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Der Orient · 1845-02-12 · 7 (12.2.1845) · p. Spalte 111-112

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
7 (12.2.1845)
Date
1845-02-12
Page
Spalte 111-112 (sequence 8)
Language
German
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111 f Ankündigungen. 112 zwei Seiten wirdabei auf den Fall aufmerksam gemacht, wo der Staat von den jüdischen Gesetzen Umgang nimmt und nur sein eigenes Gesetz geltend machen will. Auf diese Frage antworten Kirchenrath Maier: Die Frage ist sehr leicht entschieden: vom Standpunkte des heutigen Judenthums ist die Scheidung nicht gilt Lg ohne rituelle Scheidung. Dr. Holdheim dagegen: Man hat wieder das Wesen der Frage verlassen. Es ist eine gesetzliche Frage — die ist entschieden: eine religiöse oder Gewissensfrage aber: kann sich der Einzelne bei den Aussprüchen der Gerichte beruhigen? h ä n g t v o n d e r r e L i g i ö s e n Ans ich t d e r B e t h e i l i gten ab. — Beide sind diametral verschieden. Maier geht von dem positiven Gesetz aus, und entscheidet konsequent. Die Eingehung der Ehe ist ohne religiöse Mitwirkung nicht statthaft wenigstens in Deutschland—), also kann sie auch nicht anders gelöst werden, als durch eine ebenfalls religiöse Form. Holdheim stellt es dagegen wieder ganz auf den Standpunkt der Subjektivität, der Einzelne möge entscheiden, ob er sich bei einer Civilscheidung beruhigt fühlt oder nicht, in Letzterem Falle könne er den Beistand der Religion erlangen. Das ist aber bei dieser Frage offenbar ein ganz unrichtiger Standpunkt, denn es handelt sich hier um die Anerkennung der Religion; es wäre zu fragen, ob z. B. der Rabbiner Einem, der nur durch das Gericht von seiner Frau geschieden ist, wieder bei Eingehung einer neuen Ehe assistiren würde, ob Kinder aus einer solchen zweiten Ehe hervorgegangen, als in rechtmäßiger Ehe erzeugt betrachtet werden oder nicht, eine Frage, die da, wo noch jüdisches Erbrecht gilt, natürlich von größter Wichtigkeit ist. Mag nun der Einzelne in seinem Gewissen noch so beruhigt sein, so weit reicht die Macht seines Gewissens nicht, auch solche Fragen gittig zu beantworten. — (Fortsetzung folgt.) Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [15;] , D ie S'amsonssche Freischule zu Wolfenbüttel. Zn ihrer Vergangenheit und Gegenwart geschildert von Dr. Philipp Ehrenberg, zweitem ordentl. Lehrer an der Samson'schen Freischule. In 6. Preis 12 Ngr. Unter den höchst seltnen einzelnen Schriften über gewisse wohlthätige und wichtige Anstalten der Israeliten, nimmt die Ehrenberg'sche Schilderung der Samson'schen Freischule gewiß den ehrenvollsten Platz ein, da sie nicht nur durch Genauigkeit der Daten, sondern auch durch einen abgerundeten historischen Styl und durch eine gute logische Disposition vor allen anderen sich auözeichnet. Wir glauben den zahlreichen, in den verschiedensten Gegenden zerstreueten Zöglingen dieser Anstalt, so wie den Eltern, welche ihre Knaben in dieser Anstalt ausgenommen wünschen, durch diesen besondern Abdruck aus dem „Orient" einen Dienst geleistet zll haben. Heinrich Hunger. [16.1 Von C. L. Fritzsche in Leipzig ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen: DiniD^(l£ol>es WSfetencSiIm)- oder Sammlung alter Streitschriften über Judenthum und Ehristenthum, enthaltend: 1),dm Brres: ul Lelii Verlag von C. L. Fritzsche. ka-aböteka von Prev 0 t Duran, nebst einem Kommentar von R. Josef Jbn Schem-Tob; 2) Schreiben des R. Salomo Bonfid; 3) Gedichte von verschiedenen Autoren; 4) einen aramäischen poetischen Brief von R. Salomo Duran an R. Isaak Nutz ar nebst der Antwort des Letztem. Nach einer seltenen Konstantinop. Ausgabe und Handschriften herausgegeben. 1344. 12. drosch. Preis 10 Sgr. Spiritus und alle Sorten Branntweine, Liquere, Meth und Wern - Essig hdd ty nEn "inn “itiorn, von ganz besonderer Güte, offerirt zu billigen Preisen Die Fabrik von Raphael Pulvermann in Krotoschin. Inhalt des Sabbath-Mattes Nr. T. M e ssia s g la u b e, Gedicht von M. I. Landau in Prag. — Notiz zur altern Geschichte der Juden in Prag. Von Dr. Wolfgang Wessely. — Probe aus dem dritten Hefte des „Schuschan Educh". Von M. Mendelson in Hamburg. (Schluß.) — Der Kreis jüdischer Schulen. Von H. G o l d st e i n, Oberlehrer in Gleiwitz. — L e se - Z i m m er. Chemische Wirkung der Tauft, nach dem Jesuiten Nader. — Eine Lefeart im Emurutt von Saadja. Bedeutung der Mi schle Sch u alim. Von Ink. — Vermischte Nachrichten. Berlin. Berlin. Prag. Wöllstein. Der „Orient". Leipzig. Druck von I. Nagel.

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