trotz des desfallsigen Beschlusses der R.-V. entschieden ausgesprochen, und wurde daraufhin daö Slcidikon, welches bisher zur Begleitung des EinleijungSliedes am Sabbatabend diente, aus der Synagoge entfernt. Wenn es einem Laien erlaubt wäre, eine Meinung über allgemeine ReligionSvorschristeir zu äußern, so würden wir weit eher die Orgelbegleitnng zulasten, als sich durch Streichen eines Gebetstückes wie jo* mit dem principiellen Bekenntniß der ganzen Judcnheit in Opposition zu setzen. K—m. Beuthen, 6. Novbr. Ich thcile Ihnen hier die Antwort des Hru. Dr. Frankel auf die Adresse der oberschlesischen Rabbiner mit. Sie lautet: An Ihre Hochwürden, die Herren Rabbiner Deutsch und Kollegen. Sie überhäufen Hochwürdige Herren! in einer ge- 47

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