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Der Orient · 1845-02-05 · Heft 6 (5.2.1845) · p. Seite 41

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 6 (5.2.1845)
Date
1845-02-05
Page
Seite 41 (sequence 1)
Language
German
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Jahrgang. Sechster tten Berichte, Studien und Kritiken für : Das Abonnement für ein Lahr ist 5 Lhlr. Man abonnirtbei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen aus ein Jahr. jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. JÄH* 0* Leipzig, den 5. Februar 184Ä. Inhalt. Deutschland. Hamburg. Replik des Dr. E. Kley. Breslau. Die jüdischen Rittergutsbesitzer. Frankfurt a. M. Die jüdischen Buchhändler. — Oeftr e i ch. B o n d er b ö hmisch en Grenze. Erbauungsschrift vom Kreisrabbiner Salomon Sacks. Berhaltniß zu Deutschland. Mährische Grenze. Vakante Rabbinate. Talmudstudkum. Pfaffenthum. Proßnitz. Erklärung des Rabbiners Fasse!. Das mährische Landrabbinat. — Die civilrechtlichen Ausnahmegesetze der Luden in Baiern. — LB. d. Or. Deutschland. Hamburg, 26. Jan. (Replik.) Auf die lange Nachrede wegen der Vorrede zu meinem Gesangbuche habe ich kürzer zu erwidern: Noch nie hat das lesende Publikum mich auf dem Fechtboden der Polemik und der literarischen Fehde gefunden, denn ich hatte stets Nützlicheres zu schaffen; ich hoffe auch, bbi diesem Verfahren bis ans Ende meines Lebens beharren zu können. Die schmerzlichen Erfahrungen und Bekümmernisse meines geistlichen Amtes liegen als vergessen längst hinter mir, ich mag nur noch von den frohen Erinnerungen desselben zehren. Hätte ich Streit erwecken wollen, ich hätte unmittelbar nach Erscheinen des „Gesangbuches" oder der,,kurzgefaßten Geschichte des neuen Tempels", sowie bei anderen Gelegenheiten die gründlichste Veranlassung gehabt, ich hätte über eine Unbill, die mir in dreifacher Hinsicht als Begründer des Instituts, als Prediger des Tempels und als Mitglied der Redaktionskommission in Beziehung auf meine Liedersammlung wiederfahren war, an die Gerechtigkeit und Liebe meiner Gemeinde appelliren können. Wäre Empfindlichkeit mein Fehler oder Eitelkeit, ich hätte sie oder ihre öffentliche Aeußerung nicht 11 Jahre unterdrückt; mindestens wäre in so langem Unterdrücken mehr Tugend als in jenen Fehlerhaftes. Doch ich schwieg, um eben nicht dm Frieden zu stören, dessen die Gemeinden zur Entwickelung ihrer bürgerlichen und religiösen Zustände so sehr bedürftig sind. Hatte das Institut , sowie die Welt, nicht au dem zweimaligen Gebetbuchstreir genug, sollten. sie auch noch einen Gesangbnchstreit im Innern der Gemeinde selbst erleben? Ich schwieg lange, bis ich dr meinem Abschiede von der Kanzel für immer zu schweigen mir gelobte und mit mir selbst Alles, was mich persönlich angeht, in das Grab der Vergessenheit senkte. Damit hatte ich als ein Verstorbener auf jede Empfindlichkeit und jedes eitle Jntereffc Verzicht geleistet, nur nicht auf die Wahrheit, denn diese gehört nicht der Erde, sondern dem Himmel an, nur nicht auf die Geschichte, denn ihr fallen vor allen die Verstorbenen anheim. Die Bemerkungen, die ich in Beziehung auf Gesangbuchsliteratur im Interesse der Wahrheit unb der Geschichte der letzten 25 Jahre angemessen hielt, legte ich an einem Orte nieder, der nicht den großen Kreis muffiger, einem jcbcn Kampfe mit Wohlbehagen beiwohnender Zuschauer versammelt, sondern nur zur Kenntnisnahme der Wenigen geeignet ist, die in reinem Interesse der Sache, unbekümmert um Personen, auch die unbedeutendste Erscheinung, wofür ich mein Büchlein allerdings nur halten will, nicht übersehen mögen; ich trug meine Bemerkungen und Klagen nicht auf dm öffentlichen Markt der Journalistik, sondern in die Vorrede zu einem vor 27 Jahren erschienenen Buche. Diese Vorrede erklärt sich gegen die literarische Freibeuterei unserer Zeit im Allgenleinen, die ohne selbst zu produeiren, die Produkte Anderer znsamurenrafft und den Erntelohn der ursprünglichen Arbeiter leichten Kaufes dahirr nimmt, sie obenein nicht einmal des Nennens werth hält: das ist keine 6

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