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Der Orient · 1845-05-14 · 20 (14.5.1845) · p. Spalte 305-306

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
20 (14.5.1845)
Date
1845-05-14
Page
Spalte 305-306 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken für Mische Geschichte «n- Literatur. M 20. Leipzig, den 14. Mai 1845. Inhalt. Studie n. Analekten. 3. Der Kescher-Tesillin. 4. Gott schauen. '6. Kol-Nidre. 6. Hillel und Bias. 7. Frauen- -bäder. 8. Freiwerberei-Gebühren.Von Rabb. Dr. S. Mayer in Hechingen. — Die Frankfurter Gutachtensammlung über die Beschneidung, beurtheill vom Rabbiner S. Süßkind. (Schluß.) — Kurze Notizen und Miscellen. Zwei Ortsnamen. Der Name Botril. Von Ink. — Kritiken: Kurze Anzeigen. Derech Emuna von Rabb. Kafka. Predigt von Dr. I. L. Auerbach. Mescharet Mosche, besprochen von Ink. — Ankündigungen. Arralekten. (Fortsetzung.) 3. Der Kescher Tefillin» Im Talmud kommen nicht selten philosophische Bilder vor, deren metaphysische Ideen wahrhaft überraschen. So z. V. Berachot 7 a und Menachot 35 b zu Mos. II, 33, 23: nmb rl'd'pn nton&‘ id^d ntdH ran *y^p. Es ist diese Stelle sogar in dem Liede: EpyJN in Anwendung gebracht worden: .mon pbsn 'wp. rcpy njA ti ruicn Die Erklärung wird verschieden gegeben, je nach dem Standpunkte der Ergeten. Könnte man in diesem Ausdrucke nicht eine idealphilosophische Ansicht erblicken? Moses schaute Gott unmittelbar im Rücken d.h. durch Erfahrungs-Erkenntniß ä posteriori aber nicht im Angesichte ä priori (ÖD), durch Vernunft-Erkenntniß. Die aposteriorische Erkenntniß geschieht durch die Vergleichung der realen und idealen Naturseiten, welche parallel laufen. Es mag daher der Kescher nebst den zwei zur Rechten und zur Linken ausgehenden -Riemen auf die Eme Ursubstanz nebst den zwei Attributen der realen und idealen Ausdehnung hindeuten. Diese Idee der Verbindung des Idealen und Realen ist, nach nVi zu n"N4 Kap. 6. §> 1 (^m -nin-ynn i:n *wp), den Talmudisten nicht unbekannt. 4. Gott schauen. Die Stelle Mos. II, 33, 20: in? own tob wird gewöhnlich in dem Sinne übersetzt, daß, wer Gott schaue, nicht am Leben bleibe, so daß der Tod eine Folge des Gottschauens sei. Vergl. Mos. II, 19, 21. Richter 13, 22. Diese Uebersetzung scheint'mir nicht richtig zu sein, denn nach dem ganzen Zusammenhänge handelt es sich um das Princlp, daß die höchste Idee durch Natur-Erkenntniß postulirt werden müsse, da der Mensch keine reine Vernunft-Erkenntniß haben könne, so lange er ein Individuum mit subjektiven Anschauungsbegriffen fei. Demnach sollte wohl übersetzt werden : denn nicht schaut mich der Mensch, da (d. h. so lange) er lebt. Die Partikel ) hat auch die Bedeutung von da, wie Mos. I, 15, 2. 18, 13. 5. Kol-Nidve. Sagen oder Nicht-Sagen, das ist die Frage. Es giebt jedoch einen Mittelweg, welchen ich schon bei meiner Beurtheilung der von thörichten Widersprüchen wimmelnden Schrift über die Unmöglichkeit der Emancipation der Juden im christlichen Staate von Dr. Frankel in Elberfeld vorgeschlagen habe, daß man nämlich die Ausdrücke des Schwures weglassen solle, nach dem Grundsätze: p -njDfl ]ü pmn )h fiDnn. Daher ließ ich am Vorabende des Versohnungstages zwar rftf bD sagen, aber es durften die Wörter: tob NjnjJDltfl , toty2r\Wtol) , nijinnyi vom Vorsänger nicht gesagt werden. — 6. Hillel und Bias. Hillel's Gnome: bioN 'ON Dtt (Sukka 53 a) erscheint als sehr auffallend, da diese selbstgefällige Aeußerung mit dem bescheidenen Charakter des frommenWeisen nicht übereinstimmt. Raschi nimmt daher seine Zuflucht zur kabbalistischen Deutung, daß nämlich unter der Name Gottes zu verstehen sei. Nach dem jerusal. Talmud bezieht sich vjn auf Israels Ich glaube jedoch, daß Hillel, der immer arm blieb, sagen wollte, daß in seiner Persönlichkeit sein ganzes Vermögen enthalten sei: bin ich da, so ist (mein) 20

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