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Der Orient · 1845-11-05 · Heft 45 (5.11.1845) · p. Seite 353

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 45 (5.11.1845)
Date
1845-11-05
Page
Seite 353 (sequence 1)
Language
German
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Sechster rient. Jahrgang. Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement auf ein Zahr ist 5 Lhlr. Man abonnirtbei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr» für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Br. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich daß Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. JM45. Leipzig, den 5. November 184 5. Inh alt. Deutschland. Breslau. Opposition des Vorstandes gegen Geiger. Der Angriff auf Dr. Gratz. Stettin. Verbesserung des Kultus. Hannover. Das Landrabbinat. Hamburg. Nekrolog. Leichenreden. Frankfurt a. M. Ein Naturforscher im >,Israelit". Unterhaltung mit dem Setzer« Hamburg. Schulwesen. Aus dem Unter rheinkreise. Die badensche Rabbiuerversammlung. — Beitrag zu den jüdischen Zuständen in Berlin. (Schluß.) — Personalchronik und Miscellerr. Hamburg. Carstadt. Danzig. Königsberg. Berlin. Kopenhagen. Rußland. England. Holstein. Aus Würtemberg. Kultus- und Schulwesen« Vermischtes. Auszeichnung. Wohlthatigkeit. -— LB. d. Or. Deutschland. BveslQN, 20. Oktbr. Der eigentliche aktive Vorstand der hiesigen Gemeinde scheint diesmal mit der vom Dr. Geiger vorgenommenen Aendenmg im Ritus des Versöhnungsfestes unzufrieden gewesen zu sein. Wie hier allgemein bekannt, zog derselbe es vor, außerhalb der Synagoge bei einem Mitgliede desselbeu sich zu versammeln, mld nach altem üblichen Ritus das Versohnungsfest abzuhalten. Ein ehrenwerthes Mitglied dieses Vorstandes übernahm es sogar, das in neuerer Zeit von den Koryphäen der Rabbiner-Versammlung so sehr beeisenmmgerte, angegriffene, zersetzte und der Verdächtigung preisgegebene 'TD selbst vorzubeten, ein Beweis, daß man mit der Demoliruugösucht Geigers doch nicht in dem Grade zufrieden fein muß, wie man sich abmüht, es in .der Ungarisch - Galizischeu - Zeitung auözuposaunen. Vielleicht geschah dieses Jsoliren nur aus Rücksicht gegen die Konservativen und besonders gegen den gelehrten und biedern Fassel, der unlängst in Ihrem Literaturblatte mit Evidenz dicseur Kol- Nidre das Wort gesprochen. Jedoch sind wir weit entfernt etwas zu behaupten, das wir mit Bestimmtheit nicht anzugeben vermögen; wir berichten nur gerneThatfachcn, die offenkundig sind. — Der Schmähartikel in eben jener Jntung Nr. 42 von hier aus datirt, gegen den Dr. Gratz re. wurde hier mit wirklicher Gleichgiltigkeit und mitleidigem Achselzucken gelesen, da jeder Vernünftige schon im Voraus wußte, daß es so kommen werde. Jedoch muß zur Berichtigung hier erwähnt werden, daß der Abfasser desselben und des Artikels von Nr. 35 nichts weniger als böswillig ist; die Ehre einer Partei anzugehören, die gut honorirt und seine eigenen Umstände, mögen ihn dazu leider nöthigcn. -— Es gießt Menschen, die, wenn ihre Bedürfnisse größer, als die eines Diogenes, bedeutender als die Einkünfte eines p o v e r n Studenten sind, ihre besten Geisteskräfte feil bieten, um sie von Ander): nach Belieben verwenden und verschwenden zu lassen. Gott sorgt ja für Raben, warum sollte er nicht auch für einen armen schwachen Mann sorgen? Der erste Artikel gegen Dr. Grätz und einige Mitglieder der hiesige): Konservativen brachte dem Abfasser desselben ein anständiges Reise- und Zehrgeld nach und für Salzbrunnen ein. Dies hat die Unvorsichtigkeit verrathen. Für den zweiten Artikel in Nr. 42 wird der schwache Mann wohl ohne Zweifel noch besser bedacht und ai:ständiger honorirt werden, delm er hat ja sich selbst überbietend, so recht derb, so ganz nach Herzenslust seiner Gönner und Protektoren verdächtigt. Diese an Wunder streifende Großthat verdient Anerkennung, und machet: wir daher den neuesten jüdischen Geschichtschreiber beiZeiten darauf aufmerksam: in einer zweiten Ausgabe seiner jüdischen Geschichte ja nicht zu vergessen den Herrn Dixi darin aufzunehmen; dam: könnte Ersterer gewiß aus gebührendes Lob von Seiten der erwähnte:: Zeitung rechnen. Wir jedoch wollmrein anS Mitleid großmüthig sein und es bem schwachen Mann nicht verargen, wenn er seine Feder gebrauchen läßt,'um 45

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