Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 26 (25.6.1845)
- Date
- 1845-06-25
- Page
- Seite 201 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Sechster Jahrgang. Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Lhlr. Man. abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für Mische Geschichte und Literatur. Herausgegeben' von Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich dasL'iteraturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. Br. Julius Fürst» SG» Leipzig, den 25. Juni 1H4Ä» Inhalt. Bekanntmachung. Anträge für die nächste Rabbiner-Versammlung. — Deutschland» Hamburg. Uebersicht über die letzten Tagesbegebenheiten. Leipzig» Inhalt von drei Hefte des HJnivers lsraclite. A us Wü rtemberg.^ Verhandlungen über die Judenfrage. — Oesterreich. Prag. Die Predigerstelle. Fischel. Reformen. Dr. Wessely. Beantwortung "einer Frage im „Sabbathblatte^. — Polen und Rußland. Warschau. Der Tracht - Mas und seine Folgen. — Die ersten Regungen einer deutsch - jüdischen Kirche. Fortsetzung der Aktenstücke. — Personalchronik und Miscellen. Vermischtes. — LV. d. Or. , Pekanntmachung. Gemäß §§♦ 8. 9. der Statuten für die Rabbiner-Versammlungen „Entgegennahme und Veröffentlichung der Anträge" betreffend, sieht der unterfertigte Ausschuß sich verpflichtet, den hochgeschätzten Herren Kollegen, welche die nächsten R.V. dahier beiwohnen werden *), folgende Anträge öffentlich bekannt zu machen. Erster Antrag» Eine Gemeinde stellt bei der nächsten RV. folgende religiöse Anfrage: Wir haben in unserm Orte ein jüd. Frauenbad, durch EK3&U *>£ gebildet, welches besonders im Sommer, bei lange mangelndem Regen, sehr schlecht bestellt ist, indem darin oft Wasser gebraucht werden muß , welches 2 Mo- ,, nate lang gestanden. In Folge dessen entziehen sich'stets mehr und mehr Frauen der betr. religiösen Obliegenheit ganz» Nun befindet sich aber in unserm Wohnorte, am Ufer eines großen Stromes, ein wohleingerichtetes, öffentliches B a d e h a u s) , worin das Flußwaffer bis jetzt vermittelst einer Pumpe, bald aber durch ein mechanisches Druckwerk, in einen Behälter und einen Kessel, und aus beiden durch Schläuche in die Badewannen geleitet wird. Wir fragen nun: *) Bis jetzt haben neun undzwanzig Rabbiner und Prediger zur Lheilnahme an der bevorstehenden Zusammenkunft sich angemeldet. A. d. Eins. „Können die Bäder in diesem Badehäuse nicht als genügend für isr. Frauen erklärt werden, um bttvä) ifyven(&ebvaud) der rel. Vorschrift zu entsprechen? und sollte es nicht möglich sein, hier eine Erleichterung eintreten zu lassen beiein e x rabbinischen Erschwerung ( d ’ D jnnN^), um die Übertretung eines mit m D verpönten Verbotes zu verhüten? Zweiter Antrag. In einer Synagoge soll demnächst eine Emporlehne neuangebaut werden, und die Gemeinde-Vorsteher wünschen dabei auf die Placirung einer Orgel Rücksicht zu nehmen. Es wird darum die Anfrage gestellt: „Ist es erlaubt, an Sabbat- und Festtagen die Gesänge in der Synagoge mit der Orgel begleiten zu lassen? und darf an jenen Latz e n dieses Instrument, in Ermangelung eines nichti sraelit.Or ganisten, beim öffentlichen Gottesdienste, wo jpm NDty wegsällt, auch von einem'Juden ges p i e l t w e r d e n? Dritter Auftrag. Eine junge verheirathete Israelitin ist von ihrem Manne, nachdem sie ihm zwei noch am Leben befindliche Kinder geboren, böswillig verlassen worden. Derselbe hat vorher das gemeinsame Vermögen größtenteils verschwendet und setzt sein hartes Benehmen der Art fort, daß er nur gegen eine, 26 '