Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 30 (23.7.1845)
- Date
- 1845-07-23
- Page
- Seite 234 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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234 eüMtetel). >Ur hob.bei KerWGntwMung/ierMag^:, Ob es notwendig sei, OMMKe.t'in .HMrMiher-^raHe zu verrichten, unter andern verneinenden Gründen hervor', daß das.Hebräische..in den Schulen, wegen Mangel; an Zeit, nicht gelehrt Werden Wune,; wurde j nun dasHebr. nicht mehr gelehrt, dann könne auch nicht in derselben gebetet werden. Mau verlöre durch die allgemeine Unkenntniß des Hebräischen höchstens die sonstigen schönenDTO fügte er witzig hinzu. — 'Unter den Argumenten , die eine allgemeine Liturgie nothwcndig machen, wird auch angeführt, daß die verschiedenen^ Synagogen -Ordnungen, von denen man sagen könne 'fnbx rn die Einheit Israels zerstöre. — Unter den Misständen der Synagoge.wird hervorgehoben, das Talit-Anlegen bei nr>r^,' wo zuweilen ein zur Tora Aufgcrnftner dem Ändern, den Kalit hhuvegreißt, ferner der unanständige.Vortrag... deS Vorbeters und das Schütteln, (was eben der Referent sich selbst so ungewohnt zu haben scheint, daß er das .wahre Bild des so Gerügten recht vor Augen zu stellen scheint). — Die Frage, ,,ob und wie weit es uothwendig sei, der Lehre vom Messias in den Gebeten Erwähnung zu thun", wurde, was hier wichtig wäre, nicht principiell, sondern nur durch das aufgestellte Schema der Gebete, auf sein diplomatische Weise beantwortet.— 'Das Schema ist wie folgt : i)m hd (in der Mehrheit) •psn vt> ■‘jro und nDn^ In der;hebr. Sp. 'n m -M2. - In deutscher SpracheN2.18 -und M r Jn>der hebr. Spr. ML7 miD und y)m• Odr Ml bleibt wog. 2'LN wird umgewandelt in ein deutsches GlaubensbekennLniß» Schema sü-.r rrwy naiDKf. Die drei ersten und letzten Segen spräche hebräisth, die Mittlern ln deutscher Sprache, mit folgerlden Abän- 5 derungen: -statt der. 10 ein Gebet fürs -Vaterland; statt: Nr. 11 ein desgl. für die Obrigkeit. Nr. 12 umge-! formt nach dem Gebet "pnD jn p3l, mit Weglassung ' der Werte pW) ‘flllöltf.. 13 und 14 Gebet um Erlösung im rein prophetischen Geiste. Nr. 15 beibehalten mit Modifieirung des M. Abendgebet — Ps. 135. und pl^ hebr., in den 18 Segenspr. für! *) Der schlechte Voxtrag des Referenten machte.es uns unmöglich, einige Beispiele seiner.Kritik der Gebete mit Sicherheit hervorzuheben; wirschen sehnlichstper Veröffentlichung dieser wissenschaftlichen Arbeit entgegen, in der zwar wenig auf jüdische Quellen, aber denn doch auf eine Stelle Ln einem der Kir ch e nv ä ter Rücksicht genommen wurde. idie imittleren i&pn Am Sabbat ivmde das Wincha-Gebet Mlsgehoken. Meber die Vorlesung aus dem Pentateuch konnte die Kommission zu keinem gemeinschaftlichen Beschluß kommen, die Meinungen divergir- -ten, ob für die Vorlesung lin einem Hangern oder kürzere Cyklus von vier Jahren stattfindcil sollte. — Zu einem ästhetischen Schofarblasen schlägt der Referent vor, die Tekiot sollten mit Posaunen oder Orgelbegleitung geblasen werden, -Holdheim will solche der häuslichen Andacht übermachen, eben so herrschte eirle . Meinungsverschiedenheit über die Zulassung der 'i in kcx Synagoge , H old h ei m will sie ebenfalls der Privat- Ändacht überweisen; S alomon will solche blos. für den Chasan Lci.behalten wissen, jedoch „ohne zu schütteln"; der 'Referent will auch Landesfrüchte beigefügt haben *). Der Lommisflonsbericht erregte im Ganzen einen al lgemeinen Unwillen, und die Kommissionsmitglieder desavouiricn das Referat in derTotallität derDarstellllng, und erklärten auf desfallsige Interpellation Seitens des Referenten und anderer Mitglieder, warum sie nicht immer ihre dissentirende Meinung ausgesprochen und dem Bericht beigefügt hätten, daß ihre Aufgabe nur gewesen sei, die 6 bei der vorjährigen Sitzung gestellten Fragen zu beantworten, was auch geschehen sei, alles Uebrige sei eine Privatarb eil vom Referenten. Dr. Philippson machte aufmerksam, daß auch bei der Beantwortung der sechs Fragen der Kommissionsbericht nicht genüge, was mit Recht in Betreff der Messiasfrage gesagt werden konnte. — Die Diskussion über die V orfr a g e n, ob der ganze Bericht oder nur in'so weit er die sechs Fragen betrifft, zur Berathung kommen , und ferner ob er gedruckt iverden Holle, wurde auf feie morgende Sitzung verschoben. Frankfurt a. M., 15. Juli. MitgroßemVergrlügen zeigen wir an, daß wir nach einer Unterredung mit zwei Mitgliedern der Berliner Deputation an dre Rabbinerversaurmlung, insbesondere mitHrn. Dr. Stern, bestimmt versichern Wunen, daß der Berliner Reformverein lediglich die Absicht hat, von der Rabbinerversammlnng eine allgemeine Anerkennung seines Stre-!bens und des diesem zu Grunde liegenden Princips zu erwirken , ohne irgend auf Einzelnheiten einzngehen und mit dem unerschütterlichen Vorsatz, falls dre Rabbiner- Versammlung sich den dem Reforrnverem -zu.-Grund liegenden Principien anzuschließm -sich nicht veranlaßt-sehen sollte, dennoch in Verfolgung der uxsprünglich uusge- Für deutsche Gebete will der Referent nur eine Auswahl aus den Pijutim, die allgemein humanen Inhalts, und aus den Psalmen zulassen,, und erwähnte, daß besonders spanischen Dichter, nach dem neuesten Werk des Hrn. Dr. Sachs, eine gute Auswahl'bieten würden, Holdheim will alle vorhandenen Lieder zulassen.