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Der Orient · 1845-10-01 · 40 (1.10.1845) · p. Spalte 625-626

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
40 (1.10.1845)
Date
1845-10-01
Page
Spalte 625-626 (sequence 1)
Language
German
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Frteraturblatt des Orients. Berichte, Studie« und Kritiken für Mische Geschichte und Meratur. M 40. Leipzig, den 1. Oktober 1845. Inhalt. Studien. Forschungen über die Aufschriften der Psalmen. Von H. PH. Ree in Aarhus. (Fortsetzung») — Kritiken. Kurze Anzeigen. Geiger's Lesebuch der Mischna, beurtheilt und verurtheilt von Dr. Gratz. Gutachten über Zulaßigkeit und Dringlichkeit der Reformen u. s. tv. beurtheilt vom Rabb. Pillitz in Szegedin. — Ankündigungen. Forschungen über die Ueberschriften der Psalmen ANd Erkärung des Wortes Sela und einiger poetischen Wertformen. Von Hartwig Philipp Ree, in Aarhus. (Fortsetzung.) Was die übrigen Wörter in den Ueberschriften betrifft, so sind diese vom Dichter für den Menazeach norirte Bemerkungen ganz einfach zu nehmen. Sie sind nichts weniger als schmeichelnde Titel der Gesänge oder Gebete. Es sind keine tief liegende Meinungen darin zu suchen, denn es ist nichts gekünsteltes in den Aufschriften; es sind Notizen, die das Zwischenspiel angehen; Forderungen, die der Dichter an den Vorsteher oder Vorspieler, hinsichtlich der Begleitung macht. Kurz, eine Art Musikzeichen, wie z. B. es zu lehren, Aehnliche Notizen sind all die übrigen Wörter, ausgenommen diejenigen, welche die Art des Liedes, d. h. dessen Eigenschaft angeben, und vielleicht auch nur in der Absicht erließ, daß der Menazeach seine Maaßregeln danach nehmen solle. Denn wie natürlich, muß ja die Begleitung oder das Zwischenspiel anders bei einem Siegeslied sein als bei einem Gebet. Diese Wörter, welche die Eigenschaft des Psalms anzeigen, sind folgende vier: Groß | n'PDn | nbnn | "W. ~ 1. Unter -pA wird ein Tempellied verstanden; ein Lied an Gott, was wir Hymne nennen. So hies es auch im Leben ni,T W, Pst 137, 4. — Soll ein diesen Inhalt nicht haben, so zeigt der Dichter mit dem nachfolgenden Beiworte das Nähere an, als W | fiVTT W re. — 2. Die Benennung n^nn bedeutet bekanntlich Lobgesang. Es kann aber nicht fehlen, daß die Musik zu diesen beiden Arten von religiösen Liedern je verschieden war. — 3) Verschieden muß die Begleitung wieder gewesen sein zwischen diesen beiden und einer rh&n, worunter wir dasselbe verstehen, was bei uns untere „Psalm" verstanden wird. So sagen wir, wenn wir Psalmen singen, wir verrichten unser Gebet. So war die Veranlassung zum Gebet bei Jona verschieden von der bei füri; beide wiederum verschieden von der bei Habakuk, und doch heißt es r^sn an allen drei Stellen, und endlich werden die Psalmen Davids auch Pst 72, 20 ge-, nannt. 4. Was das Wort oftDD änbelangt, so finden wir die Erklärung von Gesenius sehr paffend: „Es ist am wahrscheinlichsten" sagt er, „so viel als INDO (mit Verwechslung des I in £) Schrift, vorzugsweise Lied". So heißt das Danklied des Königs n^N Ies. 38, 9 INDO. Die Psalmen, welche Michtam m der Ueberschrift haben, scheinen private Danklieder zu sein, welche wohl in des Königs Palast, nicht aber im Tempel abzusingen verfaßt worden sind. Aus dem zehnten Vers des Pf. 16 ist fast zu verstehen, daß der Psalm nach einer Genesung von einer Krankheit — wie bei Chiskija — geschrieben ward: „Schmerzen übersielen mich O^DN inmitten aller Angenehmheiten, als mir das Schönste und Beste zu Theil ward rc. bis zu Ende. In den Aufschriften von Pf. 56. 57. 59 und im zweiten Vers oes Ps. 60 sind seine Privatverhältniffe deutlich angegeben, und im Ps. 58 hat er, auf eine Art privatim nie der geschrieben, was er den Richtern Vorbehalten hat oder Vorhalten wollte, welches offenbar nicht zum Absingen im Tempel bestimmt war *). Es heißt zwar in dem Danklied des Chiskija „und mit meinen *) ühtt Richter nach Ewald. 40

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