Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 38 (17.9.1845)
- Date
- 1845-09-17
- Page
- Spalte 593-594 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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MeraLnrblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für Mische Geschichte und Literatur. M 38. Leipzig, den 17. September L84S. Inhalt. Studien, Ueber den biblischen Wohnsitz der ersten Menschen. Von L. Skreinka in Arad. (Schluß.) — Literarische Analekten. Poetische Kleinigkeiten gesammelt von L. Dukes. Gedicht von Alcharisi. — Kurze Anzeigen. Jüdisch-italienische Literatur. Besprochen von Ink. Predigt; über die Echtheit des Pentateuchs. Von Oberrabb. M. Mortara. Salomon's Stimmen aus Osten. — Kurze Notizen und- Miscellen. Nachtrag zur Biographie S. Valerio's. Von Ink. — Ankündigungen. Ueber den biblischen Wohnsitz der erste» Menschen. Von Skrerrrka, dirigireydem Senior und Katecheten in Arad. (Schluß.) 3) Suchen wir nun auf der uns durch die beiden bekannten Flüsse angedeuteten Spur die beiden anderen nach den in der Bibel angegebenen Kennzeichen ausso ergiebt sich uns zuvörderst, daß der biblische Pischon der östlichste von allen vieren ist. Denn da der Euphrat nach dem Tigris als der letzte aufgezählt wird, so muß die Auszählung von Osten nach Westen gehen. Dieser östliche der sich vereinigenden vier Flüsse umfließt nach der Angabe der Bibel das Land (Heulah), welches neben sehr geschätztem Golde auch den Schoham-Stein und den B'dolach besaß. Was aber war der B'dolach? War es ein Edelstein: warum kommt er in der ganzen Bibel nirgends unter den Edelsteinen vor? War es nun ein Stein, warum heißt es: cnftn warum nicht M d&; Dri^ni? War er eine Perle, wie einige meinen, woher nahm sie ihren FLachsthum mitten im festen Land? War er ein Krystall, wie soll das Bild passen Man. 11, 7) jftpyj pS)? W',) 5J1D* dazu die Parallelstelte N) (Exod. 16, 31). Nehmen wir unseren umsichtigen Quellenforscher Heeren zur Hand. „Di? Gegend, sagt er, nordöstlich von Persien bis an die medische Grenze wird größtentheils von Gebirgeneingenommen, die aber in ihrer Mitte eine große Steppe einschließt 5 *)* In der Mitte dieser Ebene findet sich eknStrich von mehrerenMeilen, wo der Boden im Sommer, wenn das salzige Wasser, das ihn sonst bedeckt, eingetrocknet, ganz mit Salz bedeckt ,und blendend weiß ist°). Die Deutung Cementirsalz, mag den Freunden philologischer Konjektur überlassen bleiben; aber die Trefflichkeit dieses Bildes für das Lager des Mannas in der Wüste muß in die Augen fallen. Wohl laßt sich nicht mehr angeben, in welcher Eigenschaft diesem Artikel zu jener Zeit ein besonderer Werth und solche Berühmtheit beigelegt worden ist, daß er nach Westasien verführt und auch dort bekannt war; aber das ist auch mit manchem anderen der Fall, wovon ich nur des Silphiums gedenken will, das mit Gold ausgewogen wurde7). Die Gegend aber, welche in ihren gebirgigen Thnlen eben so das Gold und den Schoham-Stein liefern konnte, als in der Ebene den von uns als B'dolach angenommenen Artikel, kann um so eher als das biblische gelten, da sie das südliche Nachbarland von Susiana ist, dieses hieß in alten Zeiten Chusistan. Wie nun dieses von den biblischen Chus, dem Sohne Cham's, seinen Namen führte, so führte ihn auch das nächste Nachbarland von dessen gleichnamigem Sohne Hewila (Genes. 10, 7). Gerade diese Gegend wird in ihrem Nordosten, Norden und Westen von dem östlichen der nahmhaften Ströme umflossen, die ihr Gewässer mit denen des Euphrat und Tigris 5) Ideen. 1 Th> 1. Abth. II. 2. (i) Diodor. 11. p* 340, und Della Balle, der diese Gegend bereiste. 9. 209. 7) Archian 111, 28, Bodaeus ad Tlieophr. 6, 3, und doch wollen es Einige nur für das bei uns wohlbekannte, gar nicht kostbare Assa fötida halten. 38