Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 41 (8.10.1845)
- Date
- 1845-10-08
- Page
- Seite 321 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Sechster Berichte, Studien ««K Kritiken Das Abonnement auf ein Zahr ist 5 Lhlr. Man abonnirtbei allen löbl. Postämtern und allen solid.. Buchhandlungen auf ein Jahr. für Wische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Br. Julius Fürst« Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Ateraturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig.? 41. Leipzig, den 8. Oktober 1845. Inhalt. D eutschland. Breslau. Die Nongiasten. Wöllstein« Frankel's Antwort auf die Adresse. Pleschen. Frankel's Antwort auf die Adresse. — Freistaat Kr a ka u. Krakau. Die Sache der Reform. Extreme, und Vermittelung. Frauen-Untersiutzungsverein. — Oesterreich. Pra g. Äempelgesang und Komposition. Brody. Nekrolog des Dr.- Friedlauber. — Gedicht zu Nosch ha-SHana. — Der Pförtner. Von Ludwig Hub. — Beitrag zu den jüd. Zuständen in Berlin. — Personalchronik und Miscellen. —- — LB. d. Or. Deutschland. Breslnu, 27. Sptbr. Seit der zweiten Rabbiner-Versammlung, die man allgemein als das letzte Todeszucken einer Reformkrankl)eit ansieht, hat hier in unserer Gemeinde die gemäßigt orthodoxe Partei bedeutend an Stärke, Einsicht und Mäßigung zugenommen, und die Schaar der .Himmelsstürmer nimmt mit jedem Tage ab. Durch die Vorschuelligkeit einiger Parteiführer der R.-V., unter denen unsere Rougrasten am unerwartesten aufgespielt, wurden die Tendenzen dieser Versammlung zu früh aufgedeckt und ich horte die Mitglieder der Versammlung selbst über diese vorlauten Geister bitter klagen. Unter den Juden-Rongiasten wurde nun ein neues Mittel versucht , um diesen Todesengel der Rabbiner-Versammlung zu verscheuchen, aber der Versuch ist bis jetzt kläglich ausgefallen. —- Der Prediger oder, der zweite Rabbiner Geiger hat Vorlesungen über die Rabbiner - Versammlung zu Frankfurt angekündet, mit dem Bemerken, daß, wie es bei den Missionären gewöhnlich der Fall ist, Jeder befugt sein soll, zu opponiren. Das Weltwunder, sogar über Negationen Vorlesungen halten zu können, und die missionarische Weise, Controverse daran m knüpfen, lockten eine Schaar von neugierigen Bachmim und anderen Leuten hin; jedoch hat die Gemeinde diese Vorlesungen desavouirt. Der Missionär Hartmann soll jedoch in dieser Kunst eine größere Uebung haben. Denn als Einer der Neugierigen wirklich mir einer Frage opponirte, soll er die Antwort erhalten haben, daß der Vorleser auf Fragen und Einwendungen nicht vorbereitet sei, was ich ^aum denken kann. —Die hiesigen jüdischen Rongiasten oder Deutsch-Juden freuen sich, daß nun Breslau auch einen ungetansten und unbeschmttenen Juden hat, wie die Freistadt Frankfurt. Es ist ein großer Fortschritt, solche Juden zu haben; freilich kann auch ein unbeschniitener Jude in Frankfurt, wenn er unglücklicher Weise der siebenzehnte ist, nicht heirathen, und in'Breslau nicht einmal Nachtwächter werden; aber es LhuL nichts: der Jude wird verbrannt, d. h. es muß nachgeahmt werden. Wie ich höre, haben sich die höchsten Behörden misbilligend darüber geäußert, und man erwartet den Bescheid, daß das unbeschnittene Kind wenigstens getairst werden soll. Wollstein, 22. Sptbr. Auf die von hier an Herrn. Dr. Frankel in Dresden eingeschickte Adresse ist nachstehendes Antwortschreiben von demselben hier eingegangen: An den Wohllöbl. Vorstand der jüdischen Korporation und das Repräsentanten - Kollegium rc. zu Wöllstein. Ich habe hochzuverchrende Herren! um einen Ausruf des Dankes für Ihre mir güiigst zugesandte Adresse, und fast überschleicht mich ein beschämendes Gefühl, da ich weder eine derartige Anerkennung in Anspruch nehmen kann noch hoffen darf, ihr je ganz zu entsprechen. Doch ich erkenne Ihre Aeußerung für das was sie zur Förderung des Glaubens sein soll, eine Aufmunterung ' 41 : V