Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 4 (22.1.1845)
- Date
- 1845-01-22
- Page
- Spalte 61-62 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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61 62 Kritiken. Kurze Anzeigen. chene Notiz zu geben, die Sie vielleicht auf eine richtige Spur führt. Jedenfalls wissen wir nun, wer diese Sekte ist, die an die matt glaubt. M- Steinschneider. Kurze Anzeigen. 7) Molochsglaube und Neligionsschändung (,) eine nothwendige Schrift für Herrn Ghillany und die Leser seiner Werke von Dr. H. S. H. Rabbiner. Eine Abfertigung der Schrift: „Das Judenthum und die Kritik". Wöllstein und Posen, 1844. 8. A. Alexander. (S. 86.) Wir dürfen an den Extremen unserer Zeit nicht irre werden. Dem heitern Frieden geht der blutige Krieg vorher. Wie beim assicirten Körper die Krankheit zum Durchbruche kommen muß, und eine Linderung durch Palliativmittel sie nicht heilt, so müssen in der Gesellschaft alle Geschwüre platzen, um das Gift für immer zu entfernen. Wir zucken die Achseln voll Verwunderung über die Vorgänge in Geseke, Prag u. s. w.; wir können die Rückschnitte bei andern Konfessionen und auf andern Gebieten nicht begreifen; die Erscheinung eines Mannes, wie Ghillany, der bei allen Juden Blut wittert, ist uns ein Ra'thsel: allein die Menschen müssen die letzte Anstrengung zum Rückschritte machen, um desto freier sich dann "sortbewegen zu können.. Auf dem Feldecher Religion und Politik müssen verwitterte Gestatten heraufbeschworen werden, um dieselben für immer a u s z u l L se n. Der Judenhaß muß auf die Spitze getrieben werden, damit er vollends abgestumpft werde. Wir müssen den Gang der menschlichen Entwickelung begreifen , wenn wir an derselben nicht verzweifeln wollen. Die Blutbefchuldigung mußte, in Lumpen moderner Bildung gehüllt, noch einmal auftreten, um an dieser modernen Bildung sich in ihr Nichts aufzusösen. Dies erklärt das Erscheinen der Ghillany'schen Schmähschriften : „die Judenfrage", und „das Judenthum und die Kritik". Die letztere Schrift verdiente auch keine besondere Widerlegung, wenn es keine beschränkte Macht gäbe, die aufgeklärt werden muß. Diese Aufgabe, vor den Augen der Masse, die Verirrungen des Hrn. Gh. aufgedeckt zu haben, hat die angezeigte Schrift gelöst, wenn auch über manche eingeflochtene )tn sichten über Judenthum viel zu sagen wäre. Der Verf. ist sich wahrscheinlich nicht bewußt, zu welchen Konsequenzen die Worte: „Was aber dereinst sein wird, „„wenn der Herr eine neue Sonne und einen neuen Mond schafft"", „„wenn er Großes thut auf Erden"", ob er die Juden vereinen wird, um durch sie ein Gottesreich zu begründen, oder nicht, über diesen unschuldigen (!) Glauben wollen wir eben so. wenig streiten, als über den Glauben an das zukünftige Heil der Seele" (S. 17) und die Maimunische Ansicht, daß der Mvsaismus dem Heidenthum Koncessionen machen mußte, getrieben werden können. Eben so seltsam klingt der neugeformte Name „Hagadist" (S. 22) für den Verfasser eines Stückes ln Ldv Pesach-Hagada. Auch verdient hier hervorgehoben zu werden, daß der Gebrauch der Kapparot (S. 15) in den altern Ausgaben des Orach Chajim selbst gebrandmarkt wird, indem die lleberschrist des 605. Abschn. des Orach Chajim: MM iw JiniD iisps dp mpn nnDD Jiröo lautet Xvergl. Sabbath-Blatt, 1844, Nr. 44). Allein'der gelehrte Herr Verf. hatte es bloß mit den Ghillany'schen Extravaganzen zu thun, und diese hat er in ihrer Nichtigkeit aufgezeigt. Diese Schrift verdient daher unter das vorurtheilsvolle christliche Publikum nach Kräften verbreitet zu werden. Die Ausstattung ist mittelmäßig und im Inhalt die Angabe der Seitenzahlen- 8) Skazöwki prawdyizgody pod wzgledem röznicy wyznaii ze strarozytnycl) ■ dziel liebrjskich po~ wage religijna majacycli zehrane, tlumaczone i irwagami powiekszone p'rzez Jakoba Tuge ndlioId. Auch unter dem he'br. Titel: DVp nmnns mp^rinn jopn nDN nDK uwidk »mpn wm nsm pnT©D onn-N .ninni jpi)d'npp1 .dnd pm' rom ipnp.nMp Warschau, 1844. 8. (S. 117 Polnisch und S. 32 hebräisch.) Auch diese Schrift ist bestrebt, den Juden aufgebürdete Beschuldigungen zurückzuweisen. Die Judenfresser — deren Gier bis jetzt noch nicht gestillt ist — sehen nämlich unter den Juden nichts als Christophagen. Die Schriften der Juden sind ihnen blos Sanktionen der Betrügerei. Diesem verjährten Voruriheil hat Hr. Lugendhold entgegenzuarbeiten gesucht. Er sammelte mit großer Belesenheit die meisten Stellen aus ber alten und neuern Literatur der Juden, in denen Ansichten über das Verhalten gegen Christen explicite und implicite ausgesprochen werden. Es sind die Stellen aus: Jad ha-Chasaka, Hilchot Melachim, 8, 1z 'Abodat Kochabim Bl. 64; Ma'amar ha-Achdur, Abschn. 3; R. Obadja Sforno zu Exod. 19, 5; Korbän Aharon zu Ex. 19, 19; Kusari lV, 23; Hilchot Melachim, 12, 4 und 5; Hilchot Schemitta we- Jobel, 13, 13; Baba Kamma, 38 a; Sanhedrin, 59 a; Tanna de-be-Elijahu, Abschn. 9; Rabbenu Je.rucham. Netib 17; Neson Mat'e von I. Emden, 15 6; Maimuni und Choschen Mischpat, Hilchot Geneba, 1, 1 und 2; Hilchot Gesela, 1 2; Hilchot Deut, 2, 6; Hilchot Mechira, 18, 1; ChoschenMischpat, 228, 6; R. Menachem ha- Mewi in Schitta Mekubezet zu Baba Kamma; Be'er Ha-Gola, 344, 2; Maimuni zu 12, 7 des Tr. Kelim; Ele Ha-Mzwüt, Bl. 106, 107, 108 nach der Amst. Ausgabe; Keschuba me-Ahaba, Bl. 2, 3; Sefer Ha-Berit, 13, 5; Lechem Schamajim von I. Emden zu 4, 4 des Tr. Abüt; Teschuba me-Ahaba, 12 a und ein Schreiben von S. Posner. Alle diese Stellen sind ins Polnische übertragen und mit Erklärungen für den christlichen Leser vermehrt. Der polnische Theil hat überdies noch einen Anhang über Handwerke und Gewerbe, über die Sabbataer und Jakob