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Der Orient · 1845-10-22 · 43 (22.10.1845) · p. Spalte 673-674

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
43 (22.10.1845)
Date
1845-10-22
Page
Spalte 673-674 (sequence 1)
Language
German
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Meraturblatl -es Orients. Berichte, Studien und Kritiken ' für Mische Geschichte und Literatur. M 43. Leipzig, den 22. Oktober 1§43. Inh alt. L it eratur - B er i ch te. Leipzig. Broschüren und hebräische Literatur. U e b e r K ai ir. Von Professor S. D. Luzzatto. Aus dem Hebräischen von Dr. Ehrenreich. Nebst Anmerkungen von O. H. Schorr in Brody. — Aussprache des Namens Korei sch. — Ueber „rodale“ im Sabbath-Blatt. Bon Dr. Eh re nr eich. — Ankündigungen. Literatur-Berichte. Leip zig, den 10. Oct. Wiederum ist uns eine! Anzahl werthvoller Broschüren und Schriftchen.zugekommen,! über die es der Mühe wohl lohnt, in kurzen Umrissen einen i Bericht abzustatten. Ich will sie der Reihe nach hier aufl zahlen: 1) Sur Würdigung der Braunschweiger Rabbiner- . Versammlung. Ein Beitrag von I. Deutsch, Rabbiner ■ .zu Beuthen, O- S. Herausgegeben zum Besten des Vereins! zur Beförderung der Handwerker unter den Juden zu Weu-; then. Breslau, 184^. 8. Hr. D. ist, wie so viele andere! moderne Rabbiner, denen das Judenthum noch zu keiner Bürde und Last geworden, von den Herren Le.hren und Prins in Amsterdam, aufgefordert.worden, ein Gutachten! über die Rabbiner-Versammlung abzugeben, und Hr. D.! schrieb zu diesem Zwecke eine kleine Broschüre (s. Nr. 2»),: wovon unser Schriftchen eine etwas modisieirte Uebersetzung! ist. Das hebräische Original konnte, da der Vers, in Abfassung desselben durch Hindernisse verspätet wurde, in dem bekannten Torat ha-Kenaot nicht mehr ausgenommen werden, und der Berf. entschloß sich, es selbstständig zu veröffentlichen. Die Herausgabe sucht der Vers, mit den trefflichen Worten .zu motiviren: Wenn ich nun auch keinen Beruf fühle, mich in die Oeffentlichkeit zu drängen, so glaube ich doch, daß einer Versammlung gegenüber, die unberufen sich's yerausnimmt, über das rabbinische Judenthum zu Gericht zu sitzen, ein 'Leder berechtigt und verpflichtet sei, seine Ueberzeugung laut und offen auszusprechen." Aber bei dieser Ansicht erscheint mir die Aufforderung der Amsterdamer, die unser sittliches Gefühl und gerader deutscher Sinn stets abstoßen wird, überflüssig, und die besseren Rabbiner sollten jene zanksüchtigen und parteiwüthigen Genossenschaften meiden, welche in der. Spendersache unser Gerechtigkeitsgefühl so sehr von sich stoßt. Jndeß ist es uns lieb, daß Hr. D. sein Gutachten nicht in jene, dem wahren Judenthume sehr nachtheiligen Sammlung gegeben, und ich verbinde daher mit Vergnügen hier zugleich den Bericht über die andere hebräische Broschüre; 2) LMNtt O^m awmn njnj -wn D'ümn mm by. Breslau, 1845. 8., die mit der deutschen ein Ganzes bildet. Was den Inhalt bei der Broschüren anlangt, so ist er von dem der andern gegen die Tendenz- und Principlosigkeit der R.-V. austretenderr Schriften nicht verschieden; hier wie andekswo wird der Leichtsinn und die Frivolität, die jämmerliche Unwissenheit und die Feigheit, die persönliche Eitelkeit: und bodenlose Renomage gegeißelt, nur ist Ton und Form anders, und, was zu rühmen, viel mäßiger. Jndeß ist diese Versammlung gar nicht dieser Gegenschriften werth. Die Resultatlosigkeit der ersten Versammlung, der Ausruf: „Wir wollen sehen, was die zweite ausrichtet", der noch jetzt paßt, sollte eigentlich jede Polemik fern halten und njTP auf dieselben angewendet werden. — Z) das Buch Mbchar Ha-Peninim (Auswahlder Perlen), eineAuswahl von Gnomen und Sentenzen alter Weisen, arabisch verfaßt von Salomo ben Gebirol und ins Hebräische übersetzt von Jehuda den Saul Jbn-Tabon. - In einem korrekten hebr. Texte und mit einem alten erläuternden Kommentar herausgegeben und in's Deutsche übersetzt von A. Adam. Hamburg, 1844. 8. I. I. Halberstadt.— In einem böhmischen Laschenbuche von .diesem Jahre befindet sich ein erschütterndes Charaktergemälde, überschrieven: „der jüdische Schnorrer". Man muß jene Schilderung gelesen haben, um jene „Schnorrer-Literatur" zu begreifen. Die fahle und schmerzensreiche Armuth sucht nach einem schützenden Stabe, die Buhldirne nach einem schaamrothverhüttenden Schleier; hier mußte unser großer Gebirol ein NM hergeben, seine goldnen Sprüche wurden der Schleier, ob aber auch Stab? Gewiß nicht. Die armen 43

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