Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 9 (26.2.1845)
- Date
- 1845-02-26
- Page
- Seite 65 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Sechster Jahrgang. ♦ Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement auf ein Zahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr» für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Nr. Julius Für ft» Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. O* Leipzig, den 26. Februar 184Ä, Inhalt. Deutschland. Emden. Segenreiches Wirken des Landrabbiners Dr. Hirsch. Hamburg. Zur Emancipationsgeschichte und Personalien. Aus Württemberg. Die Lesevereine für Israeliten in Würtemberg. Frankfurt a. M. Zwei Berichtigungen. Auszug aus dem officiellen Wahlprotokoll des Londoner Rabbinats. Leipzig. Ein Leichenzug. Eintracht zwischen Juden und Christen. Hannover. Ofsicielle Entlassung des Landrabbiners Dr. Adler. Meklenburg-Schwerin. Bericht über Kultus- und Schulverhältnisse. — Das Gesetz über die Eide der Juden im Herzogthum Braunschweig. Von Dr. Ph. Ehrenberg. (Fortsetzung.) — LB. d. Or. Deutschland. Emden, 1. Jan. (Verspätet.) Wir haben bis jetzt so manche Gelegenheit, die uns zur öffentlichen Lobeserhebung unseres Seelsorgers, des Landrabbiners Hirsch, hätte anregen sollen, vorübergehen lassen, ohne ein Wort in dieser Beziehung zu rcfcriren. Die Motive zu solchen Zurückhaltungen lassen sich theils dadurch rechtfertigen, daß wir der Bescheidenheit unseres Landrabbiners gerne das ehrbare Opfer des sittsamen Schweigens und der stillen Anerkennung brachten, da wir seinen Charakterzügel: längst die Ueberzeugnng abgcwonnen haben, daß er sich ungern öffentlich preisen Hort; theils aber auch dadurch, daß wir in der That, aus der ganzen Reihefvlge seines rühmlichen Wirkens und Strebens keinen bcsondern Moment, der die Preiokrönung vorzugsweise verdienen möchte, hervorzuheben wußten, weil seine ganze Amtsleitung einer Kombination preiswürdiger Betriebsamkeitell gleichet, deren jedes einzelne Werk, dem andern die Prärogative abzusprechen weiteifert. So sehr also, ein eben so anmaßend wie scheelsüchtig jüngst gefälltes Urtheil, in einem Artikel eines verbreiteten jüdischen Blattes ä. d. London, Sept. 20. a. p., entlehnt aus dem UniY. Isr., in Bezug auf die Londoner Rabbinerwahl — wobei die Redaktion deö verbreiteten Blattes, ihr unparteiisches Organ, durch hinzugefügte beliebige Anmerkungen zu verlautbarcn nicht verfehlte—und bei welcher Gelegenheit unser ehrenwerther Hirsch direkt und indirekt aufgezogen wurde, uns alle mit Unwillen erfüllen mußte, so haben wir dennoch die Arena öffentlicher Entgegnung gemieden, weil wir jene Wahl vorübergehen und deren Resultate erst abwarten wollten. Durch die numnehr gefallene Wahl des Londoner Oberrabbinats auf Dr. Adler können wir uns gleichsam zu einer neu gemachten Akquisition in der Person unseres würdigen Hirsch, zum zweiten Male Glück wünschen. Und fühlen wir uns höchst erfreuet, der Hoffnung eines längen: Genusses, der segenreichen Leitung unseres allseitig hochgeschätzten Seelenhirtens, hiugeben zu dürfen. Es wäre indeß eben so absurd wie überflüssig, vorerwähnten Artikel, dessen Referent keine Scheu trägt, die ersten Rabbinen Deutschlands wie Hirsch und Adler (MM TDJ/ □ JDp /ms') nach ihren Eigenschaften zu klassisteiren, ferner zu beregen. Der Landrabbiner Hirsch, dessen Renounno in der literarisch-theologischen Welt nicht ulinder begründet ist, wie sein talmudisches Wissen von jeden: Talmudisten gewürdigt wird, bedarf unserer Huldigung als Gelehrter nicht; allein wir silrd es der Wahrheit und uns selbst schuldig, die treuesten Belege seiner lnusterhafteu Amtsführung offen darzulegen, um zu überzeuge!:, daß ohne Abolition eines Jcknm Purkan und ohne die großen Tefillin durch kleinere zu suppliren, Israel dennoch regenerirt werden kaum Es sind bereits drei Jahre verflossen, seit dem wir unter die Leitung unseres Landrabbiners Hirsch getreten, und ein Jahr seit dem unsere Glaubensgenossen der Landdrostei Osnabrück dein hiesigen Landrabbinate ^geschlossen sind, wodurch diese Stelle bedeutender geworden ist. 9