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Der Orient · 1845-07-23 · Heft 30 (23.7.1845) · p. Seite 240

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 30 (23.7.1845)
Date
1845-07-23
Page
Seite 240 (sequence 15)
Language
German
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240 — de mancipiis. Auch scheint mir, daß dasselbe in dem Werke „die Juden in Oesterreich" angemerkt ist, welches noch ganz neu ist, und das man doch lesen dürste. — Es wäre ferner zu wünschen, daß Herr Dr. W. späterhin die Quellen angebe, woraus er die Urkunden nimmt) denn seine Bemerkung in Bezug des jüdischen Doktors zu Wien, scheint einerseits ein anderes MrMtniß zu haben, anderseits war cs ja nach dem Studiengesetz der herzoglichen Brüder Rudolf IV., Albrecht und Leopold den Juden ebensowohl gestattet zu studiren als den Christen. S. Hormayr, Urkunde 60. * * *:•. Kultus. Am 27. Juni (?) hielt Herr.Dr. Adler in Gegenwart eines Ministers, des Landdrosten und eines Repräsentanten des Magistrats seine Abschiedspredigt in Hannover. Reformangelegenheit. . Am 22. Juni beschlossen etwa 120 Mitglieder der jüdischen Gemeinde zu Mainz eine Adresse an die Rabbinerversammlung, zu deren Anordnungen sie mehr Vertrauen zeigen als zu den Bestrebungen der Berliner Reformfreunde. Jeder steuerte 3 Gulden für dieR.-V. Literarh isior. Notiz. Im Jahre 1844 wurden in Polen 134 hebr. Bücher gedruckt. .. ' * * ’ * Synagogen bau. Die Rendsburger Synagoge wird binnen 2 Monaten vollendet sein; auch die Friedrichstädter schreitet im Baue rüstig fort, die Elmshorner ist noch am weitesten zurück. Die Riffe zu den beiden ersten lassen auf einen günstigen Eindruck hoffen. Wohlthätigkeitsanstalten. Die Moses Mendelssohn'sche Waisen-Erziehungs-Anstalt in Berlin, deren Kuratorium aus,9 Mitgliedern, meist Juden, besteht und welche von 7 Pflegerinnen, größtenth'eils angesehenen jüdischen Frauen, beaufsichtigt wird, hat kürzlich ihren Rechenschaftsbericht über das Jahr 1844 abgestattet. Achtzehn Kinder wurden fortwährend auf Kosten der Anstalt bei verschiedenen Pflegeältern, nicht in einem gemeinschaftlichen Hause, erzogen. An die Stelle eines von seinem Vormunde bei einem Meister in die Lehre gebrachten Knaben war ein Waisenmädchen getreten. Die Ausgabe betrug 2746 Lhlr. 15z. Sgr., wobei der Kassirer noch einen Vorschuß von 180 Lhlr. 25. Sgr., den er gemacht, zu Gute behielt. Ein im November 1845 vom Rentier Jean Joneth vermachtes Legat von 166 Lhlr. 20 Sgr. trägt erst von 1845 ab Zinsen.' — Das Kapitalvermögen der Anstalt beträgt 54,410 Lhlr. Die periodischen Beiträge fließen immer sparsamer. Nachträgliche Demerkttttg. In der ("Recension der Holdheimischen Schrift „das Religiöse und Politische" (L. Bl. Nr. 2) haben wir gesagt, daß man selbst mit Gefahr des eigenen Lebens den Nebenmenschen aus der Gefahr retten müsse und dazu die Mischna Sanhedrm 73 a allegirt, wodurch allenfalls geglaubt werden könnte, daß wir das auf den zur Rettung Herbeieilenden, während solches nach dem Talmud sich auf den Verfolger beziehen muß, gegen.welche Misdeutung wir uns ausdrücklich verwahren zu müssen glauben. Wir sagten aber „mit Gefahr des Lebens," weil es unmöglich die Meinung der Mischna sein kann, sobald sie es einmal zur Pflicht gemacht, den Nebenmenschen aus Lebensgefahr zu retten, daß man zuvor genau abwägen solle, ob die Rettung ohne eigene Gefahr zu bewerkstelligen sei, so wie es auch nicht die Absicht des göttlichen Verbots sein kann, welches heißt: Stehe nicht ruhig dabei, wenn deinem Nebenmenschen Gefahr droht (Levit19)— welches die Barajta (I c.) dahin ausdehnt, zur Rettung des Nebenmenschen herbeizueilen, wenn er in Gefahr steht zu ertrinken, von einem wilden Lhiere zerrissen, oder von Räubern angefallen zu werden, — daß man, wo wie in den erwähnten Fällen, schleunige Hülfe so nothwendrg ist, erst zuvor wolbedächtig überlegen sollte, ob ja dem eigenen Selbst nicht die kleinste Gefahr drohe. Ausdrücklich sagt daher auch der L. Jerusch. (angef. von Hag. Maimuni bei I. Karo. Ch. M. §. 426) NQO pDDD wozu I. Karo bemerkt: ' pQv wm wn rbm •oöd DjjDnw rKiJn. ’) Wir müssen die Nachsicht der Leser ansprechen, wenn wir den Schluß erst später liefern, wozu wir von äußern Berhältnissen gedrängt sind. * ' * * BriefkasteN. 1) Hrn. Leop. Schick in Preßburg: Ihren Aufsatz kann ich nicht aufnehmen; der Orient ist kein Nothnagel und keine Rumpelkammer; er nimmt keine Aufsätze auf, die für andere Blätter bestimmt waren. 2) Hrn. E—n in F—a: Ihr Koneept kann ich Ihnen -nicht remittiren, da nach dem Drucke das Kone, immer vernichtet wird. Ich muß voraussetzen, daß Jeder, dem daran liegt, gewiß von seinem Manuskripte sich eine Abschrift macht. 3) Hrn. Dr. Lewy in Breslau ersuche ich ergebenst, mir Fortsetzung und Schluß seines trefflichen Aufsatzes über Onkelos gef. zukommen zu lassen. 4) Hrn. Rabbiner D—sch in B.: Ihre Mittheilungen werden mir stets, auch unmittelbar, angenehm sein. Unbefangene, ernste Darstellung gegenwärtiger Zustände, logische Disposition in wissenschaftlichen Gegenständen, wenn der Stoff literaturgeschichtlich, ist mir sehr willkommen. , Verlag von C. L. Fritzsche. Druck von I. H. Nagel.

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