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Der Orient · 1845-02-26 · 9 (26.2.1845) · p. Spalte 129-130

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
9 (26.2.1845)
Date
1845-02-26
Page
Spalte 129-130 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken ■■■"' "; für , 'V;:,' Mische Geschichte und Literatur. JV§ O* Leipzig, den 26. Februar Inhalt. Studien. Namen der Talmudisten. Von'S. Ne u da. Nebst Anmerkungen der Redaktion. — Kritik e n. Kritische Anmerkungen zu den Protokollen der ersten Rabbinerversammlung. (Schluß.) — Übersetzung poetischer Stücke. Von M. P a ppenheim in Breslau. — Kurze Notizen und Miscellen. Einzelne Forschungen Scradja betreffend. Von Dr. Fürst. — Die Frankfurter Gutachtensammlung über die Beschneidung, beurtheilt vom Rabbiner S. Süßkind. Fortsetzung.) — Literarische Ankündigungen.. Mauren der Talmndisten. Jede Literatur giebt uns von den Schicksalen und Erlebnissen ihres Volkes ein deutliches Bild, und solches läßt sich auch in der jüdischen nicht verkennen. Die mittelalterlichen Vorurtheile, welche die jüdischen Wissenschaften aus dem Bereiche der Literatur verbannt, sind nun größtentheils gewichen; die jüdische Literatur ist hervorgetreten aus ihrem Dunkel und kämpft um das Recht der Ebenbürtigkeit. Manche Wakkere zählt sie unter ihren Vertheidigern, und Manche haben durch ihren Geist sich vorzügliche Verdienste um dieselbe erworben. Doch noch immer zählt sie zu wenige Verehrer, und die Schuld davon trägt nicht sowohl ihr großer Umfang als vielmehr die Verworrenheit und Zerstreutheit, die in so vielen Zweigen derselben herrscht. Die Mühe und die Anstrengung, mit der man sich, um über einen ein-igm Gegenstand Licht zu bekommen, aus den verschiedenartigsten Werken Raches erholen muß, hat wohl schon Viele vom Studium der jüdischen Literatur zurückgeschreckt. Dieser Uebelstand hat bereits in Vielen den Wunsch erregt, es möge ein Werk verfaßt werden, worin durch die vereinten Bemühungen der jüdischen Gelehrten, eine möglichst vollständige wohlgeordnete Sammlung der Realien niedergelegt werde, und der Man zu einer Realencyklopädie des Judenthums, der vor einem halben Jahre erschienen ist, hat daher allgemeinen Beifall gefunden. Mit welchen Schwierigkeiten auch ein solches Werk verbunden sei, welche ungebahnte Wege auch zu ebnen sein mögen, die Un tern chm er desselb en, die HH. Cassel und S t e inschneider, welche durch bisherige Leistungen vortheilhast bekannt sind, verbürgen wohl das Gelingen desselben. Unter die Vorstudien, die zum Behufe dieser Arbeit unternommen werden müssen, gehören auch die talmudischen Namen, deren Ursprung und Bedeutung zu kennen, abgesehen vom sprachlichen Interesse, schon deswegen von Wichtigkeit sind, um in manchen zweifelhaften Fällen über die Identität oder Nicht-Identität der Talmudisien entscheiden zu können. Wenn aber Namenerklärungen überhaupt in jeder Sprache schwierig sind, weil sie, dem gesellschaftlichen Leben angehörend, mannigfachen Korruptionen unterworfen sind: so haben die talmudischen Namen noch ihre besondern Schwierigkeiten, da die verschiedenen Sprachen, die in dem Vaterland der Talmudisten herrschten, nothwendig auf die Namen derselben influiren mußten. Da wurden sie denn vielfach verändert, aramaisi'rt und gräcisirt, so daß ein und derselbe Name uns oft in so verschiedener Gestalt entgegentritt, daß man sie, ohne die Mittelglieder zu kennen, unmöglich für eines und desselben Stammes halten könnte. Dieselben Korruptionen fanden auch bei den aus dem Griechischen und Lateinischen entlehnten Namen statt. Aehnliche Schwierigkeiten bieten sich dar, wenn wir auf die Bedeutung eingehen wollen; so z. B. um nur eins zu berühren, giebt es gewiß nicht wenige Namen, die ursprünglich die Vaterstadt der Talmudisten bedeuteten; doch die alte Geographie und Topographie jener Länder ist noch zu unvollständig bearbeitet, als daß sie hinlängliche Hilfsmittel darbieten könnte; obwohl wir Hoffnung haben,, daß der nächstens erscheinende Index der im Talmud vorkommenden Namen von Hrn. Porges einem Theile dieses Bedürfnisses abhelsen wird. Die kurzen -Umrisse deuten so ziemlich die Hindernisse an, die einer vollkommenen richtigen Erklärung der talmudischen Namen entgegentreten. Zwar hat Zunz in seiner Monographie „die Namen der Juden" bereits einige werthvolle Vorarbeiten geliefert, doch da er die talmudischen Namen nur als den geringern Theil des Ganzen behandelte, so bleibt 9

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