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Der Orient · 1845-09-24 · Heft 39 (24.9.1845) · p. Seite 312

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 39 (24.9.1845)
Date
1845-09-24
Page
Seite 312 (sequence 15)
Language
German
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- 312 - . Indessen will ich Ihnen, geehrter Herr Kollege! noch 2 ' Wünsche aussprechen, an deren Erfüllung mir viel gelegen ist, und um deren Berücksichtigung ich Sie dringend ersuche. 1) Sie möchten Anträge, die in Zweifel setzen, ob die R.-V. zur Erhaltung oder zur - Zerstörung des Iudenthums konstituier sei, wie z. B. von Dr. Heß bei der erster R.-V. über die Beschneidung, von vornherein zurückzuweisen suchen. 2) Möchten' Sie sich in ihrem eigenen Namen noch an mehrere allgemeiner Achtung und Vertrauen sich erfreuender Herren Rabbiner mit besonderer Einladung wenden, denn deren Mitwirkung Lhut uns sehr Noth. Ich setze^ voraus, daß Sie sich jedenfalls schon an die HH. DD» Bodenheimer, Frankel , Mannheimer bereits gewendet haben, und erlaube mir, Sie noch auf die HH. DD. Adler Ln Kissi'ngen (Herausgeber der „Synagoge"), Aub in München, Wafferman in Mühringm aufmerksam zu machen. Sie selbst werden sich diese Liste noch vermehren. Im Falle die Namen der angemeldetten Rabb. nicht durch die Organe des Iudenthums bekannt gemacht werden, so ersuche ich Sie, mir dieselben bald privatim anzuzeigen, und bitte Sie um Genehmigung der Versicherung meiner amtsbrüderlichen Freundschaft und Begrüßung." Rabbiner Schott. So tonnte ich noch viele an Mitglieder und Nichtmitglieder der ersten N.-V., an Geistliche und Laien, und selbst an Behörden geschriebene Briefe mittheilen, die mein warmes Interesse für den bessern Zweck der R.-V. beweisen; allein der obige wird hierzu genügen. Ich hatte auch die Freude, daß Herr Rabb. Stein als Antwort auf diesen Brief mich durch Schreiben vom 19. Mai abermals bei der R.-V. zu erscheinen einlud, wobei er mir zugleich anzeigte, er habe indirekte Nachricht, daß auch Bodenheimer zur R.-V. kommen werde. Wenn aber dann sich ergab, daß die Mehrheit der zweiten R.-V. wieder gleich der Mehrheit der ersten dikutirte und abstimmte, wenn noch hinzukam, daß bei den Debatten Herr Stein mir, fast so oft ich sprach, das Wort bald wieder entzog, und selbst in der Sitzung am 18. Juli, in welcher bereits die beredte und gewichtige Stimme Frankens fehlte, und ich fast allein stand, mir beharrlich verweigerte, mich gehörig auszusprechen*), worauf die Annahme des Kommissionsantrags erfolgte; so blieb nur nichts anderes übrig, als auszutreten. Herr Dr. Philippson meint nun, ich sei nur Frankeln nachgetreten, und ich versichere ihm hierauf, daß ich mir dieses zur hohen Ehre rechnen würde. Frankens tiefe Wissenschaftlichkeit und biederer Charakter berechtigen ihn gleichmäßig, daß ihm recht viele Nachtreten«. Aber trägt denn eine Ver¬ *) Auch andere Mitglieder der R.-V. suchten mich mehreremal in meinen Reden zu hemmen, wie die HH. A. Adler, Dr. Geiger u. a, so daß ich ihnen einmal zurief, sie möchten doch an butt .VDn denken, und die Handhabung der Ordnung dem Präsidenten allein überlassen. Verlag von C. £. Fritz siche. sammlung, die. den Beschluß faßt, den sie selbst für. unausführbar hält, wie dies die . meisten Mitglieder im vorliegenden Falle erklärt haben, nicht die Symptome der Auflösung in sich? Indessen bin ich ja nicht allein wegen des Beschlusses über das Hebräische ausgetreten, sondern auch wegen der Art und Weise der Diskussion. Die Debatte einer R.-V. darf doch nicht verwechselt werden mit dem Plaidoyer der Advokaten, die allerdings gegenseitig bemüht sind, auf Ausschuß der Einrede des Gegners anzutragen, weil es ihnen nur um den Sieg, aber nicht um Recht und Wahrheit zu thun ist» In einer Versammlung von Geistlichen aber sollte man keine Einrede ausschließen, hier handelt es sich um die höchsten Güter des Menschen, und es muß vielmehr jeder Partei sehe daran gelegen sein, die ganze und volle Meinung des Gegners zu hören, denn hier soll es sich mehr um die Wahrheit als um den Sieg handeln. Wenn man daher 20 Redner auf eine und dieselbe Weise gegen das Hebr. sprechend, anhören konnte, so hatten die sehr wenigen Redner, welche dafür sprachen, gerechten Anspruch, wenigstens zweimal gehört zu werden, und wenn ihnen dies nicht gewährt wird, so müssen sie austreten, nicht weil sie in der Minderheit sind, sondern weil man sie nicht hören, und so ihrer Ansicht eine sichere Niederlage bereitet. Dies haben auch bereits achtbare Laien Ln und außer Frankfurt, die weder Parteinoch Dunkelmänner sind, anerkannt, undNabbiner, die weder zu den 116 noch zu derR.-V. gehören, haben wir ihre Anerkennung schriftlich ausgedrückt. Ich lebe daher auch der Hoffnung, daß die gemäßigte Ansicht, wie eine R.-V. heilsam wirken könne, sich endlich doch noch die Mehrheit gewinnen, und dieses Institut seiner hohen Bestimmung entsprechen werde. Leopold Schott, Rabbiner. Perfonalchronik und Miseellerr. Schweiz. Die geistlichen Vorsteher der beiden im Kanton Aargau bestehenden jüdischen Gemeinden haben sich dem bekannten Proteste der 77 und ihrer Nachtreter angeschlossen, Der „Schweizerbote",, ein in Aarau erscheinendes echt liberales Blatt, früher von dem trefflichen Heinrich Zschokke redigirt, bedauert zwar den mittelalterlichen Standpunkt jener Gemeinden in religiöser Beziehung, begehrt aber nichtsdestoweniger ihre bürgerliche Gleichstellung, indessen auch eine Staatsprüfung der Rabbiner. Gesuch. In meinem rran ddu (pi'Sl?) own idd HtfWl HD W2O IJ-PUDD fehlen die Blätter rfy tutb v\y rdagegen sind itnb fy mit den Wurzeln prtf bis doppelt da. Ich wünschte die mir fehlenden Blätter zu kaufen, oder gegen mcmc überflüssigen einzutauschen. Rabbiner Schott Ln Randegg. Druck von I. H. Nagel.

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