Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 2 (8.1.1845)
- Date
- 1845-01-08
- Page
- Spalte 31-32 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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31 Literarische Ankündigungen. 32 Batra wird minutiös überden. Begriffs-Umfang der hebräischen Wörter gehandelt, wenn sie als Willensmeinung in Bezug auf Kauf-, Ehe- und Gelübde-Angelegenheiten geäußert worden sind, welches nicht anders als aus konkreten Geschehnissen des Volkslebens abstrahirt ist» Ferner sind die kühnen Neubildungen, die wir nicht selten vorfinden, nur aus dem lebendigen Geiste einer Volkssprache zu erklären. Aus dem biblischen 'DDp 'Sge( (vergl. iDlpn Sabbat l!!.)und der lebendigen Anschauungen von dem Naturell dieses Thieres, einem Feinde gegenüber sich zu einem Knäul zu rollen und seine Stacheln zu sträuben, wird das Verbum -pDpn sich sträuben, empfindlich sein, und daraus pr>p empfindlich gebildet. — Von ym# Finger hat sich in der Tempel spräche yjv^n (t\*EP U. und jerus. yasN? ljj'nsn ihd) die Finger in die Höhe zur Loosung halten gebildet; aus geringfügig, wird jy-tf unbrauchbarer St einkern , und daraus zum Kern verhärten (vergl. na&y 77.), und solche Beispiele ließen sich noch häufen. Fremden Elementen, besonders griechischen und lateinischen Wörtern wird der hebräische Sprachcharakter so aufgedrückt, daß sie kaum wieder zu erkennen sind. Aus neuos Wolle, Filz wird von Kürbisfrüchten gesagt OpD sich entfilzen (nf)t&>yD!)♦ Aus w:^dqa und MccpttQüD Gewölbe und wölben, wird gewölbt (nibnN V. und a. St.); aus carduus Distel wird pTipD, mit der Distel striegeln; aus crispiis und crispare wird pD^DpD kräuseln, kämmen. So mißlich, wie mit dieser Behauptung von der „Gelehrtensprache der Mischna" und der durchgängigen „aramäischen Volkssprache" zur Zeit des zweiten Tempels, steht's auch mit der Beweisführung dafür. Anstatt auf die aus dem Leben geflossenen hebräischen Gnomen der Abot und noch andre echt volksthümliche Sprichwörter Rücksicht zu nehmen, wie nvNN.1 p ’j'pDJSK' bll) jrp Mn Nb (niDD1 vii.) njncp ibip ne «intrai INN ibip 'NNintio ncm nin Ni (□Mp 111), ferner ’JnNOtJ nnNl M1NDD Nb 11N12I2Q ('bo | V»I. nnnD VIII. rns viii.) on ib 1,^ 1121N dn ib in "ID1N Nb (D’b XVII.) tfm« bj/ lb 11« IIDNE' «1,1 11 ttin ntPäs' bj) lbiNi (nion in. ninj? iv.): klammert, sich der Verf. an die wenigen aramäischen Sen- •; t e nzen in Abot vom Babylonier Hillel und dem i zeitgenössischen, wahrscheinlich syrischen Pr osely te nb. Bag-Bag und b. He-he (vergl. ru^pl 9 und niDDin 1 zu St.); vergl. oben. — Eben so unerweislich für das Aramäische in der Mischnazeit ist das Citat aus nDlD IV*, 15, 1 welches bekanntlich nicht zur Mischna gehört, sondern int er-? polirte Barajta ist, und durch den hebräischen Schluß, in j welchem der Satz ni^D^ -pnn niD^DHl vorkommt, genugsam beweist, welcher Zeit die Barajta angehört, nämlich der Zeit, in welcher das Christenthum im Begriffe stand, den Thron der Cäsaren einzunehmen. Der Stelle Gittin IV. 8, welche wunderlich genug für eine aramäische Redensart ausgegeben wird, ist der aramäische Teint nicht sehr anzusehen, I'OID-M HD'1 “pDfp’W, kann eben so gut hebräisch stin und die Feminalform und kennen wir schon im Neuhebräischem Was nun den letzten Beweis von dem Zeugnisse Jose b. Josa's pn ('nj; Vlll.), so darf nicht vergessen werden, daß dieser der vormakkabäischen Zeit angehört. — Finden wir auch einige gerichtliche Instrumente in arämaischer Fassung, so ist darauf um so weniger Gewicht zu legen, als wir ja auch gerade aus der Tempelzeit die Formel des von Hillel angeordneten Prosbul in heb. Sprache finden. D’Om \3^D) 'Jlte DD1? -)D1D ^OIDD btt? WU fim pi "?D ÜDjNtP ww Din teiy wbz DlpDD^ (rrjraw X.) (Fortsetzung folgt.) Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [2] Fertig wird in einigen Tagen, und nur auf feste Rechnung expedirt das wohlgetroffene Portrait des Rabbiners Dr. H. S. Hirschfeld in Wöllstein nach der Natur gemalt von v. Mache, (Gedicht an Christ und Jud'). Eingesandt von E. Cohn in Hamburg. — Rückblicke auf die letzten fünfzig Jahre. (Fortsetzung.) — Vermischte Nachrichten. Hamburg. Wien. Berlin. Frankfurt a. M. Breslau. Berlin. Rußland. Paris. Paris. Dr. Marx über die Judenfrage. gut lithographirt a 10 Sgr. (mit l Rabatt.) M. Alexander in Wöllstein. Briefkasten. 1- Hrn. H. G—z. in Breslau: Um eine gedrängte, wissenschaftlich gehaltene Recension der Rabbiner-Protokolle bitte ich recht bald. 2. Von Hrn. Dr. M. Traub richtig erhalten. Inhalt des Sabbath-Blattes Nr. T. Proben aus dem nächsterscheinenden „Divan des Orients" von M. I. Landau in Prag. — Dr. G. H. Gerson Verlag von C. L. Fritzsche. ' Druck von I. H. Nagel.