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Der Orient · 1845-04-23 · 17 (23.4.1845) · p. Spalte 257-258

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
17 (23.4.1845)
Date
1845-04-23
Page
Spalte 257-258 (sequence 1)
Language
German
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Literaturblalt -es Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. JVi Iffi« Leipzig, den 23. April _1845» Inh a lt. Kritiken. Kurze Anzeigen. Auszug aus dem hebr. Geberbuch. Von Dr. Levy. predigt von Dr. Schwabacher. Zusätze zu Dr.Kämpf's Tachkemoni, von Dr. M. Letteris. Lorat Ha-Kenaüt. Angezeigt von K—m. — Studien. Literarische Analekten. Ueber Beschneidungslisten. Von Dr. Bergson. — Die Frankfurter Gutachtensaurmlung über die Beschneibung, beurtheilt vom Rabbiner S. Süßkrnd. (Fortsetzung.) — Beiträge zu Fürst's Concordanz, von S. Iadesohn, Dr. Werner und Rabb. Stein. — Literarische Ankündigungen. Kurze Anzeigen. 15) Auszug aus dem hebräischen Gebetbuche. Ein Hilfsbuch für den ersten Unterricht im Hebräischen, mit einem Wortregister. Breslau, 1845. 8. Leukart. Noch hat das Princip der deutsch-jüdischen Kirche, alles Hebräische als Orientalismuö aus unserem Gotceshause zu, exiliren, nicht Platz gewonnen, und die Gebete sind eben so noch ganz hebräisch, als es gewiß ist, daß das aufwachsende Geschlecht es bis Dato noch nicht versteht. Der Jugend die Gebetsprache verständlich zu machen ist räthlich und ein Bedürfniß, und ob es nach der Hamilton-Iacotot'schen Methode oder auf grammatikalischem Wege geschehen soll, das bleibt die Aufgabe der jüdischen Pädagogen, und der Verfasser, Dr. Levy in Breslau, entschied sich für erstere und in diesem Sinne ist das Hilfsbüchlein abgefaßt. So weit wäre Alles in Ordnung. Aber sehr tadeln muß man, daß Hr. L. das Hebräische in den mir latein- Lettern umschriebenen Gebeten in der korrupten polnischen Aussprache vorführt, die nicht nur unrichtig, sondern noch dazu geeignet ist, das Hebräische zum Gegenstände des Spottes zu machen«. 16) „Fremd bin ich bei Euch und heimisch, gebt mir Besitz, meinen. Lobten zu begraben". Predigt am Sabbat TDW m im neuen Israelit. Tempel in Hamburg, von Dr. Schwa bacher. Znm Besten der Armen. Hamburg, B. S. Berendsohn. 8. 1845. Wir begegnen hier einem neuen geistlichen Redner in Israel und reichen ihm die Hand, ohne es mit dem Sonderbaren (Original möchten wir's nicht nennen) im Vorwort und im Vortrage selbst sehr genau zu nehmen, weil es uns immer lieber ist, wenn der angehende Homilet seinen eigenen Weg emschlägt, als wenn er dem ersten besten ähnelt oder zum Predigen nachahmt, oder ihn gar bestiehlt, dem Diebstahl eine etwas veränderte Gestalt giebt und für sein Eigenthum zu Markte bringt. — Also wie der Hörer findet auch der Leser hier eine Predigt, die nicht nach dem üblichen Leisten gearbeitet ist, und trotz, dessen recht gute Gedanken enthält. Das Exordium spricht (als solches freilich etwas zu weitläufig) von der zwiefachen Auffassung der Bibel und wie ganz anders das Herz als der Geist bei diesem Geschäfte verfährt, und nun wird die Schriftstelle Gen. 23, 2—3 „mit diesem Doppellichte beleuchtet". Es sei Israel unter den Völkern der Erde „fremd", ein sei aber doch nun nach den überstandenen Prüfungen, vorzüglich nachdem es seine 'Mission großentheils erfüllt, heimisch zu werden werth und würdig, wollte nun endlich ein werden; würde, müßte es auch werden, wenn beiderseits, von Seiten der Christen und Juden, „das Todte", das „Abgestorbene" zu Grabe getragen würde. — Aus den einzelnen Theilen dieser Predigt (heilen wir dem Leser folgende Gedanken mit, um von der Ansicht und der Diktion des Vers, einen Begriff zu bekommen: „Freund soll (sollte) Israel sein, damit seine höhere Mission nicht getrübt werde; denn gar leicht betäuben irdische Verhältnisse die höheren und bewältigen sie. Fremd soll Israel sein und kosten die Leiden der Fremden, die Leiden des äußeren Lebens, auf daß sein inneres erstarke, und sein Glaube; denn wie das junge Bäumchen um so tiefer seine Wurzeln in die Erde gräbt und seine Fasern, je heftiger der Sturm von außen tobt, also gestaltet sich das innere Leben stärker und freier, je härter der Druck von außen — fremd nach außer, ist es desto heimischer in sich; leidend gegen die Außenwelt,-wendet es seine l Kraft nach innen, und entwickelt stark und mächtig den 17

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