Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 37 (10.9.1845)
- Date
- 1845-09-10
- Page
- Spalte 589-590 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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590 Studien. Abu'l?asia verräth sich. — Jesus und Muhawmed. 689 nfcor wn ■on n^°ü n^°d ien -m . :.;DT-.jniD’ boob Fppn mn pna wnrn rpp^n In den Worten: 1DN "m , {Aid idn , t6iü idn N'buo kSü nmß nach nnscrm Mskt. ein besonderes Gehcimniß liegen, erstens wegen der räthselhaftm Wiederholung der Worte, zweitens wegen der Zeichen über denselben, die unser Mskt. nur bei Ei g enn am e u und Abbreviaturen hat. Kennen wir den Verfasser des NJmiD ^jn, so ist es leicht hinter dies Eeheimuiß zu kommen. Die Stelle redet uou einem frommen Mann, den Gott Ln die Gewalt des Verleumders gibt, um das übrige Volk dadurch zu retten, wie ein Hirt ein gutes Lamm (nidn) dem Wolf überläßt, damit er die anderen Schafe in Sicherheit bringen kann. Dieser fromme Mann aber, das Lamm, das für das Volk leiden muß, ist kein anderer als Abül'asia selbst, oder der Ntfnp. Er nennt sich in der Erklärung seiner *>130 HN13J häufig: S ch a f Gottes. Als er nun die Worte nP.lD idn schreiben wollte, bemerkte er, daß er hier geschickt seinen Namen anbringen könne. Er schrieb daher die Worte auf eine Weise, daß sie dem Leser anffatten mußten. Der geheime Sinn derselben ist: 1?2N heißt: das Lamm von Tud ela (er und andere schreiben für Tudela N^ON^O), und kann auch mittelst seiner rmmNn Fjrvä gelesen werderr: Münder treue, oder freiere Abschreiber, sowie die Korrektoren der Editionen haben den räthselhasten Satz vereinfacht (sie haben blos tcb)i2 IDn), und ihm die Zeichen genommen, die sie für überflüssig hielten. Außerdem hat ft&mp von welchem es immer heißt, er sei NDty Nim Nirb^, den Zahlernverth von: mrr> n^cßr Dieser rnrn n^dn liegt dem Zahlenwerth und dem Sinn nach in ttarnp versteckt, roetcher ND^y Nim Nn^ttf ist. Auch haben die Aufangsbuchstabeu von: fl twi N'Dj; hx QN ^NiDcy (wie er sich in seinen Nim '»INO nennt) den Zahlenwerthvon N^np Nl^ll. Daß NODMD N^jn neben der Dreieinigkeit auch oft von den 10 Sefirot spricht-, das scheint mit der Lebensgeschichte Abu'stafia's zusammeuzuhängen. N'^“i muß ihlu nämlich in einem seiner Schreiben (n'^i hat, wie auö jener NO)^N zu ersehen, mehrere Schreiben gegen den Pseudomessias nach Italien geschickt) vorgeworfen habender wisse ja nicht einmal von dm 10 Sesirot etwas; Abu'l'afla vertheidigi sich nur; in seinem Brief an gegen diese Anschuldigung, sagt, er habe über das rrpsr /D, feie Duelle der 10 Sefirot, 12 Lehren gehört, habe sich damals viel mit den 10 Sesirot abgegeben re., und zeigt dann in bem Brief selbst, daß er eine gründliche Kenntniß darin besitze. Um jene Zeit (Anno 5049) schrieb er dann auch seinen Kommentar auf »TWVE),'- in welchem er zeigt, wie die 10 Sesirot mit seiner Dreieinigkeit Eins seien. Ans derselben Ursache verbindet er nun wahrscheinlich auch int' K'jn NJDMO (welches, wie aus den biographischen Notizen hervorgeht, geschrieben worden ist, als er jene Verfolgungen schon zu edulden hatte) die 10 Sefirot mit der Dreieinigkeit, um eben zn verstehen zu geben, daß diese beiden Vorstellungsartcn Eins seien, und dem Vorwurf zu entgehen, er wisse von den 10 Sefirot nichts. Zinn Schlüsse muß ich mm noch aus meinen ftühern Beweis (in ,,Wesen und Form des Pentateuchs") über das Alter der Sohar'schm Lehren zurückkommen. Ich konnte nämlich damals nicht begreifen, wie ein Jude des 13. Jahrhunderts, bei dem wechselseitigen Hasse der Juden und Christen, rein-christliche Lehrsätze auf das alte Testament Überträge!: sollte; und das veranlaßt mich zu glauben, die Sätze seien sehr alt, ja älter als Christmihum selbst, das dieselben aecipirt habe. Da ich aber jetzt ein solches juden - christliches Monstrum gesunden, und die aitbcrn Kabbalisten Nichts von diesen Sätzen haben, so hat sich die Sache geändert. Am meisten tritt Abn'^asia mit seinen christlichen Ideen in der Erklärung eines seiner HNirmiDD, Namens 13O, hervor. Hier erscheint er ganz als rationalistischer Christ, mrd behandelt die Geschichten und Lehren des N. T. auf eine Weise, welche an die Versuche deutscher Gelehrten erinnert. An andern Orten schimpft er dann wieder über Jesmn' und seine Anhänger. Unter Anderm sagt er einmal: , rfepm nznrn IW fl bwn ’ON iDriDt l^D , rmi fl iißn lOD. Sehr wahr l er kennt alle, benutzt alle, und misbraucht alle. Auch muß ich schließlich noch bemerken, daß ich früher gegen Zunz behauptet, im Sohar kämm wenig Buchstaben und Zahleuspiclereien vor. Und das bleibt immer noch wahr, trotz dem, daß Abn'l'asi'a der Verfasser ist. Es kann sich davon jeder selbst überzeugen, wenn er den Sohar mit solchen Schriften vergleicht, die sich mit jenen Spielereien abgeben. Die Sache verhält sich nämlich so. Abül'asia sieht rmiiN nur als das Mittel an, zur riNDJ zu kommen, Lehrsätze zu finden und zu beweisen. Im Sohar wird die Theorie der Lehrsätze vorausgesetzt, sie werden als schon erwiesen betrachtet und auf den Pentateuch angcweudet. Seine übrigen Schriften enthalten diese Theorie, beweisen die Sätze, und sind also gewissermaßen Kommentare des Sohar. Wohl liegen viele nrnüDM versteckt in demselben. Im sodmd N^jn hingegen, welches viel später geschrieben worden, und auch eine andere Form hat (es enthält Gespräche zwischen Mose und dem Ni^lp), tritt Abu'l'afia mehr irr seiner gewohnten Ma-