Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 29 (16.7.1845)
- Date
- 1845-07-16
- Page
- Spalte 451-452 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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iöjl Studien. Äelajot. — daß ihre Vorrichtungen auf unfern gemüthlichen, moralischen und geistigen Zustand durchaus nicht von unmittelbarer Influenz sind. Ganz anders verhält es sich mit den Blut gesäß e n, m?t den Schlag- und Blutadern (.4i tvriae et Venac) die unmittelbar aus dem Herzen entspringen, mit demselben in intimsten Nexus stehen, den BLuLumlauf bedingen, und den kräftigsten Einfluß auf Temperament, Gemiirh- und Denkweise ausüben. Da nun die Grundbedeutung von wie Gesenius u. Fürst richtig bemerken, immerhin Ge faß ^2 ist, dürste man nicht, fragen wir, unter ft)^2 besser das G e faß sy st ein, ^entsprechend dem Lateinischen 8yst«ma vasomni, vasa san~ guifera, worunter die Arterien und Venen, die ihren Ursprung aus den Kammern des Herzens nehmen und ihrer G e fäßform halber auch Gefäße va8a. genannt werden, begriffen sind, verstehen? Durch das Gefäßsystem wird unmittelbar der K reislauf des Blutes unterhalten, dessen rascherer und langsamerer Gang auf unser Temperament, auf unsere Gemüths- und Handlungsweise, aus unfern moralischen und sittlichen Charakter von unermeßlichen Folgen ist. , In diesem Sinne dürfte auch die Bibelstelle: nirpi nbl mfrj;'}m p“Sf D3t£> niwa Der Ewige, der gerechte Richter, der das Herz und dessen Gefäße prüft -— letzteres als Repräsentant des Blutumlaufes und dessen mächtige Influenz in unserm Treiben und Wirken — übersetzt werden, wodurch wir auch meines. Erachtens dem Sinne des Satzes eine mehr zusagende und würdigere Haltung verschaffen. Wir glauben auch ferner, da das B l u t g e fcl ß sy st e m «— — sein er anatomischen Lage wegen, in engster Beziehung zum 5p erzen steht, daß auch das Wörtchen 2^ füglich weggelaffen, und durch das Wörtchen pst^2 vertreten werden kann. So kann die Stelle Pst 10, 5 immerhin ungezwungener durch: Mein Herz sch machte t, als meine Nieren schmachten übertragen werden. Eben so kann die Stelle: vnpb>2 \5nD'1 psdt (Pst 16, 7) recht gut: Es mahnet mich mein 5perz in nächtlichen Stunden übersetzt werden, wodurch der Vers im vollkommstm Einklänge mit dem nachfolgenden NV22 'H.lJp mrp 'HW stehet; hingegen wird durch die Übersetzung: Es mahnen mich meine Nieren, nur der physische Schmerz, angedeutet, was gewiß hier nicht im Sinne des Psalmistcn. liegt. Die .Stelle - nP3' ran 122' , ÜIDD1? lV’j?2'p'l PfttT* (Job. 16, 13.) dürfte auch natürlicher durch Er durchbohrt mein Herz schonungslos, als: Er .durbohrt meine Nieren übertragen werden, da gewöhnlich der feindliche Gegner sich das Herz zur Zielscheibe rnÖD^ setzt, selten aber nach den Nieren zielt.— Da aber in den Nieren, wie bereits erwähnt, mehre häutige Röhren und Behälter sich vorflnden, die eine Gesa ßsorm haben, und wegen ihrer auffallenden Ähnlichkeit mit B e ch e r n und Wecken, auch mit Nierenbe ch e t und Niere n b e ck e n bezeichnet werden, so,kommt auch den Nieren - Atta-Gibbor-Gebet. 452 per exeeUentiam die Benennung zu, welches der Etymologie des'Wortes zufolge nicht anders als.ein g e f ä ß- ,ar tige$ Organ bedeutet. Merkwürdig genug ist es immer-n hin, daß .wo die Schrift unter PY62 die Nieren bezeichnet ' wissen will, sie zur näheren Erörterung meistens das Wörtchen Fett, welches dieses Gefäßorgan vorzüglichst besitzt, bei dem Blutgefäßsystem aber weniger anzutreffen ist, fügt, wie folgende Bibelstellcn: 2^!7 npbn ‘>rw HNV jnty WN Lev cap. in, v. 5); nm Dy (Deuter, cap. 32, 14); D'H? fll^2 2^TO (Jesaja cap. 34, 6) genügend darthun. Es möge wahrscheinlichst das Wörtchen N'^^2 zu den hebrmschen OD721 gehören, zu den synonymen Wörtern, die eine primäre und sekundäre Bedeutung zulasten, wie und welche tropisch Anfang und Ende bezeichnen. Die G ru n db e d e u t u n g von Pi^2 bleibt immer nur Gefäßorgan, worunter wir nur das Herz, aus welchem die großen Gefäße entspringen, verstehen können. Die Bezeichnung der Nieren durch rYP^ aber ist die Nebenbedeutung, ob der g c f ä ß a r t i g e n Organe, die in den Nieren sich vorsinden. — Schließlich erlauben wir uns noch zu bemerken, daß auch die grammatische Form für unsere Ansicht spricht; denn so wie von dem Wörtchen pv Hand der Pluralis generis masculiiu, oder vielmehr der vuaUs den wirklichen Gegenstand vervielfacht andeutet; der Plural generis feminini pIT nur künstliche Hände, handfoftmige Gegenstände, Gegenstände die mit Händen Aehnlichkeit haben, bezeichnet, wie auch die Bibelstelle nnwNTTfcnp1? nrp VW (Exodus 26, 17) deutlich zeigt; so dürfte auch von 1^2 Gefäß l2>p2 den wirklichen ^GegenstandP^p2 aber g e f ä ß a r t i g e Gegenstände, die mit Gefäßen Ähnlichkeit .haben, bezeichnen. — * ■* ' II BemerVirngen über das Gebet ->12ff nn n in der Schemorra-Esre. ' Das in der kleberschrift bezeichnte Gebet führt in der Mischna und im Talmud verschiedene Benennungen. Während in der Mischna Rosch ha-Schana 34 a dasselbe mit der Benennung PPO.1 vorkommt, erscheint es in der Mischna Berachot 33 a und in der Mischna Ta'anit la und bei den Amoraim (Berachot 29 a) mit dem Namen und der Benennung 2V2M Was ist wohl die wahre Bedeutung des Ausdruckes NN12.1, und welche von beiden Btnennungen der Mischna ist wohl die ursprünglichste und richtigste?'U>n^diese Fragen zu lösen, wollen wir unsere Ansicht über die ursprüngliche Entstellung und die Analyse dieses Gebets aussprechen, wodurch daffelbe in einem ganz neuen, Lichte erscheint. Ich. bin der Meinung, daß dieses Gebet vor dem Beginne einer Schlacht und wahrscheinlich auch nach derselben gebetet wurde und der . Gedanke von. Auferstehung'der Toben nur zur Belebung