Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 42 (15.10.1845)
- Date
- 1845-10-15
- Page
- Seite 329 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Sechster rX XtXWt* iifoem Berichte, Studien ««- Kritiken -;V'r. ■ , ■ .für , Ä6r"S!TaS! Mische Geschichte und Literatur. Man abonnirt bei allen röbl. Postämtern und Herausgegeben allen solid. Buchhandlungen aus ein Jahr. von. Vr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar mv jedem Dienstags regelmäßig. 4Ä. Leipzig, den 15. Oktober 184Ä« Inhalt. -Deutschland. Frankfurt a. M. Ein Pokal für Frankel. Synagogenbrei. Der Vorstand. Aus dem Leben Stein'ö. Hamburg. Zwei Rivalen. Die Berliner Reformer in Hamburg. Kley. Vom b a d k sch e n U nt e rr h ei n k rei s. Die Geburtsfeier des Herzogs. Oberrath Epstein. . Oesterreich. Wien. Reise durch Mähren. Nikolsburg. Pohrlitz. Mislrtz. Fasset Neuda. Duschak. — Beitrag zu den jüd. Zuständen in Berlin. — Personalchronik und Miscellen. Aachen. Hamburg. Amsterdam. — LB. d. Or. Deutschland. Frankfurt a. M., 15. Sptbr. Diese Woche ist chm herrlicher Pokal und eine Dankadresse, die mehr als 300 Unterschriften zählt, an den gelehrten Herrn Oberrabbiner Z. Frankel in Dresden, von hier abgegangen. Die Messe hat uns aus dem religiösen Gebiete eine wahre Sülle gebracht. Herr Rabb. Stein sucht, uns zwar einigermaßen zn entschädigen, indem derselbe, wie er in seiner jüngsten Predigt von der Kanzel herab bekannt machte, während der Messe jeden Sabbat einen Vortrag halten wird. Mit dem Synagogen - Bau will es noch immer keinen Fortgang haben. Verschiedene Plane, die vom lobl. Vorstand bis jetzt ausgegangen, scheiterten gewöhnlich an dem Nrchtw o llen der Gemeinde. Selbst die kräftigen Worte des Hw. Stein vermochten bis jetzt nicht die, verschlossenen Taschen zu offnen. Wahr ist es, um uns der Worte des Hw. R.zu bedienen : daß Frankfurt des Geldes genug besitzt, um sich eine Synagoge zu .bauen, allein-das Bedürfniß einer solchen will nicht Jedem so einleuchtend werden. In der That känn es nur dem Hrn. Rabbiner und seinen eigentlichen Anhänger ernst um die Sache sein. Die Majorität des Vorlandes, obgleich dieselbe ihrem frühem Prrincip „njnv ^"untreu gewordensieht in Herrn Stein nur die Uebergqngs'brücke, um zu ihrem Systeme zu gelangen» DieKouftrvativen, die bei der Gemeinde-Verwaltung gar sucht repräsenürterscheinen, sind oder haben sich ans der Synagoge ganz verdrängt; nicht etwa der Einrichtungen und Veränderungen wegen , die Stein bis jetzt getroffen, nein es ist, wie sie behaupten, die eigenthümliche Stellung des Hrn. Rabbiner, dem Vorstände gegenüber, die ihnen zu, wenig Garantie für die Zukunft bietet. Wer sollte nun Geld geben? Trotzdem ist die Predigt des Hw. Rabbiner sehr zahlreich besucht, von der großen Anzahl der Fremden, die hier wohnen. Der lobl. Vorstand scheint nun aber ganz von seinem Vorhaben abgegangen zu sein. Denn eine Reparatur wurde in der Hauptsynagoge vorgennmmen, bei der aber, obgleich sie einige 1000 Gulden gekostet, nichts bezweckt wurde, als daß der Alme mar, der diesem alten Gebäude eine wahre Zierde war, medergeriffen wurde, ohne irgend einen bedeutenden Raum zu gewinnen. Doch ist bemerkt worden, daß seitdem mehr Fromme dem Gottesdienste beiwohnin; weil wie sie sagen: dem Hm. Stein einen passendem Platz neben dem ]Vr\ angewiesen wurde, und derselbe den Sessel des Hrn. Rabb. Trier wicht mehr occnpirt (was zur Zeit ein großes Aergemiß war). Es ist schade, daß diese nicht manchmal den Hrn. Stein predigen hören. Wären dieselben wM rDitf in der Synagoge gewesen, so würden sie gewiß von manchem Vowrtheile zurückgekommen sein. Herr Stein, den Verhandlungen der R.-V., in. denen mau oft darauf drang das Bewußtsein unsrer Zeit auszudrücken, noch eingedenk, bezog die ganze nDpj aus die Einrichtungen und Verändmmgen, die er in Bezug auf dem Kultus getroffen; wie die Psalmen, aus dem 42