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Der Orient · 1845-10-29 · Heft 44 (29.10.1845) · p. Seite 346

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 44 (29.10.1845)
Date
1845-10-29
Page
Seite 346 (sequence 3)
Language
German
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346 Greis, Herr Kommerzienrats) GL Marx, das Stint eines! Gemeinde-Administrators und resp. Vorstandes bekleidet, und zwar, wie Sie meine Herren alle wissen, mit einem Fleiße und Eifer, mit einer Unverdrossenheit und Gewissenhaftigkeit, die nicht lobend genug hervorgehoben werden können. Auf Ihr eigenes Verlangen nun, Herr Kommerz.- Rath, wurde .Ihnen die Enthebung dieser Stelle zu Theil, unter der dankbarsten Anerkennung Seitens der kön. Behörden und der sänrmtsichen Gemeinde, für Ihre derselben im Ganzer: und in einzelnen Faller: geleisteten Dienste, unter welchen die fortwährende Aufsicht und Überwachung der unter Ihrer Leitung der Gemeinde eigentümlich gewordenen Abtheil ung im städ ti sch er: aX (g em einen Krar: keritz au se, die musterhafte Aufrechthaltung der O rdn u:r g i m G o tt e s h au se, sowie .die Einf ührung des unfern Gottesdienst so sehr verherrlichenden Synagogen - Chors besonders rühmliche Erwähnung verdier:er: VJ Einige Tage spater überreichte der Gemeindeausschuß dem abgetretenen Borstande eine Dankadresse, ein Meisterstück der Kalligraphie, worin esam Schluffe heißt: ,,Wir glauben unsere dankesvollen Empfindungen nicht besser und Ihrem für das Wohl der Gemeinde hochschlagenden Herzen nicht wohlthuender ausdrücken zu könne::, als indem wir Ihnen unfern festen Entschluß aussprechen, in soweit als solches in dem Wirkungskreise des Ausschusses liegt, den von Ihnen so rühmlich und erfolgreich betretenen Weg der steten Verbesserung und Veredlung aller unserer Gemeindc-Anstatten stets fort zu verfolgen. Möge der Himmel re." Ja möge der Himmel unfern: verehrten Hrn. Kommerzienrath ein hohes gesegnetes Greisen alter verleihen, und unfern neuen Hrn. Vorstand mit gleichen Verdiensten einst d'ahin gelangen lassen! * * Stuttgart, im Oktbr. Nach Beendigung des Landtages haben die Israeliten des Königreichs durch ein von ihren Bevollmächtigten erwähltes und für diesen Zweck eigens niedergesetztes Konutv den Herren Berichterstattern in beiden ständischen Kammern und den: Abgeordneten von Marbach, V ei el, welcher den Antrag aus vollkommene Emaucipativn der israelitischen Glaubensgenossen in der Abgeordnetenkammer gestellt hatte, in Dankadressen ihre tiefe Anerkennung ausgesprochen. Andere Blätter haben bereits die Dankadresse der Israeliten au den Berichterstatter ü: der Abgeordnetenkammer, Oberjustizrath Holzinger zu Ellwangen, Abgeordneten des Obcramts Ncreshcim, der Schwab. Merkur von: 9. Okt. die an den Abgeordneten von Marbach mitgetheitt. Die Dankadresse, welche von den Israeliten deö Landes an den Berichterstatter in der Kammer der Standesherrn, Minister Grafen von Beroldingen, gerichtet und demselben am 2. d. von einer Deputation überreicht wurde, lautet folgendermaaßen: „Excelleuz l Als im Jahre 1828 die K. Staatsregierung zur Regelung der öffentlichen Verhältnisse der Israeliten einen Gesetzentwurf vorlegte, bestand die Ständeversammlung blos aus der Kammer der Abgeordneten, welche diese Angelegenheit von einem engen und einseitigen Standpunkte aus betrachtete, den humanen Absichten des Gouvernements in vielen und wesentlichen Punkten entgegentrat, und die Wohlthaten, welche unser geliebter König auch seinen israelitischen Untcrthanen zu erweisen beabsichtigte, einengte und verkürzte. Seit jener Zeit haben die Israeliten des Landes mit den größten Opfern gestrebt, sich der bürgerlichen Gleichstellung würdig zu zeigen, und die christlichen Mitbürger haben tu ihrer überwiegenden Mehrzahl erkannt, daß die Treue deö Israeliten an dem alten Glauben seiner Väter ihn nicht verhindert, ein guter Bürger der Gemeinde, ein an König und Vaterland anhängiger Staatsgenosse zu sein. Diese allgemeine Ueberzcugung hat ihren legalen Ausdruck in den übereinstimmenden Beschlüssen der beide:: Ständekammern ans dem letzten Landtage erhalten, und wie damit der Regierung Sr. Majestät eine glänzende Rechtfertigung und Anerkennung wurde, so konnten die Israeliten Würtcmbergs nur mit tiefer Dankbarkeit die edle Unparteilichkeit verehren, mit welcher auch die hohe Kammer der Standesherren — übereinstimmend mit der Abgeordnetenkammer — für die Verbesserung ihrer bürgerlichen Lage sich aussprach. Dieser Beschluß eines so hochwichtigen Theils der Landesvertretung itnb Gesetzgebung ist ein Ausdruck der hmuanen und edel:: Gesinnungen der Kanuner der Standesherren, und wenn die israelitischen Unterthanen des Königs dadurch zu tiefinnigen: Danke gegen diese hohe Versammlung verpflichtet sind, so dürste denselben wohl vergönnt werden, Ew. Exeeltenz, welche als Berichterstatter in dieser Angelegenheit vorzugsweise zu diesem schöner: Ergebnisse mitgewirkt haben, die Huldigung ihrer Gefühle ehrerbietigst darzubringcn? Die Verhandlungen der hohen Kanuner der Standesherren weisen nach, wie gründlich und erschöpfend und zugleich mit welch edelu: Sinn Ew. Exeellenz unsere gerechte Sache dargestcllt und in der Debatte vertheidigt haben» Unsere Angaben und Belege haben Sie, hochverehrter Herr Graf, geprüft, und nach gewissenhafter Nachforschung als richtig erklärt; Sie haben als Staatsmann die Ursachen der Gehässigkeit dargetegt, welche den Entwurf der K. Staatsregierung bei der Abgeordnetenkammer des Jahres 1828 so traurig verstümmeln ließ; sowohl als Berichterstatter, wie als Mitglied der StandeSherrenkanuner haben Sie die Humanität, die Sie beseelt, bekundet. Freudig erfüllen wir den uns von unfern sämmtlichen Glaubensgenossen in: Königreiche gewordenen Auftrag, ausznsprechen, wie erhebend diese ständische

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