Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 22 (28.5.1845)
- Date
- 1845-05-28
- Page
- Seite 169 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Sechster tien Jahrgang. Berichte, Studie« und Kritiken Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirtbei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. J^© 22» Leipzig, den 28. Mai 184&» Inhalt. D e u t schlan d. Aus Baiern. Die Rabbiner-Versammlung. Alte und neue Rabbiner. Hannover. Dr. Cohen. Leipzig. Anerkennung der jüd. Literatur. Mainz. Auswanderungen. Die Juden in Hessen. Reforrnbestrebüngen. — Oesterreich. Prag. Rapaport. Dr. Meisel. Dr. Wessely. Tarnopol. Maßigkeitsvereine und maaßlose Schmähungen. Wien. Vertheidigung. Aus Galizien. Zur Gesetzgebung. Umgehung der- Gesetze. Erzherzog Ferdinand. — Die ersten Regungen einer deutsch-jüdischen Kirche. Fortsetzung der Aktenstücke. — Personalchronik und Miscellen. Preußen. Unterfranken und Aschaffenburg. — LB. d. Or. Deutschland. Aus Baiern, im Mar. Ueber das Gesuch der alten Rabbinen, die Theitnahme an der Rabbinerversammlung zrr untersagen, wurde von dem Ministerium das Gutachten der Kreisregierungen abgefordert, welches jedenfalls sehr verschieden ausfallen wird. — In dem Rabbinate Wölbhausen im Kreise Mittelftanken wird wahrscheinlich demnächst eine neue Wahl stattß'nden, da der gewählte Kandidat , nachdem die Bestechung vieler Wähler nachgewiesen wurde, die gewünschte Bestätigung nicht erhielt. — Irr Fürth haben die Gegner Löwi's neuerdings um die Aufstellung eines zweiten Rabbiners nachgesucht, welcher Bitte aber schwerlich willfahren wird, da die Bittsteller in großer Minorität sind und auch gar keine begründeten Beschwerden gegen Löwi vorliegen. — Unter den baierischm Rabbinen, welche die Verdammungsbill gegen die Nabbinerversammlung unterzeichnet, findet sich auch nicht ein Rabbiner, der wissenschaftliche Bildung besitzt. Obwohl auch die sämmtlichen wissenschaftlich gebildeten Rabbinen Baierns ihre Mi§- billigung gegen die Verhandlungen jener Versammlung nicht verbergen, so sind sie doch weit entfernt, der starren Stabilität zu huldigen. Es ist vielmehr der Wunsch dieser Rabbineu eine Reform, welche die ftommeu Hoffnungen der Gläubigen nicht zerstört, zu verwirklichen.— b. Hannover, 20. Mai. Der Tod des jungen Dr. jur, Moritz (Scfycn, eines tüchtigen Rechtsgelehrten und bekannten Kämpfers für die Emancipation der Inden, hat hier eine tiefe und schmerzliche Sensation erregt. Ohne Zweifel wird bald ein ausführlicher Nekrolog es auch in weitern Kreisen offenbaren, wie sehr wir Ursache haben, einen solchen Verlust zu beklagen. Leipzig, 20. Mai. Der Herausgeber des ,,Mescharet Mosche" hat vom hiesigen Stadtrathe, für die Widmung seiner Schrift, folgendes Dankschreiben erhalten: ,,Sr. Wohlgeboren - , Hrn. Dr. pliil. I. Goldenthal. Ew. Wohlgeboren haben uns die von Ihnen bearbeitete hebräische Schrift „Mescharet Mosche" oder „Diener Mosis" unter Ueberreichung eines Exemplars derselben dedicirt. Wir fühlen uns Ihnen sehr dankbar dafür verpflichtet, werden das uns überreichte Exemplar in der hiesigen Rathsbibliothek anfstetten und wünschen Ihren Studien fortan einen recht glücklichen Erfolg. Mit vollkommener Hochachtung unterzeichnet Leipzig, den 9. Mai 1845. Der Rath der Stadt Leipzig. Dr. Groß. Berger." Mainz, 16. Mai. Vorige Woche schifften sich hier 200 bairische Juden ein, um in Nordamerika ein neues Vaterland zu suchen. Dieselben entwarfen hier ein sehr, düsteres Bild von der Lage der Juden in Baiern, cs bleibt da nichts Anderes übrig, als zu leiden oder auszuwandern. Einer dieser Auswanderndcn, den der 22