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Der Orient · 1845-04-30 · Heft 18 (30.4.1845) · p. Seite 137

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 18 (30.4.1845)
Date
1845-04-30
Page
Seite 137 (sequence 1)
Language
German
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Sechster Jahrgang. Berichte, Studien und Kritiken für Das Abonnement, auf ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. Mische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. JL8* Leipzig, den 30. April 184&» Inhal t. 25 e u t'fcMa n l>. H a m b nrq. Die Verhandlungen der preußischen Landtage ül>er, die Emancipatiorr der Juden. Stettin. Offenes Sendschreiben -an den Missionar Hart mann. Vom Neckar. Der Lese-Verein in Heilbronn. Berlin, literarische und politische Notizen über Preußen. — Oesterreich. Wien. Nekrolog des Freiherrn Simon von Lamel. — Die ersten Regungen einer deutsch-jüdischen Kirche. Fortsetzung der Aktenstücke Glaubensbekenntniß.— Personalchronik und Miscellen. Vermischtes. Berlin. Literatur. Konsiantinvpel. Frankst a. M. — LB. d. Or.! Deutschland. ' Hamburg, 11. April. Auch diesmal ist es wici derurn Preußen, worauf wir unser Hauptaugennwrk zu richten haben. Obwohl nunmehr alle Landtage beendigt sein werden, wissen wir doch erst von vier derselben, welche Behandlung die Emaneipationsfrage bei ihnen erfahren hat. Die pommerschen Stände zu Stettin, die I (ost)preußischen zu Danzig, die schlesischen zu Breslau fmit» die rheinprenßischen zu Koblenz haben sich rrach den j gedruckten Verhandluirgen in einer im Ganzen beftiedi- 5 genden Weise über unsere Angelegenheit ausgesprochen.! Zwar erlangte die Petition für Wiederherstellung der j! kirchlichen und Schulanodnuugen nach dem Edikte vorn 11. März 1812 in Stettin nur eine Majorität von j 12 Stimmen (28 gegen 16), so daß zu der Zweidrit-! telmehrheit, die zur Einreichung einer Denkschrift an den! König erforderlich ist, noch 2 Stimmen fehlten; zwar giltgcn die zu Danzig und zu Breslau versammelten Stände rricht weiter, als daß sie die Erneilerurrg jenes Edikts mit einigen Erweiterungcr: beantragten; aber das Votum des rheiupreußischeu Landtages machte dieses! rricht ganz genügende Resultat wieder gut. Da wir \ mm schon früher der Stettiner Debatte gedacht haben, j so wenden wir urrs zrnrächst zur Danziger. Zahlreiche j Petitionen für die völlige Emaneipation tagen vor. j Indessen ward diese mit 57 gegen 30 Stimmen (in 3 der 38. Sitzung) verworfen. Dagegen beschlossen die Stärrde, Folgendes zu beantragen : Ausdehnung des Gesetzes vom 11. März 1812 ans alle Juden der prcuß. Monarchie mit Ausnahme der in den rvestlichen Provinzen ansässiger!, die schon größere Rechte besitzen und dieselben auch ferner behalten sollen; Zulassung zu akademischen Lehr- und Schulämtern; Verkündigung der Bestimnrungeu in Betreff des §. 8 jenes Edikts wegen Zulassung der Inder: zu öffentlichen Bedierrungen und in Betreff des §. 39 desselben Edikts wegen des kirchlichen Znstarrdes und der Verbesserung des Unterrichts der Juden. Auch sollen von mm an die kirchlichen und Schulanstalten der Juden, deren Gemeinden bisher blos als erlaubte Privatgesellschaften betrachtet wurden, unter Aufsicht urrd Schutz des Staates gestellt werden. Endlich seien die Inden rücksichtlich der Glaubwürdigkeit in allen Kriminalsachen und der Vcrpstichtllng zürn Eidschwur den Christerr gteichzustellen. — Die Ertheilung ständischer -Rechte an die Inden fand bei der: privilegirter: Gesetzgebern keinen Anklang. Die Frage über die gemischter: Ehen kan: nicht zur Entscheidung, obwohl ihre Zulässigkeit nach den: Landrechte anerkannt wurde. — Ir: Breslau war die Petition des Obervorsteher-Kollegiums der Breslauer Gemeinde urn völlige Ernancipation an: 19. März an der Tagesordnung. In: Ausschüsse hatten sich 9 Stimmen dafür, 2 dagegen erklärt. Die Versammlung selbst beantragte nur 57 gegen 25 Stimmen die Wiederherstellung des Edikts von: 11. März 1812. — Gerade 33 Jahre ur:d ein Tag nach den: Datnn: dieses Edikts, nämlich am 12. März 1845, vereinigte man sich im Ständesaalc zu Coblenz darüber, 18

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