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Der Orient · 1845-02-05 · 6 (5.2.1845) · p. Spalte 95-96

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
6 (5.2.1845)
Date
1845-02-05
Page
Spalte 95-96 (sequence 8)
Language
German
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95 Literarische Ankündigungen. 96 Die Beschneidung symbolisire mehr als jede andere Ceremonie den ganzen jüdischen Religionsgedanken. (Herr H. bezieht sich auf seine herausgegebene „ Religionsphilosophie der Juden") Entziehe , daher der Vater seinem Sohn die Beschneidung, so habe er damit faktisch erklärt, daß ihm Israels Aufgabe nicht nur nichts gelte, sondern daß er auch Alles aufbietedem Judenthume keine neuen Glieder zuzuführen. Da ferner das Kind nicht blos dem Vater-', sondern auch Israel gehöre, so müsse die Gemeinde nun auch Vaterstelle bei ihm vertreten und dafür sorgen, daß es seine Pflicht erfülle, Der seinen Sohn nicht beschneiden lasse, begehe vor Allem ein Verbrechen gegen die Gewissensfreiheit seines noch unschuldigen Kindes. <^r unterscheide sich dadurch von? den Sabbat- und SpeisegebotüberLretern, daß diese immer noch als Juden betrachtet sein wollten, das specisische Princip des Judenthums heilig erklärten und sich daher auch nicht ein feindschaftliches Verhältniß zu demselben gegeben hätten, während es mit der Unterlassung der Beschneidung all? und jeder Ceremonie, dem Prinzip der jüdischen (Zeremonie überhaupt, sich entgegensetze und damit offenbar erkläre, daß ihm der speeiell jüdische Religionsgedanke nichts gelte und also dem Judenthume, als solchem, dadurch, daß er auch Andere dem jüdischen Religionsgedanken zu entfremden suche, feindselig gegenüber stehe. Herr H. schließt mit dem Wunsche, daß diese Vorstellung etwas dazu beitragen möge, die irrenden Brüder zum Bewußtsein zurück zu bringen.- Hr. Wassermann in Mühringen tritt mit scharfer Polemik den aufgestellten Grundsätzen des Reformvereins entgegen. Herr W. hätte sich jedoch in der Hitze des Kampfes nicht sollen hinreißen lassen, die Verstandesaufklärung, den Hang möglicher Erleichterung im bürgerlichen und socialen Leben eintreten zu lassen, so allgemein zu verdammen. Würde diese Verstandesaufklärung in der neuern Zeit seit Mendelssohn nicht auch ihr Recht im Judenthume geltend gemacht haben — Herr W. würde dann sein Gutachten in der Breslauer Rabbinatsangelegenheit nicht haben abgeben können. Würde Herr W. nicht das Princip anerkennen, der jüdischen Lehre nicht widersprechende Erleichterungen eintreten zu lassen; so durste er die Möglichkeit von Modifikationen zu Gunsten des Lebens nicht als Princip der Tradition aufstellen. Auch dieses letzte Gutachten tritt blos theoretisch und belehrend den Bestrebungen des Reformvereins entgegen, ohne irgend eine strafende Maaßregel anzuempfehlen. (Fortsetzung folgt.) Literarische Ankündigungen. . In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [13] Im Verlag von C. L. Fritzsche in Leipzi'g ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben: Die Pesach - Hagada oder Erzählungen von Israels Auszug aus - Egypten. Zilw Gebrauche dev beiden ersten Abende des Mazot-Festes. Von Neuem wörtlich aus dem hebräischen Originale verdeutscht. 8. br. Preis 7i Ngr. Vierte Ausgab e. Wiederverkäufer, welche sich an die Verlagshandlung wenden, erhalten bei Abnahme von Partieen einen ansehnlichen Rabban llNOV b'b? nun oder die Pesacli-Magäda, travestirt fürs Purkmfest, von Dp» H. Somerhausen, Werfasser der Lxi- Kruni. kobrsioa ete. Brüssel, 1842. Sehr kompakt und korrekt autographirt. 16 S. gr. 8. Netto 6 Ngr. Inhalt des Sabbath-Blattes Nr. 6. Bei Waterloo, Gedicht von Moritz Hartm an n» — Die Juden in Marokko. Nach den Berichten eines englischen Reisenden. — Der ewige Jude. Aus dem Französischen. (Schluß.) — Lese - Zimmer. Mancherlei (R. Pinchas ben Ja'ir; Uman und „Bader".) — Das Wort AGLA als Inschrift. Von Ink. — Vermischte Nachrichten. Mahren. Mähren. Mähren. Frankfurt a. M. Rußland. Posen. Berlin. Köln. — Bemerkungen. Briefkasten. 1) Hrn. XX. in S—au b. F—a.: Alles richtig erhalten und Alles ..wird richtig abgedruckt werden. Das Politischhistorische ist mir immer willkommen. Doch auch das Andere wird berücksichtigt. Das Verlangte soll geschehen.' Zusendungen durch die E—r'sche Bucht), in F. zu besorgen. 2) Hrn. Dr. W—r: Mittheilungcn über Gemeindezustände, namentlich in Bezug des jüdischen Einflusses auf den Handel wird mir sehr willkommen sein. Eine Kritik über Reggio's Tora und Philosophie ist nicht mehr an der Zeit, da das Buch zu alt ist. Historische Studien sind willkommen. Verlag von C. L. Fritz sch e. Druck von I. H. Nagel.

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