Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 38 (17.9.1845)
- Date
- 1845-09-17
- Page
- Spalte 605-606 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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605 Studien. Nachtrag zu Valerio's Biographie von Ink. die Religion, die ohne Kirche und ohne Dogmen und ohne Priester bestehet — weil sie keiner äußern Anlehnungspunkte bedarfes ist die Religion, die die Menschen mit Liebe umfassen lehrt, ohne nach ihrem Glaubensbekenntniß zu fragen; es ist die Religion, die für ihre Bekenner keine besondere Privilegien in Anspruch nimmt; es ist die Religion, deren Geist und Herzallein es gelingt, alles, was die Menschen entzweiet, was die Kinder Eines Vaters von einander trennt, auf's Innigste zu vereinigen und zu verbrüdern. Wer also ein echter, ein freier Maurer ist, wird gern die köstlichen Worte unterschreiben, die sich im 1. Bande der Latomia S. 82—84 befinden, und die an jeder Bauhütte zu lesen sein müßten: „Menschen will die Maurerei bilden, auserlesene Menschen, zu einer Normalmenschheit, und wie könnte sie diese jemals erzielen, wenn ihr Grundprincip nicht aus brüderliche Förderung aller wahren und rein-menschlichen Tendenzen gerichtet wäre? Wenn der Maurer seinen Schurz umlegt und die weißen Handschuh anzieht, wenn er auf dem Wege des Ernstes und der Bruderliebe die Hand in die des Mitstrebenden legt, wenn er bedeckten Hauples vor dem Würdenträger seines Ordens erscheint, aber voll Deinuth und Entsagung äußerlicher Herrlichkeit — dann tritt der innere Mensch zu Seinesgleichen und cs eröffnet sich in geselliger Hilfe und Liebe die Brust und in die Bruderkette schließt seine Hand der Christ und Jude und Muhamedaner; hier singt das gemeinschaftliche Bundeslied der Royalist und Republikaner — denn alle kirchlichen Formen und alle politischen Gewalten.sind erblichen, wo die heiligen Lichter leuchten; cs hat von sich gestreift Jeder seinen äußern Menschen, seine weltlichen Wünsche, Ansichten und Standesfragen, Jeder, dessen Füße den wichtigen Gang schritten,und der den Platz gefunden hat im Norden, Süden, Westen oder Osten. Alle Schlacken sollen vor den drei großen Lichtern vom Menschen abfallen, alle Verstellung soll jenseits der westlichen Pforte bleiben, kein Hochmut!) darf in der Brust wohnen, auf welcher die Kelle oder die Dekoration des Wundes prangt. — Dort gilt der Mensch, wie er innerlich ist und Bestand hat, u n d w e r si ch a L s würdig beweist, d e r i st b e r e chtigt, die Bruderhand zu fassen und sich von leitender Bruderhand in die Loge führen zu Lassen. — O du hohe, starke, freie und heitere Maurerei, du Tochter der reinen, unentweiheten Menschenbrust; niemals wirst du eine Vorschule für ein Anderes, niemals bahnst du den Weg in die Kirche! Du bist dir selbst Vorschule, Schule und Ziel zugleich« Du bist unübertroffen in deiner Tendenz und Gedankengröße, und wenn auch alles Gute und freie Sittliche dir gleichzustellen und als dein Eigenthum zu betrachten ist: so hast du doch kein Institut, keine Religion vor dir, für welche du arbeitest, und kein religiöses Gesetz darf deine Brüder fesseln in geselliger Einheit und Schließung der Bruderkette." Was den Inhalt des Buches betrifft, so besteht es aus: 606 1) Vorwort; 2) meine Ansichten von der Maurerei; 3) eine echt 'maurerische Neuigkeit; 4) was vergehet und was bestehet; 5) Epistel an den sehr ehrwürdigen M. v. St. der Loge Ferdinande Caroline, Br. C. E. Buek; 6) Christian der Achte, König und Maurer; 7) Friedrich der Große, König und Maurer; 8) des Freimaurers Dekalog; 9) warum bleibt den Frauen das Heiligthum der Maurerei verschlossen? 10) Johannes; 11) wie kann der Mensch auf lden Menschen heilsam wirken? 12) sind alle Logen im deutschen Vaterlande emancipirt? — In allen diesen Reden, die, weil nicht speciell jüdisch, hier nicht detaillirt worden können,'glanzt Salomon als großartiger Redner und geistreicher Schriftsteller. Kurze Notizen und Miseellen« Nachtrag. Aur Biographie Valerio's (vergl. die 36» Nummer des LB.) muß ich hinzufügen, daß Dalerio noch drei Schriften citirt, die er vor seinen gedruckten Kommentaren verfaßt hatte. Es sind die Wecke: jodh pDy, DUn '’S1) und riD^DD rp32). ~ Für Dialekte des Italienischen ist Bl. 16 b des Kommentars zu Ester interessant, wo er von den tyn.VDN — avogados — und den vp-flEYi — dottori di leya=legge — handelt. — Auch citirt er zwei Stellen aus Jehuda Ha-Lewi's Gedichten: pr} nil bi jun.rotpj; Dj?ü V't ’i^n mini ’m bn.in mtson 1D1N nw 102 5 ibid. 9 b nuy jn DJIN )W IIL’1 rva W? roN V231 V'i ’ibn min’ 'in brun fbon Ert>si Tit» i’Ntffrj irta1? b nn5ü ubi 'n dj;d *pr> ibid. 28 b. — S. 8 b erwähnt er die Herrschaft des Sultan Murat über die-Venezianer — \3N»D.Wn —*■ Im Kommentar zu Daniel wird 2 b, 3 a, 5 b, 62 a, 62 b und 69 b orientalischer Sitten zur Erläuterung der Schrift gedacht. — Daß Samuel Valerio einen gelehrten Schwiegervater hatte, der vor Vollendung des Kommentars zu Daniel gestorben, mag noch den reichen Schwiegervätern armer Gelehrten zu Liebe hervorgehoben werden. Ink« 1) *0 iS* D 3 n poy *"/DD3 DJ/DD OpD TOfD “DD pmn pn bSOL? nijniNDni p-)D'n bj nn wwnp DD " nrwn “in by rn mn — (Kommentarzu Ester,33b«) ->2iDD Hpn nmN D ODN 10 “1DDD nnno mjj nnn b&wn ünw np. ib. 34 b. Vergl. Kommentar zu Daniel 108 a, wo eine Polemik gegen Leon de Banolas über das Stillstehen der Sonne durch Josua. 2) ."M DK ’O JW1D WN 10 pDN' Qttfn rWH JS31N iQD rfrnnn -nwin snmNnsy idd pinn nrnnnnn nn rra. lb.