Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 18 (30.4.1845)
- Date
- 1845-04-30
- Page
- Seite 144 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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144 und dieser seine Offenbarung im Pentateuch niedergelegt habe. V. Wir glauben an eine ununterbrochene Vervollkommnung der Vernunft, die sich auch dessen bewußt ist. Negatives Glaube ns bekenn Ln iß. J. Wir verwerfen den Glauben an einen persönlichen Messias und an die einstige Selbstständigkeit des jüdischen Volkes und Alles, was in Gebräuchen und Gebeten damit zusammenhängt. U. Wir verwerfen alle Gesetze, die nur in Palästina und dessen Umgebung eine Bedeutung haben.. I1L. Wir erkennen nicht un bedingt an, was die Rabbiner. zur Befestigung des Iudenthums emgeführt, sondern berücksichtigen unsere Zeit, sowie jene die ihrige vor Augen hatten. . Der Herr verleihe Euch seinen Segen und erleuchte Euch, auf daß Ihr das zur Verherrlichung seines Namens unternommene Werk vollenden könnet. Prüfet meine Worte und theilt mir Eure Meinung in diesem Blatte mit. Ein Mitglied der nächsten Rabbiner-Versammlung in Frankfurt a. M. Personalchronik und Miseellen. Wer m ischt e s. Herr Adolf Z i m m e rn, Vorsteher der israelitischen Gemeinde zu Heidelberg , hat an den Berichterstatter für die Majorität der Kommission der badischen zweiten Kammer Ln der Emancipationssache, den Abgeordneten Fauth, der sich so gehässig über die Juden aussprach, ein im Mannh. Morgenblatte abgedrucktes Schreiben gerichtet (welchem der „Orient" gewiß gleichfalls seine Spalten öffnen wird), in welchem er seinen Gegner kräftig und würdevoll zurechtweist. — Der. Kulturverein in Berlin hat am 30. März eine Sitzung gehalten, in welcher über die Stiftung einer neuen jüdischen Reform berathen wurde. — Dr. S. Stern hat seine achte Vorlesung in der zweiten Märzwoche ausgesetzt. — Die Petition des Magistrats und der Stadtverordneten zu Königsberg in Preußen um Iudenemancipation wird in den Sächsischen Vaterlandsblättern Nr. 38 vom 8. März mitgetheilt. BerlL n. Dr. Cassel soll, wie diese Blätter bereits berichteten, zu Ostern das Rabbinat in Oppeln antreten. Die Muße dieses fleißigen Gelehrten wird der Wissenschaft Früchte tragen. — Dr. I. Kämpf soll zum Rabbiner in Hildesheim gewählt werden. Literatur. (Broschüren, Aufsätze, größere Werke und einzelne Artikel). 1) Siebenundsiebzig Rabbiner, größtentheils Verlag von C. L. Fritzsche. in .Ungarn, Süd- und Westdeutschland lebend, haben eine Erklärung (1^ Bogen in 4) gegen die religiöse , zumal rituelle Bahn erlassen, welche die Braunschwekger Rabbinerversammlung im Jahre 1844 eingcschlagen hat, stimmen , jedoch mir der Auseinandersetzung der politischen Rechte und Pflichten der Juden, wie sie dort stattgefunden, völlig überein. 4) DieA. A. Zeit. vom 13. März enthält ein Inserat: Ueber die Baulichkeiten der türkischen Israeliten zu Wien zu religiösen und Schulzwecken, in welchem die Herren Prediger Mannheimer, Rabbiner Horowitz, Precio Isaak Elias und dessen Vater wegen ihrer Bemühungen für das allgemeine Wohl der Wiener Israeliten gerühmt werden. 3) Die heutigen Syrier. (Aus dem Englischen). Stuttgart und Tübingen bei Cotta 184b. — 4) Dr. S. Stern: Ueber die Stellung des Iudenthums und der Juden im Preuß. Staate. Vorlesung, gehalten am 15. März 1845. Berlin, Buchhandl. des berliner Lesekabinets. 1845 8 gGr. — 5) Liamzae lspahanensis Annalium libri X ed. Gottwaldt. Tom. I, (textus arab.) 8. Petropoli 1844 (Leipz., Voß 2£ Rthlr.) — In der Beilage zu Nro. 12 des Itzehoer Wochenblattes (20. Marz 1845) steht ein Aufsatz: Iudenemancipation (von einem Christen, der die Stellung der Juden zum Staate und zum Volke unterscheidet, sich der allgemeinen Wehrpflicht annimmt, die innere Reform des Iudenthums wünscht und auf das, nunmehr auch in Israeliten des 19 Jahrhunderts angezeigte Buch des Hrn. Dr. Rde in Hamburg, auf das er mehrmals zurückkommen will, sich bezieht, auch außerdem auf die der Attg. Zeitung des Iudenthums entlehnten Blicke auf die großen Zeitsragen vom Standpunkte des Iudenthums" (Nro 1) mit einigen einleuchtenden Worten. — 7) Dr. Marx über die Judensrage (früher schon in den deutsch-französischen Jahrbüchern von Rüge und Marx. Straßburg und Zürich 1844) und: Die heilige Familie oder Kritik der kritischen Kritik. Gegen B. Bauer und Konsorten, von Friedrich Engels und Karl Marx: (22 Bogen. 1 Rthlr.) Frkf. a. M., Literaturanstalt. 1845. — 8) Mannheimer Abendzeitung (März 1845) Polemik gegen den Fauthschen Commissionsbericht von Dr. Ladenburg und dem Rabbiner Wagner in Mannheim. E. K o n st a n t i n o p e! zählt jetzt 30,000, nicht wie oft angegeben, 60—80,000 Juden. .Frankfurt. Im „Israelit des 19.Jahrhundert" wird (S. 4.14) in einem Aufsatz über die Autorität des Talmuds erwähnt, daß „schon Aben-Efta die Bibelstelle 2 Mos. 13, 9 mit Sprüche Salomonis 3, 3 vergleicht und sie figürlich verstanden wissen will", was aber mit zu den Sonderbarkeiten dieses Blattes gehört; indem I. E. gerade diese Ansicht a. a. O. zurückweist. Druck von I. H. NageL