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Der Orient · 1845-10-01 · Heft 40 (1.10.1845) · p. Seite 313

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 40 (1.10.1845)
Date
1845-10-01
Page
Seite 313 (sequence 1)
Language
German
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Sechster WS Jahrgang, Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen löbll Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für Wische Geschichte und Literatur. Herausgxgeben von Nr. Julius Fürst» Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. 4«. Leipzig, den 1. Oktober 1843. Inhalt. Deutschland» Oberschlesien. Adresse an Frankel von den oberschlesi'schen Ra-bmen. Frankfurt a. M. Ehrenpokal ay Frankel. Dessen Austritt. Die R.-V. Krot o sch in. Synaaogenemweihung. Dr. Gebhardt. Hamburg. Die Festlichkeiten in Nodenberg. Die Bedeutung des konstitutionellen Lebens für die Juden. Stellung der Inden in Hessen. Hamburg» Das norwegische Judengesetzp Hamburg. Freimaurerthum und Judenthum^ Eine neue Loge. Stern's Mission. Die Wahl zu Hannover. Frankfurt a. M. Die Verhandlungen der R.-V. (Schluß.) — LB. d. Or. Deutschland. Kbevfchlesien, 17.. Sptbr. Ew. Wohlg. haben schon so mancher Adresse an Hrn. Dr. Frankel die 'Spalten Ihres sehr geschätzten Blattes geöffnet, daher hoffe ich , daß Sie auch dieser, hier in Abschrift beiliegenden (von mehreren Rabbinern Oberschtesiens) heute an Dr. Frankel abgegangenen Adresse einen Raum gönnen werden. Sämmtliche Unterzeichnete Rabbiner haben im Einverständniß und im Namen ihrer Gemeinden gezeichnet, mit Ausnahme der Herren Rabbiner zu Loßlan und Ratibor, welche verhindert waren, mit dem Vorstand ihrer Gemeinden Rücksprache zu nehmen, und konnten daher nur in ihren eigenen Namen unterzeichnen, was ich bei Ordnung der Unterschriften bemerklich zu machen suchte, und darauf reflektiren zu wollen ergebenst bitte. Hrn. Dr. Z. Frankel, Oberrabbiner zu Dresden. Hochwürdiger Herr l Der Kampf der Meinungen auf religiösem Gebiete, der gar oft den Bruder vom Bruder trennet, die Reform- Wuth, die Nichts unangetastet läßt, welche sich in unserer vielbcwegten Zeit, 'mehr oder weniger bei allen Konfessionen äußert, die Genußsucht, die"Ungebundenheit für Zeitgeist ausgiebt und jede gesetzliche Schranke gewaltsam niederreißen möchte, diese bösen Geister alle richten nun in unfern Tagen ihre verderblichen Waffen auch gegen das Judenthum, und leider sindgarManche, welche die Religion zu wahren berufen, mit ihnen im Bunde. Reform-Vereine von der einen, und Rabbiner-Versammlungen von der andern Seite bieten sich die Hand, das positive Judenthum in seinen Grundfesten zu erschüttern. Das Judenthum aber wird von Gefahr um so mehr bedroht, als es jedes äußern Schutzes entbehrend, jeder geistlichen Oberbehörde emangelnd, jedem Angriffe gleichsam wehrlos preisgegeben ist. Das Judenthum, als Religion der Thal, ein natürlicher Feind der Bequemlichkeit und Genußsucht, rmrß auch darum mehr als jede andere Konfession von diesen Gegnern angefeindet werden. Zudem geht manchen Vertretern des rabbinischen Judenthums die Kraft des Wortes ab, während gar viele Zungenhelden, die ihre Kenntnis; des Judenthrnns nur aus judenfeindlicher Quelle geschöpft, wiewohl alles rabbinischen Wissens baar, das Volk mit schönklingenden Phrasen zu blenden wissen. In dieser traurigen Lage, bei dieser düstern Aussicht, ist es für Jeden , der es mit seinem Gotte treu meint, eine höchst erfreuliche und trostreiche Erscheinung, wenn erleuchtete, beredte Männer von ebenso anerkannter Gelehrsamkeit, wie ungeheuchelter Frömmigkeit für das rabbinische Judenthum, für das mit Blut besiegelte Erbe unserer Väter, muthig in die Schranken treten. Zu diesen, leider nicht genug zahlreichen, hochgeachteten Männern zählt Israel vornämlich auch Sie, Hochwürdiger Herr mit Stolz. 40

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