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Der Orient · 1845-03-26 · 13 (26.3.1845) · p. Spalte 205-206

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
13 (26.3.1845)
Date
1845-03-26
Page
Spalte 205-206 (sequence 7)
Language
German
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205 206 Studien. Kurze Notizen und Miscellen. Sollte nun auch das Wort stehen im wahrem Sinne genommen werden, so würden die Herren Gelehrten unserer Zeit ebenfalls der- Meinung sein müssen, daß die Erde oder der Mond gänzlich stille stehe. — Ich beweise vielmehr aus welcher den genannten talmudist. Satz mit folgenden Worten erkläret: „lym tVW 'LN nonntp NM nnix wm , wxi by nonn hnh 'Di.ptßf 'Dl ■ Jpp*"D DD^ilD", also ausdrücklich sagt I^IVNN^ n2^HD, daß die Sonne gehet und nicht stille stehet. — Der Talmud nimmt sehr oft das Wort *jDy auf, und zeigt gewöhnlich nur ein Weilen damit an, nie aber ein gänzliches stille stehen, z. B.: . . . . "IDÜ by djnd rmjj ms> "pD rmy„ u. dgl. m. —- Selbst in der Bibel finden wir so den Ausdruck so heißt es: ,,-iy npDn jo rwn by dyn 'Düyv y)yn das Volk stand bei Moses vom Morgen bis Abend", das Volk wird gewiß nicht ohne sich zu bewegen stille gestanden haben. — Es ist also erwiesen, daß der Talmud nicht der Meinung ist, daß die Sonne ganz bewegungslos stille stehe, sondern ein Weilen anzeigen will, welches den Begriff eines allmäligen Fortrückens innerhalb derGrenzen eines gewissen Stadiums nicht ausschließt. — Ferner heißt es daselbst unter Beichte: „Auch die Juden haben eine Beichte. Sie brauchen dazu eine bestimmte allgemeine Beichtsormel Ai C h e t h3 welche sie nur am Versöhnungstage an den drei Tageszeiten und am Vorabend desselben abbeten. Fällt derVersöhnungstag auf einen Sabbat, so wird die Beichte nur am Vorabend des Bustags abgebetet und vor Ausgang desselben in dem Schlußgebet (Nila) eingeschaltet. . Wahrscheinlich ist hier eine Verwechslung mit dem Gebet MDX entstanden, denn' die Beichtformel Ai C heth wird, wenn auch der Wersöhnungstag am Sabbat trifft, so wohl an den drei Tageszeiten als am Vorabend desselben -abgebetet, noch nie wurde Ai Cheth zu Nila eingeschaltet» — H. Hirschfeld. Ich erlaube mir Ihnen einige Bemerkungen über Ihre 4. Anm. im Aufsatze des H. Neu da LB. Nr. 9, mitzutheilen. Mit der Formel Dl* nx 'Dl' HD*», hat das Sanhedrin die Zeugen nicht gerichtet, sondern befragt, die Zeugen durften nämlich, das, was sie von dem von ihnen angeklagten Gotteslästerer hörten, nicht nachsprechcn, und mußten sich also dieser Formel bedienen, als Antwort auf den von dem Sanhedrin an sie gestellte Frage: „was und wie habtJhr gehört?" — das gefällte Urtheil kommt in der Mischna erst sodann vor» Ich nehme auch die Erklärung des Obadja von Bertinoro Mischna 5 „MnjW MX . . 'Dl' HX- 'Dl' »ID' NI DD' MOD, nicht in dem gewöhnlich ausgefaßten Sinne, als ob er die darauf folgende Erklärung das Gematrja nämlich, von einem andern gehört hätte, was natürlich, wie schon D1D Dl' niDDin bemerkt, ganz sonderbar scheint, daß der so gelehrte mMDDDD y"“), W'tte übersehen sollen, da schon Raschi dieselbe Erklärung in der Mischna giebt, sondern glaube Brtn. läßt hier den Zeugen sprechen, der nämlich aus die Frage „Was habt Ihr gehört?" antwortet „nx 'Dl' HD' TiVDl^ MN , 'Dl'" dann folgt die Erklärung, die schon Raschi giebt, warum diese Formel gewählt wurde. — R. Literarhistorische Notizen ans I. Aboab'S „Nomologia"*). Von 31. Ink. I. Maimrrni's medieinische Schriften. Zu St einschneid er's Artikel über M's. medieinische Schriften (vergl. den Literatur-Bericht in der v. N.) gehört folgende Notiz: Es sind vorhanden seine (M's) „medieinische Aphorismen", die ich ins Lateinische übersetzt gesehen habe; und ich habe von ausgezeichneten Aerzten, und besonders von dem sehr gelehrten Hieronymus M e r c u r i a l gehört, daß jene denen des Hippokrates nichts nachgeben. Auch finden sich im Lateischen die „Briefe über die Erhaltung der Gesundheit", die er an den Chalifen zu Babylon schrieb. Seine Logik findet sich in's Lateinische von Münster übertragen: auch vermuthe ich, daß das Buch betitelt „Garten der Gesundheit", das von Kräutern, Thieren, Vögeln, Fischen, Steinen und Fossilien handelt, sein Werk sei; sowohl wegen der Anrufung (Gottes), die er, nach der Weise der arabischen Schriftsteller, an die Spitze seines Werkes gestellt, als auch wegen der vielen daselbst angeführten Stellen aus der heiligen Schrift (Hallanse 8U8 Aphoiismos Medicinales, que yo he visto traducidos eil Latin; y he oido ä Medicos excelentes, y en particnlar al doctissimo Hieronimo Mercurial, que no ceden ä los de Hipocrates. Taunbien se hailaa en Latin las Epistolas de Sani täte tuenda, que escririö al Chalipha de Babilonia. Su Logica se halla traducida en Latin por elMunstero; tambien presumo, que el libro intitulado Hör tu s sanitatis, que contiene la materia de Herbis, d e A in i n a 1 i b u s , d e A vi- 1) US, de Piscibus, de Lapidibus, et in terrae venis nasc entibus, sea obra suya; por la invoca-, cion que haze en el principio, al modo de los Autores *) Noniologia o discursos legales Compuestos por el virtuoso Haharn Rabi Imanuei Aboab de buena memoria. Estampados a costa, y despeza de sus herederos, en el ano de la creacion 5389. 4. — Historische Auszüge habe ich im Jahrg. 1844. des S.-Bl. gegeben. Ueber I. Aboab und sein Werk wird Dr. Goldenthal's „Zion" einen ausführlichen Artikel bringen.

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