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Der Orient · 1845-10-22 · Heft 43 (22.10.1845) · p. Seite 337

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 43 (22.10.1845)
Date
1845-10-22
Page
Seite 337 (sequence 1)
Language
German
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m Sechster mm Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Lh(r. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für Herausgegeben von NZ°. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Wogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. Leipzig, den 22. Oktober Inhalt. Palästina. Jerusalem» Teuerung. Die Autokratie Pinsker's. Die Verfolgungsgeschichte. — Deutschland. Frankfurt a. M. Oeffentlichkeit und Heimlichkeit. Ein Schreiben an Stein. Frankfurt a. M. Beleuchtung der Synagogenreform. Kirchheim, Adler und der sogenannte „Israelit". Frankfurt a. M. Der Lrefaprozeß. Hr. Stein auf der Kanzel. Wopsingen. Festlichkeiten zu Ehren Holzinaer's. Heilbronn. Eine Adresse an den Prälaten von Hafner. Frankfurt a. M. Frankel's Antwort auf die Adresse. — Oesterreich. Prag. Napaport's Vorträge. Nekrolog Kuh's. Kremsier. Deputation an Erzherzog Franz Karl. Fasset. — LB. d. Or. Palästina. Jerusalem, 1. August. Nie war die Noch und das Elend in nnserm Lande großer und allgemeiner als in diesem Augenblick, wo nach einer in Folge der anhaltenden trocknen Witterung entstandenen M i s c x n t c und der zur Vollendung der Kalamität noch hinzugekommenen Heuschreckenplage inländische Cerealien schlechterdings nicht vorhanden sind, und man lediglich auf Zufuhren von außen hingewiesen ist, so daß die Getreidepreise voll Einzelnen nach Willkür gesteigert werden und wir, zumal auf den bevorstehenden Winter, einer Theuemng entgegensehen, die in Betreff der armen Voikoklassen als eine eigentliche Hungersnoth zu betrachten und von den crnstenen Folgen begleitet sein durste. Dazu /kommt die empfindliche Stockung des inuern Handels, ciile nnansbleibliche Folge der Unsicherheit der Wege und des Mangels an einem ordentlichen Rechtszustande, der unS gar oft die Herrschaft der Egvpter zurückwünschen läßt, unter welcher doch noch wenigstens keine so völlig regellose Willkür stattfand und die Einwohner jedenfalls nach gewissen Principien und so 51t sagen mit Methode gedrückt und ausgepliiudcrt und dafür gegen anderweitige Gervaltthätigkeiteu wirklich geschützt wurden. EiueS der empörendsten Beispiele der Behandlung, welcher die armen Bewohner dieses Landes cmögesetzt sind, erlebten nur jüngst wieder in der heimlichen Entführung des Rabbiners der hiesigen afrikanisch-jüdischen Gemeinde, M u ssa T u r g u e m a n, und seines Sohnes Jaknb, zweier österreichischen Unter t ha neu, wovon der Letztere schon früher, wie Ihre Zeitung berichtete, durch die Jntrignen und Bestechungen des Je f. Pinsker, Hauptes der Chasidäer, widerrechtlich cingckerkert war, bis die Dazlvischenkunst des österreichischen Konsuls zu Beirut ihn befreite. Pinsker, in seiner Eigenschaft als Verwalter der von dar europäischer! Inden als Almosen für ihre nothteidcnden Glaubensgenossen jährlich gespendet werdenden und von Amsterdam her an ihr: gelangenden ansehnlichen Snmmen in den Stand gesetzt, im eigentlichen Sinne die Gerechtigkeit hier an sich zu kaufen, suchte sich um jeden Preis von der auf die Reklamationen des österreichischen KensulS über seinem Haupte schlvebcnden Untersuchung 31t befreien und bald gelang eS ihm, einen andern auswärtigen Konsul m sein Interesse zu ziehen, was das plötzliche Verschwinden des greisen Rabbiners und seines SohneS zur nächsteir Folge hatte, lieber diese Entführung erfahre ich harte, drei Wochen nach dem Vorgänge aus guter Ouelle Folgendes: Die beiden Turgncman waren am 10. Juli Nachmittags unter einem Vorwände in das Hans des letzterwähnten Konsuls gelockt worden. Hier, wurden sie bis gegen Mitternacht cingesperrt gehalten rrnd alsdann, ohne daß man ihnen gestattete, ihrer Familie Nachricht von ihrem Schicksale zn geben, nach Jaffa gebracht, wo man sie unter bmt Vorgeben, ein gewisscrBuchhaudter Jkris erhebe gegerr den altern Turgneman eine Klage wegen versprochenen und nicht gelieferten Manuskripts, in enger Haft hielt. Herr Jkris, 43

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